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Schwarze Ameisen auf Totholz => Lasius fuliginosus

Bestimmungsanfragen - bitte auf genaue Angaben achten.
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SebaStef
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#1 Schwarze Ameisen auf Totholz => Lasius fuliginosus

Beitrag von SebaStef » 3. Mai 2021, 08:30

Hallo zusammen,

gestern fand ich diese schwarzen Ameisen, die wohl ihr Nest in einem schon ziemlich verfallenen Baumstumpf haben. Sie sind um die 5 mm groß, wobei auffällt, dass die größeren "helle Ringe" um den Hinterleib haben, während die kleineren rein schwarz aussehen. Bei genauerem Hinsehen scheint der Hinterlein bei den größeren aber nur gedehnter zu sein, was zur Sichtbarkeit dieser Ringe führt (wie etwa bei einer Dehnungsfuge :D ). Könnt ihr mir mehr zu diesen hübschen Tierchen verraten?

Danke und Gruß,

Siggi

Funddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, Gartenanlage bei Staufen im Breisgau; 280 m; 02. Mai 2021
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#2 Schwarze Ameisen auf Totholz

Beitrag von [VA] » 3. Mai 2021, 09:37

Hallo SebaStef,
Hierbei müsste es sich um Lasius fuliginosus handeln (Deutscher Name,ganz treffend : Glänzendschwarze Holzameise)
Die Art lebt vorwiegend in alten Baumstämmen oder sonstigen hölzernen Hohlräumen,und baut dort Kartonnester.
Die Art gründet Sozialparasitär.
LG
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#3 Schwarze Ameisen auf Totholz

Beitrag von SebaStef » 3. Mai 2021, 09:50

Hallo VA,

ja, das passt alles prima. Ich denke, den Konjunktiv können wir weglassen. Vielen Dank für die schnelle Hilfe.

Gruß Siggi

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Zitrus

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#4 Schwarze Ameisen auf Totholz

Beitrag von Zitrus » 3. Mai 2021, 11:53

[VA] hat geschrieben:
3. Mai 2021, 09:37
Die Art gründet Sozialparasitär.
Um genau zu sein, ist Lasius fuliginosus sogar ein Hyperparasit.
Eine im Juni oder Juli schwärmende Lasius fuliginosus-Jungkönigin ist bei der sozialparasitischen Gründung auf ein bereits vorhandenes Nest der Gelben Schattenameise (Lasius umbratus) angewiesen. Da Lasius umbratus bereits eine sozialparasitäre Gründung aufweist, nennt man diese Art des Parasitismus Hyperparasitismus. Weitere mögliche Wirtsarten sind Lasius sabularum, jensi x umbratus und bicornis.

Das Wirtsvolk muss bereits weisellos sein, darf also keine Königin mehr enthalten. Soweit bekannt finden sich in der Regel mehrere Jungköniginnen zusammen, um in das Nest der Wirtsameise einzudringen, sodass L. fuliginosus-Völker oft polygyn oder oligogyn sind. Nach einer erfolgreichen Übernahme beginnen die Gynen mit der Eiablage; die Nachkommen werden von den Lasius umbratus-Arbeiterinnen versorgt. Im Laufe der Zeit sterben die Wirts-Arbeiterinnen ab und das Nest wird nur noch von L. fuliginosus bewohnt.
https://www.ameisenwiki.de/index.php/La ... C3.BCndung

Mit Abstand eine der ungewöhnlichsten Arten in unseren Breiten.
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#5 Schwarze Ameisen auf Totholz => Lasius fuliginosus

Beitrag von SebaStef » 3. Mai 2021, 23:38

Hallo Zitrus,

danke für deinen Beitrag. Den Artikel auf Ameisen Wiki hatte ich heute Morgen nach VA´s Bestimmung auch gelesen. Das hat mich echt ins Grübeln gebracht. Es ist schon faszinierend, wie die Natur funktioniert und welche Wege das Leben findet. Wie können wir Menschen nur glauben, dass wir alles im Griff haben.... So langsam interessieren mich die Ameisen und ihr soziales Verhalten immer mehr.

Gruß Siggi
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