Heute ist Sylvester. Nach einem halben Jahr Funkstille wird die Zeit für einen
Abschlussbericht 2012 nun plötzlich knapp. Dabei habe ich die Saison so motiviert angefangen. Eine neue Felswand, ein weiteres Becken, neues Licht, eine Webcam und Ameisen, die nicht müde werden mich zu unterhalten. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Und so glanzlos ging es nach meinem letzten Eintrag weiter:
Das Formikarium leidet mit jedem Monat mehr unter seinen Bewohnern. Überall vermischen sich Abfälle mit Nestaushub und die Pflanzen verzeihen den Licht- und Wassermangel nicht. Herrscharen von Ameisen verhindern eine vernünftige Säuberung der Becken. Im Gegenzug verteilen sie überall feuchte Blumenerde, sobald ich mal die Pflanzen gieße. Das Volk hat einen beachtlichen "kollektiven Stoffwechsel". Sie verbrauchen viele Ressourcen und produzieren eine Menge Abfälle. Dem entsprechend sehen die Becken aus

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Die altersschwachen Ameisen sterben zu Hauf. Vermutlich jene, die ich vor ein paar Jahren mit Namen kannte, als das Volk noch überschaubarer war. Und sie bleiben nicht allein. Dutzende, ja hunderte alte ausgediente Körper verzieren im Laufe der Wochen die Teile der Anlage die ich kaum erreichen kann. Am schlimmsten ist es in der Plexiglasröhre unter meinem Monitor. Das ist nicht schön. Weder für mich, noch für die Ameisen. Irgendwie ist das alles frustrierend.

Je näher ich dem Saisonende komme, desto mehr lebt eine dunkle Vorahnung in mir auf. Werden mir selbst die langsam wachsenden Camponotus ligniperdus irgendwann über den Kopf wachsen? Sie sind definitiv noch gut zu halten, aber meinen Ansprüchen an eine gepflegt und optisch ansprechende Anlage kann ich mit so einem großen Volk immer weniger gerecht werden. Eine expansivere Art, die sich schneller oder das ganze Jahr über vermehrt, müsste ich sicher aufgeben.
Gut, dass jetzt erst mal
Winterruhe ist. Das gibt mir Zeit zum durchatmen. In der nächsten Saison werde ich einige Änderungen vornehmen, die mir den Alltag etwas erleichten und die Optik nachhaltig verbessern, z.B. fester Bodengrund (der sich auch mal absaugen lässt), Pflanzen aus Kunststoff und ein Nest in dem die Ameisen nicht mehr graben können. Dann ist erst mal Schluss mit dem Chaos und 2013 wird dann alles besser. Hoffentlich.

Guten Rutsch euch allen!
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