Moin,
super Thema! 
Gerade für Einsteiger ist das sehr interessant und hat bei mir am Anfang auch für große Fragezeichen gesorgt.
Letztendlich habe ich selber rum probiert.
Ich halte unterschiedliche Arten und habe beides, also Talkum und Öl (Paraffin) getestet.
Wie du es schon geschrieben hast, kann man Talkum auf unterschiedlichen Weisen auftragen und anmischen.
Trocken aufbringen war für mich immer doppelte Arbeit. Viel an Talkum ist direkt in die Arena gefallen und hat dafür gesorgt, dass ich anschließend die Arena etwas säubern musste. Schädlich soll es nicht sein, aber es ist unansehnlich.
Mit Wasser/ Isopropanol mischen war dann für mich die die Wahl was Talkum angeht.
Beides hat stark unterschiedliche Trocknungszeiten. Talkum mit Iso. habe ich ausschließlich zum Erstanstrich verwendet, da ich den Kolonien die Ausdünstungen ersparen wollte.
Zum schnellen ausbessern in einem kleinen Bereich, wird das denke ich kein Problem sein - Formicarium offen lassen!
Talkum hat Monate gehalten. Man konnte am Boden sehr gut die Ablaufspuren sehen, weil je größer die Kolonie wird, desto mehr versuchen neue Wege zu finden.
In Becken mit hoher Luftfeuchtigkeit braucht man Talkum gar nicht verwenden - So zumindest meine Erfahrung. Es bindet sehr schnell und ist dann unwirksam.
Letztendlich bin ich zum Öl gewechselt, da es mir persönlich einfacher fällt es aufzutragen und sorgt für weniger aufräumen. Wenn Talkum angemischt ist, ist es eine dickflüssige Paste die undurchsichtig ist und nimmt je nachdem wie breit man es macht, viel Sicht weg. Ich persönlich finde es auch nicht schön.
- Beim Öl (Paraffin) ist alles irgendwie leichter. Da würde ich es aber abhängig von der Art machen, wie häufig man erneuern muss. Es gibt denke ich keine Faustformel. Kolonien werden unterschiedlich stark agieren.
Paraffinöl kann beim zuviel auftragen Tropfen bilden, die dann die Scheibe runter laufen. Ähnlich wie beim malen.
Ich erneuere das Öl sporadisch alle 2-3 Monate leicht. Ausnahme sind zu starke Verschmutzungen, da komme ich gleich noch zu.
Ausnahmen mache ich bei Tetraponera und Pheidole. Die bekommen weniger als 4 Wochen.
Meine Tetraponera rufonigra Kolonie zeigt mir sehr stark wann und wo das Öl nachlässt. Da lasse ich auch sofort alles stehen und liegen und habe immer das Öl und Pinsel bereit. 
Mit weitem Abstand sind meine Pheidole sinica die Superhelden, was das Testen angeht. Die Kleinen Biester konnten über Talkum laufen! Ich habe es sehr häufig live beobachten können. Vielleicht habe ich beim Auftragen ein Fehler gemacht ... Ich habe Trocken und das Gemisch getestet, beides haben sie überwunden.
Ich bin zum Paraffinöl zügig gewechselt, was sie etwas länger aufhält. Das Problem beim Wechsel und einer sehr aktiven Kolonie ist, dass man am besten ein Ersatz Formicarium parat haben sollte. So habe ich es gehandhabt: Stopfen in den Schlauch, altes ab und neues ran. So konnte die Kolonie normal agieren. Die verbliebenen Ameisen mit einer Federstahl Pinzette ins neue übertragen. Pinsel ging auch gut bei super aggressiven Pheidolen. Sie haben den Pinsel als Feind angesehen und haben sich wie ein Terrier dran festgebissen.
Das Loslassen war dann immer ein Problem.
Meine Pheidole sinica überwinden aber mittlerweile auch das Öl indem sie fein säuberlich einen Weg mit Sandkörner oder Dreck/ Abfall bauen. Ich durfte vor kurzem bei den kleinen Biestern den ersten Ausbruch notieren. Die Damen hatten wohl großen Hunger.
Das war aber auch ein Zeichen, dass das Öl an der Stelle nachgelassen hat.
Neu einstreichen sehe ich weniger als Problem. Ich habe bei den meisten Formicarien ein Rahmen drauf. Lediglich manchmal eine Ameise am Schwamm nach dem auftragen.
Bei Tetraponera ist dann wieder Vorsicht geboten.
Ich habe viel Hobbyglas (Polystyrol) verwendet. Da habe ich bislang aber nur mit Paraffinöl Erfahrungen gemacht.
Gerade an Stellen wo auch der Kleber ist, verfärbt es sich leicht milchig durch das Öl.
Langer Text ... ich bin sehr gespannt auf weitere Erfahrungen der User.
Gruß Patrick