Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmeciinae
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#33 AW: Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 11. Oktober 2010, 19:06

11.10.2010

Milben und andere Probleme.

Leider musste ich am 25.09.2010 einen massiven Milbenbefall bei diesem ohnehin schon problematischen Volk feststellten.
Als erstes habe ich die Ameisen aus ihrem alten Becken gefangen und alle einzeln abgebürstet, dabei konnte ich die meisten Milben auch beseitigen.
Anschließend überführte ich die Ameisen in ein kleines steriles Becken mit einem Reagenzglas-Nest und Küchenkrepp als Bodenbelag, um sie so trocken wie nur möglich halten zu können. Lediglich ein Napf für Zuckerwasser und einer für Wasser steht den Ameisen ansonsten zur Verfügung.
Diese Aktion war recht erfolgreich, es sind kaum noch Milben zu entdecken. Leider überlebten aber einige der Arbeiterinnen die Prozedur nicht und das Volk ist noch stärker geschrumpft.
Dann gibt bzw. gab es auch noch Kämpfe zwischen den Königinnen. Ich vermute, dass die Altkönigin die Jungen vertreibt und totsticht, kann aber natürlich nicht sicher sein.
Inzwischen lebt jedenfalls nur noch eine Königin im Volk, ich hoffe doch sehr das dies die Altkönigin ist. Da allerdings schon wieder Eier im Reagenzglas sind gehe ich schwer davon aus.
Als weitere, erfolgreiche Methode die Milben endgültig zu vernichten erwies es sich, die Ameisen und auch das Becken mit einem Mittel namens "Biosa Pet" einzusprühen. Zumindest bei meinen Myrmecia fulvipes Volk habe ich damit die Milben erfolgreich bekämpfen können.
Das Mittel wird für eine schnelle Wirkung 1 zu 1 mit Wasser gemischt und direkt an den Tieren und auch im Nest angewendet. Ansonsten kann man es stärker verdünnt auch regelmässig zum befeuchten der Nester und zum besprühen der Becken anwenden, um hoffentlich ein erneutes aufkommen der Milben zu unterbinden.

Jetzt heißt es einmal mehr abzuwarten ob sich das Myrmecia chrysogaster Volk erholt und die Volksgröße wieder zunimmt. Die Winterruhe lasse ich dieses Mal ausfallen, damit sich die Kolonie so schnell wie möglich erholen kann. Ich hoffe auch immer noch darauf, dass der Ausfall der Winterruhe das Problem mit den Geschlechtstieren löst.

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#34 AW: Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 23. März 2011, 16:36

23.03.2011

Ende der Kolonie?

Leider hat sich das Volk nicht erholt.
Die Königin hat zwar noch eine Zeitlang Eier gelegt, allerdings sind aus diesen keine Larven geschlüpft. Gut möglich, dass es nicht die Altkönigin ist sondern einer ihrer Töchter welche nur unbefruchtete Eier gelegt hat.
Inzwischen lebt auch nur noch eine einzige Arbeiterin und es wurden schon seit längeren keine weiteren Eier mehr gelegt.
Ich mache mir daher keine allzu großen Hoffnung mehr, dass diese Kolonie es noch schafft.
Sehr schade um diese schönen Ameisen.

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#35 AW: Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 30. Juli 2011, 15:03

30.07.2011

Gute Nachrichten!

Beim auswechseln des Zuckerwassers konnte ich im Behälter zwei leere Puppenkokons entdecken. Sollten wirklich neue Arbeiterinnen aufgezogen worden sein? Aufregung machte sich bei mir breit.
Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und musste einfach nachsehen ob sich was getan hat.
Tatsächlich, im Reagenzglas saßen nicht nur die Königin mit ihrer verbliebenen Arbeiterin, sondern auch zwei neue allerdings recht kleinen Arbeiterinnen und zudem noch eine einzelne Larve.
Damit habe ich nicht wirklich gerechnet aber die Freude ist nun umso größer.
Ausser regelmässig das Zuckerwasser zu wechseln und hin und wieder mal ein frischtotes Insekt anzubieten, habe ich mich nicht mehr weiter um dieses Volk gekümmert. Der Behälter stand mehr oder weniger unbeachtet zwischen zwei anderen Formicarien, was vielleicht auch nicht das schlechteste war. So hatten die Ameisen zumindest ihre Ruhe.

Jetzt bekommen sie natürlich etwas mehr Beachtung und regelmässiger Insektenkost um hoffentlich wieder gut zu wachsen. Bleibt noch zu überlegen ob ich die Winterruhe auch diesen Winter wieder ausfallen lassen sollte. Da die Winterruhe bisher immer Probleme nach sich zog, wird es wohl besser sein darauf zu verzichten.

Stand: Eine Königin, drei Arbeiterinnen und eine Larve. (Nicht schlecht nach dreieinhalb Jahren Haltung.^^)

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#36 AW: Myrmecia cf. chrysogaster - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 4. Juni 2012, 13:24

04.06.2012

Schlechte Nachrichten: Ende der Kolonie.

Lieder kam die Umsetzung in eine kleineres Ytong-Nest zu spät. Kurt nach dem die Ameisen in den Ytong gezogen sind, starb eine der beiden verbliebenen Arbeiterinnen. Da allerdings die zweite Arbeiterin schon deutliche Alterserscheinungen zeigte, musste ich auch hier mit einem baldigen Ableben derselben rechnen.
Zwar hatten sie wieder Larven aufgezogen, jedoch starb dann tatsächlich die letzte Arbeiterin auch noch. Und obwohl die Königin noch eine Zeitlang frischtote Fliegen annahm und an die Larven verfütterte, musste ich heute auch deren Ableben entdecken.
Die Frage, ob die Königin noch einmal auf sich alleine gestellt Brut aufziehen könnte, hat sich damit wohl auch beantwortet.


Letztlich muss ich dieses Ergebnis auf Haltungsfehler meinerseits zurückführen.
Die Milbenbekämpfung durch mechanisches Entfernen der Milben war nicht gerade die Sanfteste und kostete zu vielen Arbeiterinnen das Leben. Vermutlich wäre die Behandlung mit Biosa Pet schonender gewesen und hätte bessere Ergebnisse ergeben.
Zumal die extreme Vermehrung der Milben bereits auf einen Haltungsfehler zurück zu führen ist. Das Nest wurde damals zu stark befeuchtet und die Feuchtigkeit hielt sich über einige Zeit im Nest und Becken, verbunden mit den höheren sommerlichen Temperaturen hatten sich die Milben daraufhin explosionsartig vermehrt und wurden hierdurch erst zu einem Problem für die Ameisen und deren Brut.
Auch die anschließende Haltung der kleinen Kolonie in einem Reagenzglas-Nest war nicht optimal, da sich darin die Brut nicht richtig entwickeln konnte. Lediglich zwei Larven haben es geschafft sich zu verpuppen. Besser wäre es gewesen, die Kolonie gleich in einem kleinen Ytong-Nest zu halten, hier wären die Chancen größer gewesen, dass sich mehr Arbeiterinnen hätten entwickeln können.

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