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Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Berichte, Erfahrungen in der Haltung exotischer Ameisen.
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PincoPallino

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#1 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 5. Juni 2024, 22:57

Hallo zusammen,

verzeiht mir den albernen Titel. Ich sehe das als Arbeitstitel an. Vielleicht Àndere ich ihn spÀter noch. Bisher ist mir aber noch kein besserer eingefallen...

Sooo, wer Pincos Nicos verfolgt, hat auf diesen Bericht vielleicht schon gewartet. Zuerst muss ich euch aber enttĂ€uschen. Ich habe die Ameisen noch nicht. Zur Zeit grĂŒnden sie bei Joschi ihr neues Imperium. In ein paar Wochen sind sie hoffentlich so weit, dass sie zu mir ziehen können. Ich kann es kaum erwarten, aber zur Ameisenhaltung gehört ja auch Geduld :)

Worauf ich aber nicht warten konnte, war die Neudeko des Beckens, in dem die Nicos ihren Dschungel hatten. Und jetzt kann ich nicht mehr warten, das Ergebnis mit euch zu teilen :)

Ein großes Danke an dieser Stelle an Joschi fĂŒr sein Angebot! Er hat die Kleinen direkt aus Kenia importiert. Nach seiner Beschreibung konnte ich sein Angebot nicht mehr ablehnen. Es scheint eine interessante Art zu sein. So ganz anders als meine Nicos. Zuerst mal sind sie aktive JĂ€ger. Ich bin schon gespannt, was das bedeutet. Ob sie auf mich reagieren? Hoffentlich akzeptieren sie auch TK-Insekten. Außerdem haben sie einen Stachel. Das wird dann besonders spannend. Ich frage mich jetzt schon, wie schmerzhaft das sein wird. irgendwann bin ich bestimmt dran...

Ach so, das sind Schnappkieferameisen. Daher natĂŒrlich der Name des Berichts. Wie schmerzhaft ihr Biss ist, möchte ich eigentlich auch nicht herausfinden. Zur KoloniegrĂ¶ĂŸe habe ich Angaben von 300 Exemplaren bis hin zu mehreren Tausend Exemplaren gefunden. Mal sehn, was ich schaffe.

Viel habe ich nicht ĂŒber sie herausgefunden. Antwiki sagt: "Nests in rotting wood on the ground or in tree stumps or among the roots at the base of trees." Joschi meinte auch, dass sie gern in verrrotendem Holz nisten. Damit war klar, wie ihr Nest aussehen sollte. Außerdem mögen sie es feucht und eine "waldige" Umgebung. Mehr Infos brauchte ich nicht. So ein Habitat kann ich ihnen auf einem knappen halben Quadratmeter einichten.

Es wird also eine Waldboden-Simulation.

Seitdem war ich ein paar mal mit offenen Augen und Taschen im Wald. Immer auf der Suche nach dem passenden Nest und was man sonst noch so braucht. Es hat gar nicht lange gedauert bis ich einen flach liegenden Baum mit schöner, teilweise morscher Wurzel gefunden habe. Optisch war das ziemlich genau, wonach ich gesucht hatte. Und auch die GrĂ¶ĂŸe passte zum Becken. Also habe ich die SĂ€ge rausgeholt und nach ein paar Minuten hatte ich die Basis fĂŒr das Becken.

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Das WurzelstĂŒck links gehört auch dazu. Zu Hause habe ich dann erstmal ein StĂŒck vom Stamm abgesĂ€gt. Das StĂŒck war viel zu hoch. Als nĂ€chstes habe ich einen senkrecht Schnitt durch die Wurzel gemacht. Der Plan war, sie an der Scheibe des Beckens festzusilikonieren und so evtl. Nesteinblick zu bekommen. Ob der Stamm aber auch innen morsch war, konnte ich bis dahin nicht wissen. Und dann kam die Erleichterung. Das Außere war festes Holz und der Kern war so morsch, dass ich ihn spontan mit dem Finger rauspulen konnte. Dann habe ich ein bisschen mit Werkzeug nachgeholfen und die Nester waren fertig.

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Alle Reste habe ich zur spĂ€teren Verwendung aufgehoben. Sogar ein Teil des SĂ€gemehls ist in die Erde gewandert. Ich hoffe, die Ameisen freuen sich genauso ĂŒber das Ergebnis wie ich. Montag und Dienstag habe ich abends das neue Becken eingerichtet und auch damit bin ich mehr als zufrieden. Ich finde es so schön, dass ich es auch ohne Ameisen behalten wĂŒrde. Aber mit ist natĂŒrlich noch schöner.

Ich empfehle, jetzt nicht sofort nach unten zu scrollen und sich das Ergenis anzuschauen. Ihr könnt den Bau Schritt fĂŒr schritt mitverfolgen.

Zuerst habe ich mir eine ausreichende Menge Substrat angemischt. Hier seht ihr die meisten Zutaten. Was ihr nicht seht, ist zu dem Zeitpunkt noch im Dschungel: Erde, Laub, Asseln, Pflanzen und die RĂŒckwand. Ich habe mir nur zwei Pflanzen zusĂ€tzlich gekauft und ansonsten auf Recycling gesetzt.

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Komplizierter als Kochen :)

Basis ist ein Sack normaler Blumenerde. Dann kamen ein bisschen Lehm fĂŒr StabilitĂ€t bei Grabarbeiten, Sphagnum Moss, Kokosfasern grob und fein fĂŒr eine Auflockerung des Bodens, gemahlene Sepiaschale als Kalkquelle fĂŒr die Asseln, Kohle zum Absorbieren von Schadstoffen und das oben angesprochene SĂ€gemehl dazu. Alles kam auf eine große Plane und wurde dann schön durchgemischt. Wenn man dafĂŒr nur die Plane abwechselnd an den Seiten anhebt, macht man sich nicht mal die HĂ€nde schmutzig :)

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Da der Abbau des alten Beckens etwas lÀnger als geplant gedauert hat, ging es erst zwei Tage spÀter weiter. So sah das Becken ganz zu Anfang aus.

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Schritt eins war einfach. Eine Drainageschicht aus Seramis und ein Vlies oben drauf, damit die Erde sich nicht dazwischen mischt. Mit den Ranken an der RĂŒckwand starten zu können, war ein riesiger Vorteil fĂŒr die anschließende Gestaltung. Meine LebenserhaltungsbemĂŒhungen waren zum GlĂŒck grĂ¶ĂŸtenteils erfolgreich, wie ich wohl mittlerweile sagen kann.

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Dann kam der fĂŒr mich kritischste und anspruchsvollste Job. Die beiden WurzelhĂ€lften mussten per Silikon an die Seitenscheiben geklebt werden. Mit Steinen und zwei Besenstielen habe ich sie fĂŒr 24 Stunden an ihrer Position fixiert. Das hat super geklappt. Die Schnitte waren zwar nicht ganz gerade (HandsĂ€ge), aber mit einer etwas dickeren Silikonschicht schließen die Nester dicht an der Scheibe ab.

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Da ich das Silikon schon in der Hand hatte, habe ich noch schnell mit den Resten ein paar Kokosmattenreste vom letzten Mal unten an die RĂŒckwand geklebt und sie mit allem, was ich gerade finden konnte, abgestĂŒtzt. Das musste nicht perfekt sein und ist es auch nicht geworden.

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Damit hatte ich erstmal Pause. Eigentlich konnte es erst am nĂ€chsten Tag weitergehen, wenn das Silikon ausgehĂ€rtet war. Aber da waren ja noch die Wurzeln von der Ranke an der RĂŒckwand. Die wollte ich so schnell wie möglich wieder in Erde bringen. Nach einer halben Stunde waren die Kokosmatten ausreichend fest, um an der RĂŒckwand ein bisschen Erde aufhĂ€ufen zu können und so zumindest die Wurzeln zu bedecken.

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Das war definitiv ausreichend, aber ich musste die Erde hinten hoch aufschichten. Jetzt war ich definitiv im Beckenbaurausch! Ich konnte nicht aufhören. Auch das Silikon an den Wurzeln war mittlerweile ausreichend hart. Eigentlich wollte ich die Steine am nĂ€chsten Tag wieder unter den Wurzeln wegnehmen. Aber in meinem Rausch wollte ich nicht aufhören. Also habe ich spontan beschlossen, dass es auch fĂŒr die dauerhafte StabilitĂ€t beser ist, wenn die Steine unten drunter bleiben. Mit ein bisschen Abstand war das mehr als richtig. Das hĂ€tte ich auch schon so planen mĂŒssen. Die LĂŒcken zwischen den Steinen habe ich so gut es ging mit Erde aufgefĂŒllt, aber ich bin mir sicher, dass die kleinen Spalten und Höhlen ausgiebig genutzt werden.

Also habe ich weiter gemacht und mehr Erde geholt.

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An dem Punkt habe ich gemerkt, dass mir die Erde ausgeht. Es wĂŒrde nicht reichen. Damit war dann doch Schluss. Ich habe zur Visualiserung des spĂ€teren Aussehens dann noch den Stammrest und ein paar WurzelstĂŒcke eingebaut und war fertig fĂŒr den Moment. Leider... ich hĂ€tte gerne weiter gemacht.

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Einmal arbeiten, auf dem RĂŒckweg neue Erde gekauft und noch eine Mischung gemacht. Diesmal ohne Kohle (vergessen) und mit Vogelsand als Kalkquelle. Von allem anderen hatte ich noch Reste. Und dann konnte der schönste Teil der Arbeit beginnen.

Nachdem ich die Besenstiele entfernt hatte, habe ich noch ein wenig Erde eingefĂŒllt und dann die grobe Struktur mit ein paar WurzelstĂŒcken vorgegeben. Auch wenn man davon spĂ€ter nicht viel sehen wĂŒrde. Dadurch konnte ich aber leichter mehrere Ebenen im Becken schaffen und es sieht einfach natĂŒrlicher aus, auch wenn man nur ein kleines StĂŒck davon sieht. Kleiner Tipp: Nach hinten immer ansteigend. Rechts liegt das WurzelstĂŒck, das schon im Dschungel zum Einsatz kam. Von unten, da gibt einen Hohlraum, ist es mit Schnecken und Asseln geimpft. Es lag die letzten beiden Tage im Asselarium.

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Jetzt konnte ich endlich mit der echten Deko beginnen. Mit dieser Pflanze fing es an...

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und dann kamen einige andere dazu.

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Das sah schon ganz gut aus, aber es fehlte noch das Moos.

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Schon besser, sieht aber immer noch nicht nach Waldboden aus. Also habe ich noch ein paar HolzstĂŒckchen und Baumrinde verteilt.

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Wieder besser, aber da fehlt noch was. Und das war im Asselarium. NĂ€mlich das komplette Asselarium, inklusive Asseln, Laub, Mossresten und unidentifierbarer Biomasse. Und ganz zum Schluss habe ich noch ein wenig Waldbodendeko verteilt. Da ich das Holz in einem Buchen-Eichenwald gefunden habe, gibt es Bucheckern und Eicheln. Und damit war das Bild perfekt. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Wenn das nicht nach einem natĂŒrlichen Waldboden aussieht :)

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Ich war so begeistert vom Ergebnis, dass ich wild drauf los fotografiert habe. Wer möchte, kann sich alle Bilder im nÀchsten Beitrag ansehen.

Nach 24 Stunden haben sich die meisten Pflanzen schon akklimatisiert und stehen jetzt aufrechter als gestern Abend. Es werden aber bestimmt nicht alle durchhalten. Warten wirs ab. Pflanzen lassen sich ersetzen.

Dieses mal will ich die Vegetation mehr kontrollieren. Das soll kein Dschungel werden, sondern ein Wald bleiben! Bitte erinnert mich daran, falls es zu sehr zuwuchert.

Damit ist alles fĂŒr die Ameisen vorbereitet. Pflanzen und Bodencrew können sich einleben und ihre Arbeit aufnehmen. Solange die Ameisen noch nicht da sind, werden sie auch mal Insekten nur fĂŒr sich bekommen. SpĂ€ter mĂŒssen sie dann mit den Resten der Ameisen zurecht kommen. Und gerade die großen Pandaasseln mĂŒssen aufpassen, nicht selbst zur Beute zu werden. Ich rechne jetzt schon damit, dass sie auf Dauer wohl nicht ĂŒberleben werden. Die Odos sollen ja gute JĂ€ger sein. Und die Pandas kann ich mit der Hand fangen. Außerdem haben sie bei den Nicos gelernt, sich tot zu stellen. Wenn sie das weiterhin machen, wird es wohl nicht beim Totstellen bleiben.

Wahrscheinlich geht es hier erst weiter, wenn die Ameisen da sind.

GrĂŒĂŸe vom Pinco
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#2 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 5. Juni 2024, 23:09

und hier kommen die angekĂŒndigten Bilder. Viel Spaß damit :)

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#3 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von Joschi » 6. Juni 2024, 02:22

Das wird ein sehr schönes Zuhause und muss auch nie erweitert werden. Allerdings wird es tatsÀchlich noch ein Weilchen dauern, bis die jungen Königinnen erste Arbeiter aufgezogen haben - das dauert bei Ponerinen leider oft sehr lang. Wie gesagt, zwei der drei Königinnen haben die gepushten Puppen leider nicht angenommen und haben von Null angefangen.

Schon bei nur zehn Arbeitern haben die Ameisen aber viel AußenaktivitĂ€t und werden das Ambiente zum Jagen sehr genießen. Es sind in der Tat ganz eigene Ameisen und nicht vergleichbar mit Camponotus. Ihre Jagdtechniken sind sehr interessant. Mit ihren langen Mandibeln können sie Beute aus der Distanz verwirren oder verstĂŒmmeln, und wechseln oft geduldig die Position, um einen besseren Winkel zum Zuschnappen zu finden. Ist die Beute wehrhaft oder groß, kommt der Stachel zum Einsatz. Du wirst sicher spannende Aufnahmen machen können.

Daumen drĂŒcken, dass die Königinnen im Sommer ein kleines Gefolge haben - von da an geht es schnell mit der Entwicklung. Bei einem so schönen Aufbau werden sie wahrscheinlich nicht freiwillig in eines der Holznester ziehen, und werden stattdessen etwas eigenes bauen. Sonne mögen sie gar nicht und sind da viel weniger tolerant als die meisten anderen Ameisen.
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#4 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 6. Juni 2024, 14:34

Bei einem so schönen Aufbau werden sie wahrscheinlich nicht freiwillig in eines der Holznester ziehen, und werden stattdessen etwas eigenes bauen. Sonne mögen sie gar nicht und sind da viel weniger tolerant als die meisten anderen Ameisen.
Bevor die Ameisen kommen werde ich die Nester natĂŒrlich noch von außen mit schwarzer Pappe verdunkeln. Die Sonne soll da spĂ€ter nicht mehr reinscheinen. Aber wenn sie sich etwas eigenes bauen wollen, sollen sie das machen. Hauptsache sie fĂŒhlen sich wohl.
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#5 Pincos Schnappis - ein Haltungsbericht mit Odontomachus troglodytes

Beitrag von PincoPallino » 7. Juni 2024, 00:41

Hallo zusammen,

ich konnte gerade den Umzug meiner neuen Ameisen in ihr neu gewÀhltes Nest beobachten. Aber nicht was ihr denkt...

Ich habe noch eine Kolonie! Sie sind mit dem Baumstamm gekommen und mit ein bis zwei Millimeter winzig klein. Ich nenne sie erstmal Minis, weil ich keine Ahnung habe, welche Art das sein könnte.

Als ich den Stamm das erste Mal zersĂ€gt habe, ist ein StĂŒck der Borke abgebrochen und darunter waren jede Menge aufgeregte Mini-Ameisen, die versuchten, ihre Brut zu retten. Offensichtlich haben sie die Wochen auf dem Balkon ĂŒberstanden. Vielleicht auch dank meiner Hilfe. Ich habe sie zweimal mit einem Tropfen Honig und kleinen Insekten gefĂŒttert. Ob sie davon aber etwas genommen haben, wusste ich nicht. Ich wollte sie aber wenn möglich in das neue Becken mitnehmen. Sie werden den großen Ameisen nichts tun. Kann ich mir zumindest nicht vorstellen. Und da ich einen Lebensraum gestaltet habe, der dem, aus dem sie kommen sehr Ă€hnlich ist, werden sie sich bestimmt wohl fĂŒhlen.

TatsĂ€chlich fĂŒhlen sie sich so wohl, dass sie nach zwei Tagen Erkundung mitsamt Brut umziehen. Als ich den kleinen, sich bewegenden Punkt gesehen habe, dachte ich natĂŒrlich sofort an eine Assel, aber es war dann doch eine der Minis mit einer Puppe. Spannend... Wo sie wohl hin will? Lange musste ich nicht warten. Sie haben sich einen Platz ausgesucht, den ich total gut beobachten kann: In einer Bucheckerschale direkt vorne an der Scheibe. Wie nett von ihnen. Und vor ihrem Nesteingang haben sie einen hellen Teppich (Laub) ausgerollt. Wie praktisch zum Beobachten! Die gefallen mir jetzt schon. Man sieht sie aber leider nur, wenn sie sich bewegen, ansonsten sind sie durch Farbe und GrĂ¶ĂŸe perfekt getarnt.

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An der rot markierten Stelle wollte ich eine Heuschrecke fĂŒttern. Dann habe ich die Bewegung gesehen und die Minimeise ist in die Buchecker (blau).

Leider nur unscharf, hier betritt sie gerade das Blatt mit ihrer Puppe.
Leider nur unscharf, hier betritt sie gerade das Blatt mit ihrer Puppe.
und hier ist sie direkt vor dem Eingang.
und hier ist sie direkt vor dem Eingang.
bei Tag und noch ohne Minis
bei Tag und noch ohne Minis

Die Heuschrecke habe ich stattdessen an einer anderen Stelle platziert, da wird in den nĂ€chsten Tagen viel los sein. Es gab auch noch ein paar MehlwĂŒrmer. Da bleibt sicher was fĂŒr die Minis ĂŒbrig. Und extra fĂŒr sie habe ich auch an drei Stellen einen Tropfen Honig ausgelegt. Ein Einzugsgeschenk! Woher sollen sie sonst Kohlenhydrate bekommen? LĂ€use gibt es (noch) nicht.

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Nach zwei Tagen machen sich die Pflanzen gut. Sie stehen jetzt alle aufrechter als beim Einzug und richten sich zum Licht aus. Ein gutes Zeichen. Nur ein kleiner Teil der Ranke an der RĂŒckwand scheint es nicht zu schaffen.

GrĂŒĂŸe vom Pinco

PS: Auch die Story der Nicos in diesem Becken ist noch nicht zu Ende. Ich habe jeden Tag mehrere wegpinzettiert. Heute Abend gleich fĂŒnf. Sobald das Licht ausgeht, kommen sie aus der RĂŒckwand und laufen an den Scheiben entlang. Sie wollen da raus. Ich lasse sie...



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