Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmeciinae
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#25 AW: Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 28. Juni 2009, 14:25

28.06.2009

Noch mehr Geschlechtstiere.

Inzwischen sind wieder weitere Männchen und auch wieder Jungköniginnen geschlüpft.
Es werden immer wieder Geschlechtstiere aufgezogen. Die entsprechenden Larven sind deutlich größer, genauso wie die Puppen.
Scheint nicht viel Sinn zu machen ständig Geschlechtstiere aufzuziehen. Wie soll das mit dem Schwarmflug denn klappen, wenn ständig wieder neue Tiere dazu kommen und die alten schon lange aus dem Nest sind.
Ich glaube nicht, dass dies in der Natur auch so ist. Denke da eher an ein haltungsbedingtes Fehlverhalten.
Bin gespannt wie das weitergeht. Ich kann leider nicht sagen ob und wie viele Arbeiterinnen schlüpfen. Die lassen sich so schlecht zählen.
Na ja, werde mal weiter beobachten.

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#26

Beitrag von swagman » 22. Oktober 2009, 20:37

22.10.2008

Umzug in neues Becken.

Ich habe die Myrmecia chrysogaster letzte Woche in ein anderes Becken umziehen lassen.
Dieses Becken ist ein 40x30x25 cm großes Falltüren-Terrarium. Das neue Ytong-Nest ist liegend und 20x30 cm groß.

Warum der Umzug, wenn doch im alten Becken alles recht gut gelaufen ist?
Nun, zum einen wollte ich ein neues Nest anbieten, in welchen man die Tiere besser beobachten und später auch Fotografieren kann.
Zum anderen war das alte Becken etwas zu groß für diese Art. Die Kolonie wird nicht sehr groß und diese Ameisen furagieren auch nicht sonderlich häufig. Zudem lässt sich in dem neuen Becken die Feuchtigkeit etwas besser regulieren.
Vermutlich ist auch das neue Nest viel zu groß für diese Art, genauso wie ihr altes, aber so haben sie wenigstens die Möglichkeit sich noch etwas auszubreiten. Überflüssige Kammern werden eh entsprechend zugemüllt.

Bilder gibt es erst in einem weiteren Beitrag, da ich die Ameisen vorerst nicht stören möchte bis sie sich eingelebt haben. Sie sollen sich erstmal an ihr neues Nest gewöhnen und nicht gleich wieder gestört werden.


Vorbereitung auf die Winterruhe.

Die Ameisen bereiten sich gerade auch wieder auf die Winterruhe vor, was den Umzug etwas erleichtert hat.
Brut ist nur noch in Form einiger weniger Puppen vorhanden.
Die Eiablage hat die Königin schon vor einiger Zeit eingestellt, so dass sich eben inzwischen alle Brut verpuppt hat.
Sobald die Puppen geschlüpft sind, werde ich die Tiere wieder kühl stellen.
Letztes Jahr hat die Königin dann nach etwa drei Monaten wieder angefangen Eier zu legen, ohne dass sie warm gestellt wurden.


Ansonsten haben sie jetzt am Jahresende doch noch einige Arbeiterinnen aufgezogen, aber auch bis zu letzt noch Geschlechtstiere.
Habe beim Umzug noch einige geflügelte Jungköniginnen und auch deren Puppen entfernt. Männchen wurden dagegen die letzten Monate keine mehr aufgezogen.
Die bereits entflügelten Jungköniginnen musste ich im Nest belassen, da ich nicht erkennen kann welches von den Tieren die Altkönigin ist.
Somit besteht die Kolonie im Moment aus etwas 50 Arbeiterinnen, einigen Königinnen und noch 8 Puppen.

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#27

Beitrag von swagman » 21. November 2009, 15:59

21.11.2009

Die Myrmecia haben sich gut im neuen Becken und Nest eingelebt.
Inzwischen sind auch die restlichen Puppen alle geschlüpft, so dass ich die Kolonie nun langsam ins kühle bringen kann.

Hier ein Bild aus dem neuen Becken mit dem liegenden Ytong-Nest:
Bild

Die Ameisen bilden langsam eine Art "Wintertraube". Diese ist aber recht locker und wird auch immer wieder aufgelöst und neu gebildet.

Bild

Hier noch ein etwas älteres Bild mit den letzten Puppen:

Bild


Dann kann ich noch von einem Versuch berichten, welchen ich bei dieser Art durchgeführt haben.

Versuch.

Während des umsetzen der Kolonie entnahm ich gleich die größeren Geschlechtstierpuppen, um das Volk zu entlasten.
Der größte Anteil der Puppen stand schon kurz vor dem Schlupf, man konnte deutlich die schwärzlichen Puppen durch den Kokon sehen.
Diese Puppen gab ich in einem kleinen Behälter, da ich wissen wollte ob die Tiere sich selbstständig aus dem Kokon befreien konnten.
Tatsächlich schafften dies auch einige der Jungköniginnen, welche nach einigen Tagen im Becken saßen. Allerdings konnten alle selbst geschlüpften Tiere ihre Flügel nicht richtig entfalten. Diese waren noch verkümmert und mit Resten der Puppenhaut verklebt.
Vermutlich säubern die Arbeiterinnen die Geschlechtstiere im Normalfall, damit diese ihre Flügel ungehindert entfalten können.
Damit ist jedenfalls bewiesen, dass Myrmecia chrysogaster sich trotz ihrer langen Mandibeln selbständig aus ihrem Kokon befreien können.

Ich weiß von ähnlichen wissenschaftlichen Versuchen besonders bei ponerinen Arten, da mir aber bei Myrmecia nichts derartiges bekannt ist, habe ich es eben mal selbst versucht. Allerdings eben mit den Puppen von Geschlechtstieren. Die Puppen von Arbeiterinnen sind mir zu wertvoll für einen solchen Versuch.

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#28

Beitrag von swagman » 29. November 2009, 16:46

29.11.2009

Winterruhe abgebrochen?

Ich wollte die Kolonie in eine kühlere Umgebung bringen, aber ich werde sie jetzt doch lieber warm durchhalten. Obwohl die Kolonie wie letztes Jahr auch mit fallenden Temperaturen die Aufzucht von Brut eingestellt hatte, habe sie jetzt wieder Eier im Nest.
Das Problem liegt in der zu warmen Aussentemperatur. Dadurch ist auch die Temperatur in meiner Dachwohnung recht hoch. Bei Sonnenschein steig diese auf 22-24°C.
Die Aktivität der Ameisen ist auch deutlich gestiegen. Es sind sehr viel mehr Tiere in der Arena unterwegs und besuchen das Zuckerwasser.

Ich vermute, dass diese Ameisenart nicht unbedingt eine lange Diapause braucht, oder aber auch ganz darauf verzichten kann.
Meine Tiere kommen aus den Subtropen, haben aber ein recht großes Verbreitungsgebiet. Vermutlich sind sie so veranlagt, dass sie in Gebieten mit deutlicher winterlicher Abkühlung eine Winterpause einlegen. Leben sie dagegen in wärmeren Gefilden, schienen sie auch auf diese Pause verzichten zu können.
Problematisch war die letzte Winterruhe ja auch. Die Kolonie hat das gesamte Jahr hindurch Geschlechtstiere produziert. Ein in meinen Augen falsches Verhalten.
Arbeiterinnen wurden nur einige wenige am Jahresende aufgezogen. Dadurch ist die Kolonie nicht gewachsen.
Für mich ein deutliches Zeichen für einen Haltungsfehler.

Aus diesem Grund hab ich mich auch entschlossen, die Kolonie jetzt im warmen zu lassen. Die Königin hat ja auch schon seit über 2 Monaten keine Eier mehr gelegt, also eine kleine Pause gehabt. Vielleicht war die Winterruhe letztes Jahr auch zu lang?
Ist nicht immer einfach, wenn man selber die Erfahrungen mit solchen Exoten machen muss. Aber das mach ja auch den Reiz an der Sache aus.
Wobei ich von weiteren Haltern dieser Art weiß, welche ihre Völker komplett ohne Winterruhe gehalten haben oder halten. Darum war es auch für alle eine solche Überraschung, dass meine Tiere die Brutaufzucht eingestellt haben.
Mal sehen wie sich das Ganze noch entwickelt. Hinterher ist man ja immer schlauer, also mal warten was sich tut und dann die hoffentlich richtigen Schlüsse daraus ziehen.

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#29

Beitrag von swagman » 8. Dezember 2009, 16:54

08.12.2009

Brutaufzucht wieder aufgenommen.

Wie vermutet hat die Königin weitere Eier gelegt.
Damit sich die Brut nun auch gut entwickeln kann, hab ich das Becken in ein wärmeres Zimmer umgestellt. Am bisherigen Standort kühlte es nachts nun doch endlich, aber zu spät, auf nur noch 18°C runter. Am jetzigen Platz hält sich die Temperatur bei 20-24°C.

Leicht ist mir die Entscheidung nicht gefallen, aber ich vertraue mal einfach auf mein Gefühl. Das hat mir bisher bei der Ameisenhaltung auch sehr gut geholfen.
Ein kurze Unterbrechung gab es ja und wenn sie jetzt hoffentlich wieder Arbeiterinnen aufziehen sollte es auch passen. Aber genaueres kann ich wohl erst in 2 Monaten sagen wenn die Imagines schlüpfen.

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#30

Beitrag von swagman » 10. Dezember 2009, 16:17

[b]10.12.2009[/b]

[b]Kleine Videos meiner Süßen. [/b]

Hab die kleinen erwischt, als die besonders aktiv waren. Seit einigen Tagen sind sie dabei den Nesteingang mit allerlei Material zu dekorieren und zu tarnen. Sieht man auf dem Video denke ich ganz gut.
[youtube]<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/d5DfK-D4QGs&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/d5DfK-D4QGs&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object>[/youtube]

Hier ein kleiner Einblick ins Nest.
[youtube]<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/jC4ZHjP73sI&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/jC4ZHjP73sI&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object>[/youtube]
Die Arbeiterinnen sind um die Eier versammelt. Die Königin kommt aus einer anderen Kammer hinzu, man kann gut erkennen wie die Arbeiterinnen vor ihr zurückweichen. Dieses Verhalten ist nur der Altkönigin gegenüber zu beobachten. Dadurch lässt sich die Altkönigin immer erkennen, selbst wenn Jungköniginnen ohne Flügel im Nest sind.


Abgesehen davon, dass noch immer neue Eier hinzukommen, gibt es natürlich nichts weiteres zu berichten. Dauert ja auch etwas bis die Brut sich entwickelt.

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#31 AW: Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 4. Februar 2010, 10:35

04.02.2010

Brutaufzucht verzögert.

Leider hat sich die Brut nicht so gut entwickelt während meiner Abwesenheit.
Diese Arten sind etwas schwierig, besonders wenn man keine Erfahrungen in der Ameisenhaltung hat. Gerade was die richtige Nestbefeuchtung und die Futterversorgung angeht.
Ich bin aber schon froh, dass ich überhaupt eine Urlaubsvertretung gefunden habe. Bei so einem Hobby nicht einfach.

Im Moment befindet sich nur eine große Larve und etwa 5-6 sehr kleine Larven im Nest. Dafür aber auch 8-10 Eier.
Eigentlich müssten schon Puppen vorhanden sein, aber ich denke das kann die Kolonie verschmerzen. Wenn auch einige Arbeiterinnen eingegangen sind. Das Nest war etwas zu trocken.
Die Entwicklung sollte aber nun wieder normal verlaufen und dann wird sich zeigen wie sich das Volk dieses Jahr entwickelt. Hoffentlich werden Arbeiterinnen aufgezogen und nicht wieder so viele Geschlechtstiere.

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#32 AW: Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 12. August 2010, 16:36

12.08.2010

Leider gab es auch dieses Jahr das gleiche Problem nach der Winterruhe wie beim letzten mal. Es wurden bisher nur Geschlechtstiere aufgezogen.
Die Königin legte allerdings deutlich mehr Eier als je zuvor, nur leider nützte dies nichts. Inzwischen ist die Kolonie sehr geschrumpft, es sind kaum noch 20 Arbeiterinnen vorhanden.
Zum Glück werden momentan aber allem Anschein nach endlich Arbeiterinnen aufgezogen. Die neuen Puppen sind sehr klein und dürften daher auch keine Männchen enthalten.
Auch das Verhalten der Ameisen ändert sich nun deutlich, so konnte ich beobachten wie nach und nach die noch im Nest verbliebenen Jungköniginnen angegriffen und schließlich aus dem Nest vertrieben werden.
Da alle keine Flügel haben lässt sich allerdings nicht feststellen welches die Altkönigin ist. Jedoch ist immer eine Königin an den übergriffen beteiligt und sticht dabei die jeweilige von den Arbeiterinnen festgehaltene Königin.

Da die bisherigen Haltungsbedingungen offensichtlich nicht passen, habe ich beschlossen diese nun zu ändern.
Dazu habe ich unter einer hälfte des Nestes eine Heizmatte angebracht die diesen Bereich Thermostatgesteuert auf 24 - 26°C beheizt. Dadurch soll vermieden werden das die Königin das Eierlegen einstellt, was bisher immer passierte wenn die Temperatur auf unter 20°C gefallen ist. Diesen Winter werde ich die Winterruhe ausfallen lassen und hoffe, dass dadurch die Anzahl der Arbeiterinnen wieder steigt.
Ausserdem wurde zusätzlich noch das Substrat ausgetauscht, da sich im Alten zu viele Futterreste angesammelt hatten.

Gesperrt

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