Myrmecia [desertorum / cf. nigriceps] - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmeciinae
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#9 AW: Myrmecia desertorum - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 25. September 2008, 20:07

25.09.2008

Larven verpuppen sich.

Heute hat sich die erste Larve des letzten Brutschubs verpuppt.
So weit so gut. Oder doch nicht?
Leider ist bisher noch immer nichts aus den letzten Puppen geschlüpft. Dabei dauert die Puppenruhe jetzt schon über 6 Wochen. Das bedeutet, ich warte nun schon seit 1,5 Wochen täglich auf das Schlüpfen.
So langsam mach ich mir Sorgen. Dabei beheize ich das Nest schon seit fast drei Wochen zusätzlich für etwa 4 Stunden am Tag. Ansonsten leben sie bei Zimmertemperatur(20-22°C), welche für die normale Entwicklung ausreichend ist.
Die Ameisen nehmen die leichte zusätzliche Wärme gerne an und lagern auch ihre Brut im erwärmten Nestbereich.
Na ja, ich werde mich halt weiter in Geduld üben und warten. Bald muss es ja soweit sein. Es ist halt recht aufregend, da es die ersten Myrmecia desertorum sind die bei mir schlüpfen werden.

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#10 AW: Myrmecia desertorum - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 1. Oktober 2008, 19:40

01.10.2008

Arbeiterinnen schlüpfen.

Endlich konnte ich Anfang der Woche die ersten frisch geschlüpften und noch hell gefärbten Arbeiterinnen im Nest entdecken.

Die Larven haben sich inzwischen alle verpuppt. Es gibt im Moment also nur Puppen und sonst keine anderen Brutstadien. Wobei ich nicht ausschließen möchte, dass wieder irgendwo einige Eier vor mir versteckt sein könnten. Leider ist der Nesteinblick nicht so optimal um irgendwas erkennen zu können.
Es sind auch nur sehr wenige Larven bis zur Puppe gewachsen bei diesem letztem Brutschub. Obwohl es anfangs etwa 15 Larven waren, sind nur 5-6 bis zur Puppe gekommen.
Na ja, ich hoffe aber das jetzt aus allen Puppen die gerade schlüpfen gesunde Arbeiterinnen hervorgehen, dann kommen auf einen Schlag gleich 22 neue Arbeiterinnen zu den 9 alten dazu. Damit würde sich das Volk verdreifachen was nicht schlecht ist. Zumindest sollte einem weiterem Brutschub dann nichts im Wege stehen. Die Versorgung der Larven wäre mehr als gewährleistet.

Bild


Stand: Priscilla die Königin mit 12 Töchtern und ca. 24-25 Puppen.

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#11 AW: Myrmecia desertorum - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 18. Oktober 2008, 14:33

18.10.2008

Volkswachstum und Todesfälle.

So, dem Volk geht es so weit gut. Oder doch nicht?
Heute früh hab ich zwei tote Arbeiterinnen in dem Becken entdeckt und entfernt. Vor einer Woche starb auch schon eine Arbeiterin. Diese war jedoch frisch geschlüpft und nicht richtig entwickelt. Sie konnte nicht alle Beine bewegen und ist, obwohl noch nicht richtig ausgefärbt, ausserhalb des Nestes gelegen. Ein vorzeitiges Ableben habe ich deshalb erwartet.
Bei den jetzigen Tieren kann ich allerdings nicht sagen woran es lag. Altersschwäche kann wohl ausgeschlossen werde. Milben oder dergleichen konnte ich nicht erkennen.
Ich habe die Gelegenheit genutzt, dass ganze Becken zu untersuchen. Dazu habe ich das Nest verschlossen und die Tiere, welche sich noch in der Arena aufhielten eingefangen. So konnte ich in ruhe alles unter die Lupe nehmen.
Auch hier leben nur die gleichen Mitbewohner wie in meinem anderen Nestern. Kleine silbrig/graue Tierchen welche an Springschwänze erinnern, aber nur von Futterresten und Honig leben.
Das einzige was mir noch als Möglichkeit einfällt, wäre eine zu trockene Haltung. Das werde ich jetzt mal ändern und abwarten was passiert.

Zumindest konnte ich die Aktion gleich nutzen das Becken mal gründlich zu reinigen und mir das Nest genauer anzusehen.
Erfreulicherweise konnte ich einige Eier entdecken. Ich hab mir Gedanken gemacht, da so lange keine Brut mehr ausser den Puppen im Nest war. Nicht das diese Art auch noch eine Art Diapause macht. Leider hab ich hier keine Angaben woher genau die Ameisen stammen.
Auch macht mit eine Kammer Sorgen, da die Ameisen dort auch Futterreste verwendet haben um diese aufzufüllen. Inzwischen sieht das Ganze etwas gammelig aus.

Hab auch gleich noch Bilder vom Volk gemacht:

Bild
Deutlich ist zu erkennen, dass das Volk gewachsen ist.

Bild
Wenn man genau hinsieht, erkennt man einige Eier auf dem Sand zwischen den Arbeiterinnen liegen.

Stand: 25 Arbeiterinnen, 11 Puppen und einige Eier.(auf den Bild kann ich etwa 12-14 Eier erkennen)

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#12 AW: Myrmecia desertorum - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 8. November 2008, 15:39

08.11.2008

Es schien alles überstanden zu sein.
Seit zwei Wochen gab es keine sterbenden Arbeiterinnen mehr, auch ihr Verhalten ist wieder wie gewohnt.

Aus den Eiern sind inzwischen Larven geschlüpft und wachsen kräftig, dank guter Versorgung durch die Arbeiterinnen.
Die Puppen vom letzten Schub sind noch nicht geschlüpft, aber es müsste bald soweit sein. Ich bin nur gespannt, ob mit diesen Tieren alles in Ordnung ist. Nicht das es dann wieder zu Todesfällen kommt.

Bild
Die Brutkammer mit den Larven. Anscheinend ist gerade Gruppenkuscheln angesagt.^^

Stand: 22 Arbeiterinnen, 6 Puppen und einiges an Larven.

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#13 AW: Myrmecia desertorum - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 26. November 2008, 17:46

26.11.2008

Priscilla und ihren Töchtern geht es sehr gut.
Gestern hat sich schon die erste Larve verpuppt, auch sind inzwischen schon die restlichen Arbeiterinnen aus ihren Puppen geschlüpft. Zum Glück dieses mal ohne das es zu Problemen mit sterbenden Tieren gekommen ist.
Vielleicht lag es tatsächlich nur am Brutschub, welcher als Larven verschickt wurde?

Interessante Beobachtung.
Heute konnte ich eine für mich sehr interessante Beobachtung machen.
Eine Weile nachdem die Heizlampe eingeschaltet war, begab sich eine einzelne Arbeiterin aus dem Nest und hat sich unter dem Strahler positioniert.
Da ich die Tiere unter Tags so selten zu sehen bekomme(sie kommen fast nur nachts aus dem Nest), hab ich mich vorsichtig dem Becken genähert, um das schöne Tier mal bei hellem Licht genauer zu betrachten.
Die Arbeiterin verharrte reglos unter der Lampe über dem Nest. Zur gleichen Zeit konnte man sehr viele der Springschwänze sehen, welche auch auf dem Nest herumliefen.
Plötzlich schnellte die Arbeiterin nach vorne und packte tatsächlich einen der größeren Springschwänze. Vermutlich hat alleine die Kraft ihrer Kiefer gereicht um das Tier sofort zu töten. Die Myrmecia desertorum hat zwar ihr Gaster nach vorne gebogen, jedoch nicht zugestochen. Vermutlich ist es ein Instinkt Beute zu stechen, bei so kleinen Insekten ist dies natürlich nutzlos.
Ich war jedenfalls erstaunt und sehr aufgeregt. Hätte ich doch nie gedacht, dass diese riesigen Ameisen auf so kleine Tierchen reagieren.
Die Arbeiterin hat den Springschwanz weiter in ihren Kiefern gehalten und sich wieder in Lauerstellung begeben. Sie hat dann auch weiter Springschwänze angegriffen, jedoch eher zum Schein. Es wurde kein weiterer gefangen. Wie auch, hat sie doch schon einen festgehalten.
Sie hat dazu ihre Fühler auch benutzt, jedoch fast nur visuell auf die Springschwänze reagiert. Diese sind jedes Mal wenn die Ameisen auf sie los ist davon gehüpft.
War mal wieder eine spanende Beobachtung.

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#14 AW: Myrmecia desertorum - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 10. Januar 2009, 16:07

10.01.2009

Dem Volk geht es gut, es wird sehr viel Brut aufgezogen und es ist nur noch eine einzige Arbeiterin gestorben.
Die Entwicklung läuft durch die niedrigen Temperaturen etwas langsam, aber das stört mich nicht weiter.
Immer noch, ist diese Art ausgesprochen nachtaktiv und kommt am Tag fast nie aus dem Nest. Höchstens bei Störungen.

Bild


Stand: 27 Arbeiterinnen, 19 Puppen und 14 Larven.

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#15 AW: Myrmecia desertorum - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 31. Januar 2009, 14:05

31.01.2009

Zu berichten gibt es nicht viel.
Im Moment schlüpfen wieder Arbeiterinnen, obwohl sich die letzten beiden Larven noch nicht einmal verpuppt haben. Das kommt daher, dass immer nur einige wenige. große Larven gefüttert werden. Erst wenn diese satt sind, bekommen auch die kleinerer Larven etwas ab.

Bild
Die Puppen werden unter den Strahler gelegt um die Wärme auszunutzen. Eine der seltenen Möglichkeit die Tiere auch am Tag zu beobachten. Man darf sich nur nicht zu schnell bewegen, da die Arbeiterinnen sehr nervös sind und sofort alles wieder ins Nest bringen wenn sie Gefahr wittern.
Eine Angewohnheit der Ameisen ist es, Sand Kreisförmig um den Nesteingang zu verteilen. Daher auch der Sand auf der Nestabdeckung. Im Freien entsteht so wohl mit der Zeit ein kleiner Nesthügel.

Bild
Auf diesem Bild kann man den Größenunterschied der Arbeiterinnen sehr gut erkennen. Diese kleinen Arbeiterinnen kümmern sich ausschließlich um die Brut. Da diese aber aus dem Nest gebracht wurde, folgte diese winzige Brutpflegerin mit hinaus.
Niedlich, oder?

Stand: 35 Arbeiterinnen, 23 Puppen und 2 Larven.

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#16 AW: Myrmecia desertorum - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 14. Mai 2009, 17:20

14.05.2009


Huch hoppla, schon so lange nichts mehr berichtet.
Keine Bange, dem Volk geht es gut. Sie haben wieder Brut im Nest, welches langsam auch zu klein wird.
Allerdings zeigen diese Ameisen nicht gerade ein schnelles Volkswachstum. Es dauert.

Was noch? Hm, noch immer sind sie nur nachtaktiv und lassen sich tagsüber so gut wie nie blicken. Dafür nimmt die Aussenaktivität inzwischen schon ziemlich zu.
Werde wohl bald mal an ein neues Becken denken müssen. Dann werde ich auch wieder ein stehendes Nest benutzen, da dieses liegende nicht so optimal ist. Man muss ja jedes Mal in das Becken greifen um in das Nest blicken zu können. Das geht nur am Tag wenn keine Tiere im Becken sind. Dann kann ich auch das Nest befeuchten.
Na ja, werde mir mal Gedanken für ein neues Nest machen.

Stand: etwa 60 Arbeiterinnen und um die 30 Larven.

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