Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

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Joachim

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#1 Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

Beitrag von Joachim » 22. Dezember 2024, 16:23

Das Problem besteht leider schon seit der Jahrtausendwende, was in etwa die Geburt der populären Ameisenhaltung war. Haltung und Schutz der Ameisen lassen sich eben nicht vereinbaren, die Ameisenschutzwarte ist kein Verein für Ameisenliebhaber, sondern Naturschützer. Die meisten Mitglieder dort haben gar kein weitergehendes Interesse an den Ameisen selbst oder deren Haltung, sondern an Erhaltung von Arten und Biotopen. Ist das schlimm? Ich meine ganz klar nein.

Natürlich ist die Ameisenhaltung ein Weg für Menschen, zur DASW zu finden. Durch ihre harte Haltung gegenüber diesem Gebiet macht sich die DASW diese Tür für Neuzugänge dicht, und verbaut damit den einfachsten Weg, Neuzugänge anzuwerben. Das sieht aber nach einer ganz bewussten Entscheidung aus, da die DASW nie das Ziel hatte, "viral" zu werden, wie man heute so schön sagt. Es ist ein ehrenamtlicher Verein mit einem klaren Ziel, und da gehört Ameisenhaltung nicht rein.

Für den Gesetzgeber spielt die Meinung der DASW über den Handel keine Rolle. Es gab zahlreiche Versuche, Gesetzesänderungen zu bewirken, die aber ins Leere gegangen sind. Insofern wird die DASW auch in Zukunft den Ameisenhaltern ihr Hobby nicht verbieten können. Und diejenigen Liebhaber, die am aktiven Schutz interessiert sind, werden auch weiterhin bei der ASW offene Türen finden.



AfroIV
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#2 Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

Beitrag von AfroIV » 22. Dezember 2024, 17:56

Barristan, sind Sie nicht immer bemüht, Doppelmoral aufzuspüren und anzukreiden?
Würde eine Naturschutz-Organisation mit dem Ziel des Ameisenschutzes den ausufernden Ameisenhandel befürworten, wären Sie der Erste, der diese Organisation der DOPPELMORAL bezichtigen würde!
Im übrigen haben Sie das Recht, Ihre Meinung öffentlich zu äußern.
Das aber nur, wenn Sie dasselbe Recht jedem anderen Menschen, also auch den Mitgliedern der DASW zugestehen.
„Derzeit gibt es pläne die Haltung jeglicher Tiere zu verbieten, außer sie stehen auf einer Positivliste. Wer so etwas ignoriert, verliert am Ende.“
Meine Meinung: Das ist dringend erforderlich!! Sonst verliert am Ende die Natur.
– Anregung: Sie, Barristan, und die Händler, die am Handel verdienen wollen, bemühen sich um die erforderlichen Nachweise dafür, dass Ameisenarten a) harmlos und b) hinreichend ungefährdet sind, so dass sie für die Positivliste qualifiziert sind. (Verursacherprinzip)

Frohe Weihnachten!
Afro



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Serafine

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#3 Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

Beitrag von Serafine » 22. Dezember 2024, 20:07

Auch in vielen Befragungen zur Beliebtheit von Tieren (siehe Kapitel 10.3 ) rangieren die typischen Angst- und Ekeltiere an den letzten Stellen: Ratten und Spinnen (Collins 1976), Schlangen, Wespen, Ratten und Skorpione, aber auch (etwas weniger) wilde Tiere wie Bären und Wölfe (Kellert/Westerveld 1983). Bei Bögeholz und Rüter (2004, S. 87) werden bei Kindern ab 11 Jahren bezüglich Ekel zusätzlich Zecke, Assel, Qualle, Tausendfüßler, Käfer und Ameise genannt. Bullen, Schlangen, Wespen, Zecken, Ratten, Bienen, Hunde und Spinnen sind die größten Angstauslöser. Nach Klingenberg (2012, S. 125) werden Spinnen, Regenwürmer, Schnecken und Hornissen nicht als niedlich empfunden, sondern eindeutig als eklig. In der Studie von Nolte (2002) über „Lieblings- und Hasstiere“ gehören die Ratte und die Spinne zu den unbeliebtesten Tieren. Nach Krohn (2000) sind in der 4. Klasse die unbeliebten Tiere entweder Nutztiere oder Wirbellose. Die Ablehnung gegenüber den meisten Insekten ist gut belegt (Prokop et al. 2010, 2011, Prokop/Fančovičová 2012), was im Übrigen für die Diskussion um Biodiversität durchaus ein Problem darstellt.
(Gebhard 2020)


InsektenStudie.png
(Schrenk 2019)


Nur mal so als Denkanstoß.



AfroIV
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#4 Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

Beitrag von AfroIV » 22. Dezember 2024, 20:52

Zu Barristan: KEINE ANTWORT!

Zu Serafine:
Die DASW-Landesverbände machen Führungen mit Kindern und Eltern zu Waldameisen-Kolonien, mit großem Erfolg und Begeisterung bei den Teilnehmer/innen.
Ein ausführlich dokumentiertes Beispiel: https://forum.ameisenschutzwarte.de/viewtopic.php?t=178
Zum Abbau von Befürchtungen ist der Verbrauch Hunderttausender von Ameisenköniginnen aus der Natur und aus dem fernen Ausland absolut unnötig.
Der Tod so vieler Ameisen oft bereits kurz nach Ankunft oder etwas später nach "liebevoller" Betreuung ist für Kinder ziemlich schockierend.

MfG,
Afro



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#5 Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

Beitrag von Lifestyler94 » 22. Dezember 2024, 23:16

Ich wünsche AfroIV, der ASW - und dem Ameisenforum trotzdem einen schönen 4.ten Advent und eine besinnliche Weihnacht.

Auf ein besseres Jahr + und mehr Liebe zur Haltung von Ameisen.

Mit freundlichen Grüßen + viel Spaß bis die Moderation / die Administration das Thema wieder kassiert.
Erik Veith Martens



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Serafine

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#6 Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

Beitrag von Serafine » 23. Dezember 2024, 14:43

AfroIV
22. Dezember 2024, 20:52
Zu Serafine:
Die DASW-Landesverbände machen Führungen mit Kindern und Eltern zu Waldameisen-Kolonien, mit großem Erfolg und Begeisterung bei den Teilnehmer/innen.
Ein ausführlich dokumentiertes Beispiel: https://forum.ameisenschutzwarte.de/viewtopic.php?t=178
Genau, die paar Führungen im Jahr haben bestimmt einen großen Einfluss auf die Gesamtheit der Millionen Kinder im Land, die niemals in ernsthaft Kontakt mit Insekten kommen.
Wie hoch darf der Elfenbeinturm bitte sein?

Die Arbeit der DASW an diesem Bereich in allen Ehren - Kindern Ameisen in der Natur nahezubringen ist gut und wichtig - aber das ist nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein, das ist ein Tropfen, der verdampft ist, bevor er überhaupt den Boden berührt.

AfroIV
22. Dezember 2024, 20:52
Zum Abbau von Befürchtungen ist der Verbrauch Hunderttausender von Ameisenköniginnen aus der Natur und aus dem fernen Ausland absolut unnötig.
Der Tod so vieler Ameisen oft bereits kurz nach Ankunft oder etwas später nach "liebevoller" Betreuung ist für Kinder ziemlich schockierend.
Das Verschenken von Tieren sehe ich durchaus kritisch, das ist aber bei weitem kein Problem das sich auf Ameisen beschränkt - und Ameisenhaltung ist ein solches Nischenhobby innerhalb eines Nischenhobbies innerhalb eines Nischenhobbies, dass ich sehr ernsthaft bezweifle, dass wir hier wirklich von "Hunderttausenden von Ameisenköniginnen" reden (ganz besonders wenn man einheimische Arten wie Lasius niger rausrechnet, von denen mit Sicherheit jedes Jahr mehr Königinnen von unachtsamen Fußgängern plattgetreten werden als in der Haltung landen). So groß ist der (mittlerweile bereits massiv übersättigte) Markt schlicht nicht. Dazu würde ich wirklich gerne mal belastbare Zahlen sehen.

Ich bin durchaus auch der Meinung, dass wir hier keine Ameisen aus Australien oder Südamerika brauchen (genauso wenig wie Reptilien oder Vögel), aber Ameisenhaltung komplett verbieten zu wollen bringt niemandem was, im Gegenteil. Ist einem die Insektenwelt wirklich wichtig, sollte man sich viel mehr dafür engagieren, dass in Kindergärten, Schulen und Hochschulen DAUERHAFT mehr Arthropoden (nicht nur Ameisen) gehalten werden - das wird sogar von diversen Wissenschaftlern empfohlen, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen - damit mehr als eine Handvoll Kinder eine realistische Chance hat eine positive Beziehung zu diesen Tieren aufzubauen (und nein, das passiert nicht innerhalb einer Führung - die haben die meisten Kinder schon eine Woche später wieder vergessen).


Meine Ameisen waren übrigens vor kurzen "Botschaftertiere" an einer Universität und es ist wirklich ERSCHRECKEND wie wenig viele 20-30-Jährige heute über Ameisen wissen.
Viele waren erstmal vollkommen erschlagen davon wie RIESIG die Camponotus sind (die meisten hatten noch nie so große Ameisen gesehen) und eine auf die Hand zu nehmen hat sich von den Studies niemand getraut (nur eine Dozentin).
Dann gab es noch so Aussagen wie "Oh, die Kleinen sind Babyameisen!" (keine Ahnung davon, dass es bei Ameisen Larven gibt) oder die Annahme, das die gezeigten Lasius niger (sowie alle anderen Ameisen auf der Welt) Körner und Baumsamen fressen.
Das war wie bereits angemerkt an einer HOCHSCHULE.

Bei einem solchen Informationsstand braucht es einiges mehr als ein paar Führungen oder Informationstage im Jahr, dafür braucht es dauerhaften direkten Kontakt der Kinder und Jugendlichen mit Arthropoden in ihrer unmittelbaren Lebensumgebung. Umso dringender, wenn man sich mal die aktuellen Zahlen anschaut, die ziemlich gut zeigen, dass es hier in absehbarer Zukunft viele Insektenarten - und damit auch viele Reptilien- und Vogelarten - nicht mehr geben wird. Da ist es am Ende irgendwann auch komplett egal, wie viele aus ihrem natürlichen Umfeld entnommen werden, wenn das natürliche Umfeld nicht mehr existiert, weil sich keiner um die Tiere schert.
In einer solchen Gesamtsituation ein komplettes Haltungsverbot auch einheimischer/europäischer Arten zu fordern, beweist lediglich, wie komplett hier der Kontakt zur Realität verlorengegangen ist.



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#7 Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

Beitrag von AfroIV » 23. Dezember 2024, 18:08

Hallo Serafine,

„Barristan“ hat ja freundlicherweise die wesentlichen Beiträge von mir im AAM verlinkt, 23.12.2024 um 12:26
https://www.ameisenschutzwarte.de/risik ... seneinfuhr (um 2002)
https://www.formicarium.it/docs/buschinger.pdf (2004)
Man hat auch schon einmal probiert den Handel und die Haltung einzuschränken:
https://ameisenwiki.de/index.php/Zeitsc ... senimporte (2007)

Wenn Sie sich schon mit der Angelegenheit befassen, möchte ich Sie nur bitten, diese Beiträge selbst zu lesen, nicht durch die Sichtweise von Barristan gefiltert!
Zu Bedenken ist auch, dass es sich um ca. 20 Jahre alte Ausführungen handelt.

Damals wurden wir von den zuständigen Behörden abgewimmelt. Leider ist das nicht ungewöhnlich: Bis der Behördenapparat aktiv wird, ist es zu spät! – Ich beziehe mich auf andere Tiere und auch auf Pflanzen. Immer wieder wird über irgendwelche Neophyten oder Neozoen berichtet, gegen die man vorgehen möchte, aufwändig, und doch letztlich erfolglos. Wobei wir ja auch aus den Erfahrungen anderer Länder lernen KÖNNTEN.

Etwas früher, um 2000, liegt der Beginn des kommerziellen Ameisenhandels.
Sie schreiben: „Meine Ameisen waren übrigens vor kurzen "Botschaftertiere" an einer Universität und es ist wirklich ERSCHRECKEND wie wenig viele 20-30-Jährige heute über Ameisen wissen.“
„HEUTE“! Die zahllosen Ameisen, die in fast 25 Jahren auf Lieferwegen und in der Haltung verendet sind, haben also ebenso wenig Wissen über Insekten vermittelt wie die Ihrer Meinung nach unzulänglichen Veranstaltungen der DASW. Medienbeiträge über „Niedere Tiere“ und besonders Ameisen strotzen von falschen Angaben. Kritik wird abgebügelt oder zumeist ignoriert.

Ich stehe nach wie vor zu meinen vor 20 Jahren gemachten Angaben und Einschätzungen. Was damals nicht erwähnt wurde, sind die zahllosen Täuschungsversuche von Verkäufern und Händlern den Kunden gegenüber, falsche Namen, Herkunftsangaben, Haltungsempfehlungen etc., was zu sehr vielen Verlusten von Ameisen geführt hat und führt. Beispiele sind in allen Foren zu finden, siehe Haltungsberichte. Es sollte doch zum NUTZEN der Halter sein, wenn ich davor immer mal wieder gewarnt habe, oder??

Betr. der Haltung einheimischer Ameisenarten könnte eine „Positivliste“ vernünftig sein; sie löst allerdings nicht das Problem, dass längst nicht alle Sammler und Händler in der Lage sind, schwer bestimmbare Arten zu unterscheiden. Weitere Ausbreitung bereits etablierter invasiver Arten könnte damit auch nicht verhindert werden.

Mit meinen 84 Jahren bin ich inzwischen zu alt, um mich noch intensiv im Naturschutz einzubringen. Gefragt sind die jüngeren Generationen, sich aktiv für Schutz und Erhaltung IHRER Umwelt und Natur einzusetzen. Die früheren Bemühungen meiner Generation niederzumachen dürfte da kaum erfolgversprechend sein.

Ich wünsche ein schönes Weihnachtsfest
A. Buschinger



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Serafine

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#8 Ameisenschutzwarte weiterhin gegen Ameisenhandel und Haltung exotischer Ameisen

Beitrag von Serafine » 23. Dezember 2024, 23:31

AfroIV
23. Dezember 2024, 18:08
Zu Bedenken ist auch, dass es sich um ca. 20 Jahre alte Ausführungen handelt.
Was keinen Unterschied macht, da sie ja noch immer als valide betrachtet werden.
AfroIV
23. Dezember 2024, 18:08
Damals wurden wir von den zuständigen Behörden abgewimmelt. Leider ist das nicht ungewöhnlich: Bis der Behördenapparat aktiv wird, ist es zu spät! – Ich beziehe mich auf andere Tiere und auch auf Pflanzen. Immer wieder wird über irgendwelche Neophyten oder Neozoen berichtet, gegen die man vorgehen möchte, aufwändig, und doch letztlich erfolglos. Wobei wir ja auch aus den Erfahrungen anderer Länder lernen KÖNNTEN.
Und was hat das jetzt mit der Haltung einheimischer und definitiv nicht invasiver Arten zu tun?
AfroIV
23. Dezember 2024, 18:08
Sie schreiben: „Meine Ameisen waren übrigens vor kurzen "Botschaftertiere" an einer Universität und es ist wirklich ERSCHRECKEND wie wenig viele 20-30-Jährige heute über Ameisen wissen.“
„HEUTE“! Die zahllosen Ameisen, die in fast 25 Jahren auf Lieferwegen und in der Haltung verendet sind, haben also ebenso wenig Wissen über Insekten vermittelt wie die Ihrer Meinung nach unzulänglichen Veranstaltungen der DASW. Medienbeiträge über „Niedere Tiere“ und besonders Ameisen strotzen von falschen Angaben. Kritik wird abgebügelt oder zumeist ignoriert.
Die Veranstaltungen des DASW habe ich hier überhaupt nicht als unzulänglich bezeichnet. Die sind gut so wie sie sind, aber sie reichen halt nicht.
Was Kritik angeht, habe ich da durchaus positive Erfahrungen machen können, es kommt halt sehr darauf an, wie man auf die Leute zugeht. Gerade viele der kleineren Ameisenshops freuen sich über praktische Informationen von Haltern. Die "Problemshops" sind dieselben, die es auch schon vor 10 Jahren waren. Und was Massenmedien angeht, naja... jeder, der sich mal eine Folge Galileo angeschaut hat, weiß, dass da nicht viel zu erwarten ist (und das unabhängig vom Thema).

Im übrigen war KEINE EINZIGE der beteiligten Personen Ameisenhalter/in oder kannte jemanden der/die Ameisen hält (wenn überhaupt Arthropoden, dann maximal Vogelspinnen) - das eine hat also mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.
Meiner Erfahrung nach haben 99% der Leute überhaupt keine Ahnung davon, dass man Ameisen überhaupt halten KANN und offline habe ich in den letzten 10 Jahren genau EINEN anderen Ameisenhalter zufällig getroffen.
So verbreitet ist Ameisenhaltung wirklich nicht.

(Ich weiß an der Stelle auch aus direkter Quelle, dass die Anzahl der Permit-Anträge für Asseln in den USA die Permit-Anträge für Ameisen um mehr als das Hundertfache übersteigt und auch in Deutschland sind Asseln populär genug, dass man sie bei fast allen größeren Insektenshops in allen möglichen ausgefallenen Farbvarianten kaufen kann und die wenigsten davon sind als Futtertiere gedacht - darf jetzt jeder selbst darüber nachdenken, wie viele Asselhalter er/sie kennt).


Auf Privathaltung bin ich in diesem Argumentationsstrang garnicht eingegangen, aber wo wir gerade dabei sind - was haben denn all die Leute, die sich ach so furchtbar über all die sterbenden Ameisenkolonien aufregen, in den letzten 25 Jahren getan, um Neuhalter in eine bessere Startposition zu bringen? Wenn man schon beklagt, dass hier sinnlos Tiere sterben, weil die Mehrheit der Neuhalter keine Ahnung hat, warum versucht man dann nicht an dieser Stelle was zu tun und dabei vielleicht auch die Entwicklung in eine bessere Richtung zu lenken?
Die ganze Argumentation hier gibt mir so ein bisschen PETA-Vibes.
AfroIV
23. Dezember 2024, 18:08
Ich stehe nach wie vor zu meinen vor 20 Jahren gemachten Angaben und Einschätzungen. Was damals nicht erwähnt wurde, sind die zahllosen Täuschungsversuche von Verkäufern und Händlern den Kunden gegenüber, falsche Namen, Herkunftsangaben, Haltungsempfehlungen etc., was zu sehr vielen Verlusten von Ameisen geführt hat und führt. Beispiele sind in allen Foren zu finden, siehe Haltungsberichte. Es sollte doch zum NUTZEN der Halter sein, wenn ich davor immer mal wieder gewarnt habe, oder??
Also was Täuschungsversuche angeht fallen mir da relativ wenige Namen ein, und das sind auch die, die immer und immer wieder in diesem Zusammenhang auftauchen.
Was falsche Haltungsempfehlungen, usw. angeht - wen wundert es. Die "Wissenden" verschanzen sich in ihrem Elfenbeinturm und beklagen die ach so schlimme Welt, während die Halter selbst mühsam langsam aktiv eine Wissensbasis aufbauen, um genau solche Fälle zu minimieren - und dann beschweren sich die Elfenbeinturmbewohner auch noch, warum sie im Diskurs überhaupt keine Rolle spielen und keiner auf sie hört. Wie kann das nur passieren, es ist ein Mysterium, das wir wohl nie enträtseln werden...
AfroIV
23. Dezember 2024, 18:08
Betr. der Haltung einheimischer Ameisenarten könnte eine „Positivliste“ vernünftig sein; sie löst allerdings nicht das Problem, dass längst nicht alle Sammler und Händler in der Lage sind, schwer bestimmbare Arten zu unterscheiden. Weitere Ausbreitung bereits etablierter invasiver Arten könnte damit auch nicht verhindert werden.
Eine Negativliste für Problemarten (oder auch Arten mit einem realistischen Problempotential) reicht vollkommen aus, genau das passiert ja gerade zumindest in Teilen auch schon. Ist auch realistisch durchzubekommen, ein komplettes Haltungsverbot befürworten nicht mal die meisten Naturschützer.
AfroIV
23. Dezember 2024, 18:08
Mit meinen 84 Jahren bin ich inzwischen zu alt, um mich noch intensiv im Naturschutz einzubringen. Gefragt sind die jüngeren Generationen, sich aktiv für Schutz und Erhaltung IHRER Umwelt und Natur einzusetzen. Die früheren Bemühungen meiner Generation niederzumachen dürfte da kaum erfolgversprechend sein.
Sich fundamentalistisch diametral zu denen zu positionieren, die sich am meisten für Insekten und sonstige "eklige Krabbelviecher" interessieren, klingt mir jetzt aber auch nicht wirklich erfolgsversprechend oder zukunftsfähig.



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