Blattlauszucht für Ameisen - Tutorial

Weitere wissenswerte Informationen über Ameisen und deren Haltung.
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#1 Blattlauszucht für Ameisen - Tutorial

Beitrag von Sunmind » 6. Februar 2012, 22:32

Hallo Zusammen,
da überall im Internet nur Informationshappen mit meist ungenauen Aussagen existieren, habe ich habe mir die Mühe gemacht und die Ergebnisse meiner Blattlausrecherchen der letzten Zeit hier für euch übersichtlich Zusammengefasst. Hier die ungekürzte Version in 3 Postings aufgeteilt.
Über Anregungen und Verbesserungsvorschläge sowie aussagekräftige weitere Quellen zum Thema würde ich mich freuen!


Das Wichtigste vorweg:


[color=Red]Eine Blattlauszucht ist SEHR viel Arbeit/Aufwand, mit ungewissem Ausgang. Für Anfänger eher Ungeeignet!
[/color]
Achtung: diese Art der Honigtau-Versorgung ist relativ unzuverlässig, es sollte auf jeden Fall zusätzlich etwas Honig angeboten werden.

Alle Blattläuse sondern Honigtau ab. Die Honigtau-Menge und der Zuckeranteil variieren sehr, je nach Art und Wirtspflanze.
Wie vielfach berichtet wurde, nutzen die Ameisen die Blattläuse eher als Proteinquelle sofern die Honigtauproduktion zu gering ausfällt. Daher scheinen nur die „Große Rosenblattlaus“ und die „Bunte Stängellaus“ geeignet, um als Honigtaulieferant dauerhaft von den Ameisen akzeptiert zu werden.
Nach gründlichen Recherchen kann ich sagen, die „Große Rosenblattlaus“ und die „Bunte Stängellaus“ für eine funktionierende mutualistische Beziehung von Ameisen (bevorzugt Gattungen Lasius und Formica) und Blattläusen über eine ganze Saison am besten geeignet erscheinen, da diese Blattlausarten, die von den Ameisen präferierte, besonders hohe Honigtauproduktion aufweisen.

Recht einfach lassen sich Rosenblattläuse in der Natur finden: einfach eine Kolonie suchen, die bereits von Ameisen bewirtschaftet wird. Schwieriger sind schon Bunte Stängelblattläuse zu finden. Beide Blattlausarten sind nur in der freien Natur zu finden, leider gibt es noch keinen Versand im Internet, man braucht also etwas Glück.

Lasius niger sammelt Honigtau vorwiegend bei der Stängellaus Metopeurum fuscoviride (stark Wirtsspezifisch, lebt nur auf Rainfarn: Tanacetum Vulgare). Auch sind Blattlauszuchten auf Rosen, Holunder, Johannisbeeren, seltener auf Brennnesseln, Margeriten und Efeu zu finden.

Die besten Chancen auf Erfolg mit einer Blattlauszucht für eine Lasius niger Kolonie hat man mit der Bunten Stängellaus (Metopeurum fuscoviride).

Vielfach wird empfohlen eine parallele Marienkäferzucht zur Regulierung der Blattlauspopulation zu betreiben. Marienkäfer-Eier für einen Start sind leicht im Internet zu finden.


Ameisen und Blattläuse: (symbiontischer Mutualismus)

Das Blattläuse tageweise auf Kletterrosen auftauchen und wieder verschwinden, hat oft einen anderen Grund: Blattläuse, die Honigtau ausscheiden werden von verschiedenen Ameisenarten als Nahrungsspendende "Haustiere" gehalten. Diese werden bei schönem Wetter morgens auf die Wirtspflanze der Blattläuse (hier Kletterrose) getragen und abends oder bei drohendem Unwetter in den schützenden Ameisenbau zurückgeholt. Dieses Zusammenleben hat für beide Seiten einen Nutzen (mutualistische Symbiose): Arbeitsameisen der Gattungen Lasius und Formica bilden eine mutualistische Beziehung mit den Läusen: Sie massieren ihr Abdomen, um an die zuckerhaltigen Exkrete, den Honigtau, zu gelangen, den die Läuse am Hinterteil absondern. Die Ameisen pflegen ihre Läuse, säubern sie und bieten ihnen Schutz vor Räubern und Parasitoiden (Parasiten, die ihren Wirt zum Abschluss der Parasitierung töten).

Begriffsdefinition:
Mutualismus oder auch mutualistische Symbiose bezeichnet in der Ökologie eine Wechselbeziehung zwischen Lebewesen zweier Arten, aus der im Gegensatz zur Konkurrenz oder Räuber-Beute-Beziehung beide Partner Nutzen ziehen. In der US-amerikanischen Literatur wird das Wort mutualism synonym zur deutschen Bezeichnung Symbiose im engen Sinne gebraucht, während das Wort symbiosis − im Gegensatz zur deutschen Bezeichnung Symbiose − für jegliches Zusammenleben von Lebewesen verschiedener Arten verwendet wird. Einige Autoren differenzieren zwischen einem symbiontischen Mutualismus, bei dem beide Partner dauerhaft räumlich zusammenleben, und einem nichtsymbiontischen Mutualismus, (z.B. bei der Zoogamie oder der Zoochorie), bei der die Symbiosepartner nur sporadisch zusammentreffen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mutualismus_%28Biologie%29


Erfahrungsberichte:

Übereinstimmend sagen alle Foren-Kommentare, dass Erbsen und Bohnen zu den Fehlgeschlagenen versuchen gehören.

Auszüge:
„…Erbsen und Bohnen gehören zu den weniger erfolgreichen Grundlagen, ich konnte gar nicht genug Pflanzensauger nachkippen, wie Lasius niger geschlachtet hat...“
„…Die Erbsenpflänzchen fingen schnell an zu schimmeln und es stank recht intensiv...“.

Mäßig erfolgreich:
„…Recht erfolgreich waren jedoch Versuche über eine komplette Saison laufende Kultur mit Pflanzensaugern an Rosen. Der Arbeitsaufwand ist jedoch sehr groß! …“
„…Wenn ich Arbeitsaufwand und Beobachtungen in Relation setze, ist die Zucht von Pflanzensaugern an Rosen ein voller Schuss in den Ofen! ...“

unbestätigt:
„…auch wurde behauptet, dass die Brunnenkresse, die von Blattläusen befallen wird, ausreichend stark ist, um das stetige Saugen auszuhalten und sie wird von allen Dingen nicht höher als 20 cm und wächst damit nicht aus dem Formicarium raus. …“

wissenschaftlich belegt und erfolgreich:
Zucht der bunten Stängellaus (Metopeurum fuscoviride) auf Rainfarn Tanacetum vulgare.
Die Stängellaus ist ein Wirtsspezialist, so dass der Befall von Zimmerpflanzen ausgeschlossen werden kann. Die Wirtspflanze ist sehr günstig und im Fachhandel erhältlich.
http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/dissts/Bayreuth/Weinbrenner2004.pdf


Vorgestellt werden hier im Folgenden:

Posting #2:

Geeignete Blattlausarten für eine funktionierende mutualistische Beziehung von Ameisen (bevorzugt Gattungen Lasius und Formica) und Blattläusen über eine ganze Saison:

• Blattläuse im Allgemeinen
Große Rosenblattlaus, rot oder grün gefärbt (Macrosiphum rosae)
Bunte Stängellaus (Metopeurum fuscoviride)
o Wirtspflanze Rainfarn (Tanacetum vulgare)
• Predator: Marienkäfer (Coccinellidae)

Posting #3:


Ungeeignete Blattlausarten für Ameisen:

• Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum)
• Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae)
• Wurzelläuse oder Schmierläuse (Pseudococcidae)
• Getreideblattläuse:
o Große Getreideblattlaus (Sitobion avenae)
o Haferblattlaus (Rhopalosiphum padi)
o Bleiche Getreideblattlaus (Metopolophium dirhodum)
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#2 Posting #2: geeignete Blattlausarten für Ameisen

Beitrag von Sunmind » 6. Februar 2012, 22:43

Geeignete Blattlausarten für eine funktionierende mutualistische Beziehung von Ameisen (bevorzugt Gattungen Lasius und Formica) und Blattläusen über eine ganze Saison:

• Blattläuse im Allgemeinen
• Große Rosenblattlaus, rot oder grün gefärbt (Macrosiphum rosae)
• Bunte Stängellaus (Metopeurum fuscoviride)
o Wirtspflanze Rainfarn (Tanacetum vulgare)
• Predator: Marienkäfer (Coccinellidae)


Blattläuse allgemein:

Blattläuse sind kleine Insekten von wenigen Millimetern Größe, lediglich einige Arten erreichen eine Körperlänge von bis zu 5 bis 7 Millimetern. Etwa 850 der insgesamt 3000 bekannten Arten leben in Mitteleuropa. Blattläuse sind in der Regel zwei bis drei Millimeter groß, lediglich wenige Arten erreichen eine Größe bis maximal sieben Millimeter. Es gibt gelbe bis grüne Blattläuse, aber auch rote, braune und schwarze Pflanzenläuse.
Als Pflanzensauger sind die Tiere mit einem Stechrüssel ausgestattet. Alle Arten besitzen sowohl ungeflügelte als auch geflügelte Formen, wobei die ungeflügelten vor allem der explosionsartigen Massenvermehrung durch Jungfernzeugung (Parthenogenese) dienen. Ist die Wirtspflanze überbevölkert und bietet weiteren Nachkommen keine Nahrung und keinen Lebensraum mehr, bildet sich eine, geschlechtlich fortpflanzende, geflügelte Form, die schnell auch weit entfernte Wirtspflanzen befallen kann. Auch im Herbst kann die geschlechtliche Vermehrung beobachtet werden, die mit der anschließenden Eiablage das überwintern und den fortbestand in der nächsten Vegetationsperiode garantiert.
Gern halten sich diese Insekten an der Blattunterseite sowie den Blattstängeln, an Trieben und Knospen auf, wo sie mit ihrem meist langen Saugrüssel die Leitungsbahnen der grünen Pflanzenteile anbohren und sich vom Pflanzensaft ernähren.
Da sie zu ihrer Ernährung hauptsächlich auf die im Pflanzensaft enthaltenen Aminosäuren angewiesen sind, scheiden sie die aufgenommenen Kohlenhydrate in Form einer zuckerhaltigen Lösung, dem »Honigtau«, wieder aus, welcher sich als klebriger Belag auf der Blattunterseite findet. Dieser lockt Ameisen an. Ameisen kultivieren Blattläuse in manchen Fällen direkt, verteidigen sie gegen natürliche Feinde und ernten die Zuckerlösung. Dieses Verhalten kann zusätzlich einen Pilzbefall an der Pflanze hervorrufen (z.B. Grauschimmel). Durch das Saugen von Pflanzensaft kräuseln sich die Blätter, rollen sich gegebenenfalls ein und vertrocknen abschließend. Geschädigte Triebe verkümmern und sterben ab.

Zusamenfasung:
* Blattläuse - Weltweit ca. 3000 Arten, in Europa ca. 850, gehören zu den Pflanzenläusen
* 2-7 mm, spindelförmig bis plump, ungeflügelt (Apterae), geflügelt (Alatae)
* Paarige Siphonen mit Abwehrfunktionen, Honigtau kommt aus dem After
* Dünner Saugrüssel besteht aus 4 Borsten (Feinaufbau), umgeben von Unterlippe
* Äußere Borsten gesägt, innere Borsten mit Öffnungen für Phloem und Speichel
* Schadbild: Saftentzug, Honigtauproduktion, Blattkräuselungen, Virusübertragung
* Komplexer Blattlauszyklus, Anholozyklus, Holozyklus, mit/ohne Wirtswechsel
* Es existieren resistenter Pflanzen, die grundsätzlich nicht befallen werden.
* Fast jede Blattlausart hat spezifische Wirtspflanzen, andere Pflanzen werden nicht befallen.

Große Rosenblattlaus, rot oder grün gefärbt
(Macrosiphum rosae)

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Rosenblattlaus


Symptomatik und Biologie:

Die in ganz Europa verbreitete große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae) ist ein bedeutender Schädling an Rosen und gelegentlich auch an Apfel, Birne und Erdbeeren. Auch wenn sie ganzjährig an Rose auftreten kann handelt es sich um eine wirtswechselnde Lausart, die den Sommer auch an krautigen Pflanzen anzutreffen ist. Hier sind insbesondere Kardengewächse (Dipsacaceae) und Baldriangewächse (Valerianaceae) zu nennen. Die grün bis rötlich gefärbten ca. 2-4 mm langen Läuse besitzen lange Fühler, schwarze, lange Siphonen und eine längliche, helle Afterklappe (Cauda). Sie treten geflügelt oder ungeflügelt auf. Die Blattläuse legen ihre glänzend-schwarzen Eier, teilweise in großen Mengen, zur Überwinterung auf den Rosentrieben ab. Im Frühjahr schlüpfen weibliche Tiere (Stammmütter) und saugen zusammen mit ihren Nachkommen oft in Massen an Trieben und Blütenknospen. Bei befallenen Pflanzenteilen kommt es zu Verformungen und Verkrüppelungen sowie Verfärbungen und als Folge der Honigtauausscheidungen siedeln sich häufig auch Russtaupilze an. Die Vermehrung der Läuse erfolgt über das Jahr ohne Männchen (Jungfernzeugung) und als Lebendgeburt. Aufgrund der kurzen Entwicklungszeit von 7-14 Tagen werden eine Vielzahl von Generationen im Jahr gebildet. Im Herbst bilden sich geflügelte Weibchen und Männchen, um zur Paarung und Eiablage auf die Rosensträucher zurückzukehren.
Die Große Rosenblattlaus besitzt einen 2–4 mm langen spindelförmigen Körper mit schwarzem Kopf. Sie kommt in zwei Farbvarianten, grün oder rosa, vor. Die schwarzen Fühler sind meist etwa so lang wie der Körper oder etwas länger. Die beiden etwa 1 mm langen Siphonen (Siphunculi), aus denen in Stresssituationen bzw. bei Bedrohung ein Sekret ausgesondert wird, sind schwarz und etwa doppelt so lang wie das helle Schwänzchen (Cauda) am Hinterleibsende. Die Schenkel (Femora) sind mindestens in einem Viertel ihrer Länge dunkelbraun oder schwarz.
Lebensweise und Verbreitung:
Im Herbst findet sich die Große Rosenblattlaus oft in Massen an den Triebspitzen von Rosen. Hier legt sie schwarze Eier ab, aus denen im Frühjahr flügellose weibliche Tiere schlüpfen. In rascher Folge entwickeln sich mehrere Generationen durch Parthenogenese und Lebendgeburten. Mit dem Auftreten geflügelter Individuen, Männchen und Weibchen, erfolgt ein Wirtswechsel auf Kardengewächse (Witwenblumen u.a.) und Baldriangewächse. Im Spätsommer wandern die Blattläuse zurück auf Rosen. Die Große Rosenblattlaus ist weltweit verbreitet.

Rosenblattlauszucht:

Eine recht wirksame und langlebige Methode der Blattlauszucht lässt sich mit 4 kräftigen, kleinwüchsigen (Zimmer-)Rosenpflanzen realisieren. Die Pflanzen werden je in eine Kunststoffbox gepflanzt, die Boxen sollten einen hellen Ort gestellt werden. Minimum 14, besser 16 Stunden Beleuchtung müssen gewährleistet sein, damit sich keine geflügelten Geschlechtstiere ausbilden. Läuse unter starkem Licht am besten 4 x 30 Watt Leuchtstoffröhren, 16 Stunden pro Tag, halten.
Recht einfach lassen sich Rosenblattläuse in der Natur finden: einfach eine Kolonie suchen, die bereits von Ameisen bewirtschaftet wird. . Hier ein paar adulte Blattläuse absammeln und auf die bevorzugte Wirtspflanzen setzen.
Wichtig: darauf achten, dass die Wirtspflanze von den Blattläusen angenommen wird. Viele Blattlausarten sind stark Wirtsspezifisch.
Auf Parasiten achten! Aus der Natur können immer auch für die Ameisen Schädliche Parasiten eingeschleppt werden!
Nun wird eine Box mit Rosenblattläusen infiziert und an das Formicarium angeschlossen. Die Ameisen (Kolonie ab ca. 300 Arbeiterinnen) werden relativ schnell die Läuse als Vieh akzeptieren und pflegen, vor allem Lasius niger stellen sogar Wachen über Tag ab.
Blattläuse abgesammelt und zur Infektion der nächsten Pflanze genutzt werden. Die bisher genutzte Pflanze wird vom Formicarium abgekoppelt, mit z.B. "Marienkäfer" besetzt oder Öl besprüht und für mind. 4 Wochen in Urlaub geschickt. Die frisch infizierte Pflanze wird wieder ans Formicarium angekoppelt.
So rotierend können bei grünem Daumen die Ameisenkolonien über die ganze Saison mit Läusen versorgt werden.
Achtung: diese Art der Honigtau-Versorgung ist relativ unzuverlässig, es sollte auf jeden Fall zusätzlich etwas Honig angeboten werden.
Die schnellste Bekämpfung zu Beginn der Erholungszeit geht wohl mit einer Dusche aus Öl, nach etwa 7 Tagen zu wiederholen.
Anstelle der Rotation können natürlich auch jeweils frische Pflanzen genommen werden, allerdings besteht jedes mal erneut die Gefahr einer Pestizid-Behandlung in der Gärtnerei und es geht schon etwas ins Geld, denn länger als zwei Wochen überlebt keine Pflanze.
Rosen lassen sich natürlich gegen andere, zimmertaugliche Pflanzen tauschen, soweit die Pflanzensauger dieser Pflanzen bei den Ameisen Akzeptanz finden, jedoch empfinde ich Rosen als eine extrem dekorative Variante


Erfahrungsbericht:
Lasius niger und die Rosenblattlaus


nach meinen Erfahrungen gehören Pflanzensauger an Rosen zum bevorzugten Vieh, große Schlachtungen erfolgen i.d.R. nur, wenn die Rose eingeht und die Läuse somit keinen Honigtau mehr liefern können. Jedoch werden permanent Läuse an die Brut verfüttert.
Lasius niger ist recht flott mit der Schlachtung des Viehs. Nach eigener Beobachtung wird das unproduktive Vieh im Formicarium gefressen oder schlicht mit Missachtung gestraft, im Freiland wird die Kolonie meist verlassen oder auch auf produktivere Pflanzen umgesiedelt.

Fazit:

Wenn ich Arbeitsaufwand und Beobachtungen in Relation setze, ist die Zucht ein voller Schuss in den Ofen! Es lohnt sich schlicht nicht, und die Pflanzensauger sind extrem schlecht zu kontrollieren...


Bunte Stängellaus (Metopeurum fuscoviride)

http://www.bayceer.uni-bayreuth.de/bayceer/de/top/13769/67810/Von_Laeusen_und_Ameisen.pdf

http://www.uni-bayreuth.de/presse/spektrum/spektrum-pdf/ausgabe_03_04.pdf

Die Bunte Stängellaus (Metopeurum fuscoviride) ist ein Wirtsspezialist, der ausschließlich auf Rainfarn Tanacetum vulgare lebt. http://de.wikipedia.org/wiki/Rainfarn
Die purpurfarbenen Blattläuse finden vor allem an der Blattunterseite und am Stängel Unterschlupf, wo sie den Siebröhrensaft (Phloemsaft) saugen und Zucker extrahieren. Etwa sieben Tage nach dem Schlüpfen sind die jungen Lausnymphen erwachsen und beginnen, sich fortzupflanzen, so dass der Rainfarn innerhalb von nur 1-2 Wochen von ganzen Trauben dieser kleinen Insekten übersät ist.
Arbeitsameisen der Gattungen Lasius und Formica bilden eine mutualistische Beziehung mit den Läusen: Sie massieren ihr Abdomen, um an die zuckerhaltigen Exkrete, den Honigtau, zu gelangen, den die Läuse am Hinterteil absondern. Die Ameisen pflegen ihre Läuse, säubern sie und bieten ihnen Schutz vor Räubern und Parasitoiden (Parasiten, die ihren Wirt zum Abschluss der Parasitierung töten).
Blattläuse (Hemiptera: Homoptera, Aphidina) ernähren sich gewöhnlich vom Siebröhrensaft (Phloemsaft) der Pflanzen und sondern stark zuckerhaltige Exkrete ab, den Honigtau. Insbesondere für Ameisen hat der Honigtau vieler Blattlausarten eine große Bedeutung. Viele Ameisenarten decken den Kohlenhydratbedarf ihrer ganzen Kolonie ausschließlich durch dieses Exkret, das sie in der Regel direkt von der saugenden Blattlaus abnehmen. Für diese Ameisen ist es also wichtig, möglichst ergiebige Honigtauquellen zu erschließen und diese gegen Konkurrenten zu verteidigen. Von diesem mutualistischen Zusammenleben profitieren auch die Blattläuse. Der Ameisenbesuch schützt sie vor Räubern und Parasitoiden und verhindert ihr Verkleben mit dem Honigtau.
Chemisch gesehen stellt Honigtau ein Gemisch aus unterschiedlichen Zuckern, Aminosäuren und weiteren Pflanzeninhaltsstoffen dar, wobei Zucker bis zu 98 % des Trockengewichtes ausmachen können. Während die Aminosäuren durchweg aus dem Phloemsaft stammen, unterscheidet sich die Zuckerzusammensetzung des Honigtaus deutlich von der des Siebröhrensaftes der besiedelten Pflanze. Der Phloemsaft der Pflanzen enthält fast ausschließlich das Disaccharid Saccharose (Sucrose). Blattläuse hingegen können verschiedene Zucker, die nicht im Phloemsaft enthalten sind, neu herstellen – wie z. B. das Trisaccharid Melezitose. Im Rahmen einer Dissertation ist es gelungen, die Bunte Stängellaus, Metopeurum fuscoviride, auf einer künstlichen Phloemsaftquelle saugen zu lassen, die in ihrer Zusammensetzung beliebig manipuliert werden kann. Zur Überprüfung einer evtl. Beteiligung von endosymbiontischen Bakterien im Darm von M. fuscoviride an der Synthese der Melezitose wurde der künstlichen Diät das Antibiotikum Tetracyclin zugesetzt. Bei der Analyse der Honigtauproben mittels High Performance-Flüssigkeitschromatographie (HPLC) zeigte sich kein Unterschied in der Zusammensetzung zwischen den Honigtauproben von Blattläusen mit und ohne Antibiotikabehandlung. M. fuscoviride synthetisiert Melezitose also ohne Beteiligung von Mikroorganismen. Eine geeignete Pflanze zur Untersuchung mutualistischer Beziehungen zwischen Blattläusen und Ameisen ist der Rainfarn, Tanacetum vulgare. Hier leben acht verschiedene Blattlausarten an unterschiedlichen Pflanzenteilen, die von der Schwarzen Wegameise, Lasius niger, unterschiedlich intensiv besucht werden. Wie sich zeigen ließ, bevorzugt die Schwarze Wegameise Lasius niger Blattlausarten mit einer hohen Honigtauproduktion (z. B. M. fuscoviride mit 1000 μg Honigtau/Stunde) bei gleichzeitig hohem Gesamtzuckergehalt (80-100 mg/ml) und einem hohen Anteil an Melezitose im Honigtau (45-70 %), während Blattlausarten mit geringer Honigtauproduktion bei gleichzeitig niedrigem Melezitoseanteil überhaupt nicht besucht werden.

Dieses Muster hielten die Ameisen auch in sog. Wahlversuchen bei: Kolonien einer weniger bevorzugten Blattlausart wurden aufgegeben, sobald eine attraktivere Art zugegeben wurde. Die Signalfunktion der Melezitose scheint also darin zu bestehen, dass ein hoher Melezitosegehalt den Ameisen eine kohlenhydratreiche Nahrungsquelle anzeigt. In der Regel enthält zuckerreicher Honigtau auch noch relativ große Mengen an freien Aminosäuren.

Bunte Stängellauszucht: siehe Rosenblattlauszucht.


Rainfarn: (Tanacetum Vulgare)
http://de.wikipedia.org/wiki/Rainfarn
http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/dissts/Bayreuth/Weinbrenner2004.pdf

Rainfarn Tanacetum vulgare (T. vulgare) gehört zu den Korbblütengewächsen (Asteraceae) und ist häufig an Wegen, Dämmen, Waldrändern und auf Ruderalflächen zu finden. Zuweilen bildet diese Pflanzenart lockere Bestände aus. Alle Blattlausarten, die an dieser Pflanze leben, unterliegen in ihrem Auftreten saisonalen Schwankungen, wobei das Vorkommen von M. fuscoviride im Jahresverlauf zunimmt (und vermehrt eine weitere sehr häufige Art, Macrosiphoniella absinthii, verdrängt (Völkl & Fischer, Weinbrenner, unpubl. Daten))
Dies steht in engem Zusammenhang mit der Vergesellschaftung von M. fuscoviride mit mutualistischen Ameisen (z. B. Lasius niger). Während der Vegetationsperiode ist diese monophage, monözische Art daher in großen Mengen zu finden, wobei sie im Frühjahr bevorzugt am Stängel saugt, mit wachsender Verholzung der Pflanze den Ort der Nahrungsaufnahme jedoch auf die Triebspitzen und die Ausleger der Doldenblüten verlegt.

Wie ich vom Gärtner erfuhr, ist die einzige Wirtspflanze, Rainfarn: (Tanacetum Vulgare) in der Wohnung nur über einen kurzen Zeitraum (<1 Monat) gut kultivierbar.
Staude <3€ http://www.stauden-stade.de/shop-einzelartikel.cfm?id=632
Saatgut. <2€ http://www.saatgut-vielfalt.de/saatgut/product.php?products_id=910270

Ich würde also mehrere Stauden kaufen und im Garten in Töpfe Pflanzen und das, schon bei anderen Blattlauszuchten erfolgreiche, Rotationsprinzip einsetzen.


Marienkäfer: (Coccinellidae)
http://de.wikipedia.org/wiki/Marienk%C3%A4fer

Die Marienkäfer (Coccinellidae) sind eine weltweit verbreitete Familie halbkugeliger, flugfähiger Käfer, deren Deckflügel meist eine unterschiedliche Anzahl von auffälligen Punkten aufweisen. Viele Arten ernähren sich von Blatt- und Schildläusen.
Die Marienkäfer sind bei der Bevölkerung beliebt und tragen die unterschiedlichsten Namen in der jeweiligen lokalen Umgangssprache. Die Beliebtheit begründet sich unter anderem darin, dass sie im Gartenbau und der Landwirtschaft nützlich sind, da sie allein in ihrer Larvenzeit je nach Art bis zu 3000 Pflanzenläuse oder Spinnmilben fressen. Sie sind in ihrem Aussehen variabel, was ihre Bestimmung erschwert. Dieselbe Art kann in dutzenden Mustervarianten auftreten. Manche, wie etwa der Luzerne-Marienkäfer, erreichen sogar über 4000 gezählte Varianten. Früher wurden diese Varianten innerhalb derselben Art mit eigenen Namen belegt, beispielsweise beim Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) mit über 150 Bezeichnungen, die allerdings heute nicht mehr verwendet werden und wissenschaftlich bedeutungslos sind. Bei manchen Untergruppen – etwa innerhalb der Tribus Scymnini – kann eine Bestimmung schwierig sein und zuverlässig nur aufgrund einer Untersuchung der Genitalorgane erfolgen. Neben den Genitalien sind die Kopfkapsel, der Kopfschild und die Fühleransätze oft zuverlässige Unterscheidungsmerkmale ähnlicher Arten.
Die Käfer können gut fliegen und erreichen 75 bis 91 Flügelschläge pro Sekunde. Manche Arten wie der Licht-Marienkäfer (Calvia decemguttata) werden in der Nacht durch künstliches Licht angelockt. Das lässt auf nächtliche Ausbreitungsflüge schließen.

Merkmale:

Die Körpergröße der stark gewölbten, kurzen, halbkugelförmigen oder ovalen Käfer variiert von 1 bis 12 Millimetern. Der Kopf, die Brust sowie die Unterseite sind meist schwarz gefärbt. Es gibt aber auch Käfer mit hellbraunen oder rostbraunen Unterseiten. Die Farbe des Kopfes richtet sich meist nach der Farbe des restlichen Körpers und kann sehr unterschiedlich sein. Die Fühler sind relativ lang, meist elfgliedrig und am Ende keulenförmig verdickt. Bei einigen Artengruppen ist die Anzahl der Fühlerglieder reduziert. So haben etwa die Antennen der Chilocorini nur acht oder neun Glieder und sind deswegen kürzer. Die Enden der Kiefertaster mitteleuropäischer Arten sind beilförmig. Die Mandibeln sind aber allgemein zwischen den verschiedenen Arten äußerst unterschiedlich, da die Tiere sich an die jeweilige Nahrung angepasst haben. Einige Arten haben einen behaarten Körper, doch die Flügeldecken der bekanntesten Arten sind ohne Struktur und völlig glatt. Bei manchen Arten (beispielsweise Chilocorini) ist der Rand der Flügeldecken mehr oder weniger stark nach oben gebogen.
Die Beine sind im Bau nicht viel anders als die anderer Käfer. Die Tarsen bestehen ebenfalls aus vier Gliedern, von denen aber das zweite stark gelappt und das dritte oft klein ausgeprägt ist. Nur bei wenigen Arten gibt es eine Reduktion auf drei Tarsenglieder.

Färbung:

Die Körperfarbe kann von hellbeige über gelb, orange, alle Brauntöne, rosa, rot bis zu schwarz variieren. Die bekanntesten Vertreter der Marienkäfer haben rote, gelbe, schwarze oder braune Flügeldecken. Der in Deutschland bekannteste Marienkäfer ist der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata).
Die auffällige Färbung dient als Warnsignal an Fressfeinde. Zusätzlich haben sie einen unangenehmen, bitteren Geschmack, der sie unattraktiv macht. Sie können bei Gefahr auch eine gelbliche Flüssigkeit aus einer Öffnung in den Gelenkhäuten absondern (Reflexbluten), die zum einen durch ihren unangenehmen Geruch Feinde vertreibt, zum anderen giftige Alkaloide (Coccinellin) enthält. Gleichzeitig stellen sie sich dabei tot (Thanatose) und ziehen ihre Beine in kleine Vertiefungen (Kehlungen) an der Körperunterseite ein. Bei bestimmten Arten der Epilachnini wird die gelbe Flüssigkeit aus speziellen Dermaldrüsen ausgesondert.

Larven:

Das Erscheinungsbild der Larven ist je nach Art sehr vielfältig. Die meisten sind langgestreckt und plump. Ihre Länge variiert zwischen 1,5 und 15 Millimetern. Die meisten sind blaugrau, braun oder gelb gefärbt und haben gelbe, orangefarbene oder rote Flecken. Sie haben schwarze oder rote Warzen auf dem Körper verteilt, aus denen borstige Haare oder Dornen entspringen. Oft lässt sich von ihrer Färbung auf den ausgewachsenen Käfer schließen. So ist etwa die Larve des 22-Punkts wie der Käfer gelb und schwarz gepunktet. Sie sind bis auf die Stethorini mit einer Wachsschicht überzogen, die sie unter anderem vor Ameisen schützt. Die Larven einiger Arten (etwa die des Siebenpunkts) haben verhältnismäßig lange Beine und sehen Libellenlarven ähnlich.

Ernährung:

Die Hauptnahrung vieler Marienkäferarten und ihrer Larven sind Blatt- und/oder Schildläuse. Bei genügend großem Angebot fressen sie bis zu 50 Stück pro Tag und mehrere tausend während ihres gesamten Lebens. Die Käfer werden daher zu den Nützlingen gezählt und für die biologische Schädlingsbekämpfung gezüchtet. Es gibt jedoch auch Arten, die sich pflanzlich (Unterfamilie Epilachnini) oder von Mehltau- oder Schimmelpilzen (Tribus Halyziini und Psylloborini, darunter der Sechzehnfleckige Marienkäfer und der Zweiundzwanzigpunkt) ernähren. Zur Nahrung der Marienkäfer zählen aber auch Spinnmilben, Wanzen, Fransenflügler, Käfer- Blattwespen- und gelegentlich sogar Schmetterlingslarven. Wenn Nahrung knapp ist, greifen an sich räuberische Arten manchmal auch auf pflanzliche Nahrung zurück. Das sind oft Früchte, aber auch Pollen. Die Larven der Bulaea lichatschovi ernähren sich ausschließlich von Pollen.
Im letzten Larvenstadium vertilgen die Larven die meiste Nahrung. Dieses Stadium wird durch eine hohe Umgebungstemperatur beschleunigt. Dadurch werden sie, insbesondere die der Gattung Coccinella, gefräßiger, vertilgen aber insgesamt weniger Läuse, obwohl diese sich dann wegen der für sie besseren Bedingungen ohnehin stärker vermehren. Andererseits können bei schlechten „Blattlausbedingungen“ die Coccinella zum völligen Verschwinden der Läuse beitragen. Die Anzahl der Jäger und der Beute reguliert sich aber von selbst. Da die Marienkäferlarven bei Nahrungsmangel sehr empfindlich reagieren, treten nach einem Jahr mit vielen Läusen und den daraus resultierenden vielen Käfern im folgenden Jahr wenige Käfer auf, da zu wenig Beute vorhanden ist, um die Entwicklung aller neuen Larven zu gewährleisten.
Marienkäfer und vor allem ihre Larven sind auch Kannibalen. Besonders bei Massenauftreten fressen sich die Tiere gegenseitig. Die zuerst schlüpfenden Larven fressen auch regelmäßig ihre noch nicht geschlüpften Artgenossen, wodurch oft über die Hälfte der Eier verloren gehen.

Fortpflanzung und Entwicklung:

Direkt nach der Überwinterung beginnen die Marienkäferpaare mit der Kopulation. Diese umfasst oft einen Zeitraum von 0,5 bis 18 Stunden, vollzieht sich aber wenig spektakulär. Mit der Spitze der Penisführungsrinne wird in das weibliche achte und neunte Sternit eingehakt, um die letzten Sternite auseinander zu drücken. Dadurch kann der Penis des Männchens eindringen. Das Paar ist dabei sehr stark aneinander geklammert. Es werden drei Spermatophoren übertragen, was für Käfer ungewöhnlich ist. Nach der Paarung wird das Männchen entweder mit den Hinterbeinen oder durch seitliches Abrollen vom Weibchen gelöst. Zwar genügt eine Paarung, um das Weibchen dauerhaft zu begatten, doch werden oft bis zu 20 weitere mit anderen Männchen vollzogen. Bei den meisten Arten werden die Spermien vom Weibchen in einer Spermatheca (Receptaculum seminis) aufbewahrt. Bei Stethorus punctillum fehlt diese, weswegen über die gesamte fruchtbare Zeit neue Partner zur weiteren Befruchtung der nachreifenden Eier notwendig sind.
Hohe Temperaturen wirken sich auf das Paarungsverhalten bestimmter Arten aus: Die Gattung Aphidecta vermehrt sich dann explosionsartig. Die Populationsdynamik ist jedoch nicht nur von der Temperatur abhängig. Beispielsweise gehen beim Zweipunktmarienkäfer (Adalia bipunctata) im Sommer trotz erhöhter Tagestemperaturen die Paarungsaktivitäten zurück. Dies reduziert den Befall des Käfers durch die parasitische Milbe Coccipolipus hippodamiae, die bei der Paarung übertragen und verbreitet wird und zur Unfruchtbarkeit der Weibchen führen kann.

Eier:

Ende April bis Anfang Mai werden von den Marienkäfer-Weibchen bis zu 400 Eier, je nach Art in Portionen von 10 bis 60 Stück oder einzeln, an Pflanzen nahe geeigneter Nahrung abgelegt. Das geschieht meistens an der Blattunterseite bzw. gereiht an Nadeln oder in Ritzen von Rinde. Die Farbe und Form der Eier ist je nach Art sehr unterschiedlich. Die Länge variiert zwischen 0,4 und 2 Millimetern und die Form ist entweder schlank, normal oder gedrungen. Die Epilachna argus weichen mit ihren länglichen, spitzen Eiern ab. Die Eier sind bis auf jene der Epilachninae sämtlich ohne Struktur. Ihre Färbung ist normalerweise hellgelb bis orange, beim Schwarzen Kugelmarienkäfer (Stethorus punctillum) weißgrau.
Ihre Entwicklung ist unter anderem abhängig von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit und ist etwa nach fünf bis acht Tagen abgeschlossen. Wenn die Temperatur unter den Toleranzwert sinkt (bei Stethorus punctillum ca. 12 C) tritt ein Stillstand im Wachstum ein. Kurz vor dem Schlüpfen kann man die Larve durch die dünne Eihaut (Chorion) erkennen. Um sich aus dem Ei zu befreien, sind die Larven vieler Arten mit Eizähnen am Kopf, Rücken und Prothorax ausgestattet, die erst bei der ersten Häutung abgeworfen werden. Sie benötigen ca. eine Stunde, um das Ei zu öffnen, und eine weitere, um sich davon endgültig zu befreien.

Entwicklung der Larve:

Die geschlüpften Larven entwickeln sich innerhalb von 30 bis 60 Tagen. Während ihrer Entwicklung häuten sie sich je nach Art drei- bis viermal. Ihr Wachstum gestaltet sich je nach Körperteil unterschiedlich, und auch die Beborstung und Färbung ist in den verschiedenen Stadien unterschiedlich. Wenn sie ausgewachsen sind, kleben sie den Hinterleib mit Hilfe eines Sekrets an Blättern, Zweigen, Stämmen oder Rinde fest. Sie häuten sich danach noch einmal und schieben die Haut bis zum Befestigungspunkt an der Pflanze zurück. Sie verpuppen sich in einer Mumienpuppe, was untypisch für Käfer ist. Ihre Gliedmaßen und Fühler liegen nicht frei, sondern sind an den Körper geklebt. Die Farbe der Puppe variiert zwischen dunkel-, hell-, rotbraun oder grau und ist von der Umgebungstemperatur beeinflusst. Die frisch gehäutete Puppe beginnt sich in ihrer weiteren Entwicklung einzurollen und in der Farbe kräftiger zu werden, bevor aus ihr nach sechs bis neun Tagen der fertige Käfer schlüpft. Auch hier ist die Entwicklung von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Anfänglich sind die frisch geschlüpften Käfer noch hell gefärbt, erlangen aber schon nach ein paar Stunden ihre eigentliche Farbe. Von der Larve bis zum fertig ausgebildeten Marienkäfer kann bis zu einem Jahr verstreichen.
Die Larven leben allesamt auf Pflanzen und stellen ihrer Beute (vor allem Pflanzenläusen) nach oder fressen Mehltau- oder Schimmelpilze.

Vermehrung:


Die Marienkäfer vermehren sich in Mitteleuropa normalerweise zweimal im Jahr, sodass die zweite Generation im Juli oder August schlüpft und überwintert, bevor sie wiederum im Frühjahr ihre Eier ablegt. Für gewöhnlich leben die Marienkäfer Mitteleuropas ein Jahr lang und überwintern nur ein einziges Mal. Bei Vierzehnpunkt-Marienkäfern und Asiatischen Marienkäfern wurden auch schon zwei Überwinterungen beobachtet.

Voltinismus:

Bei den Marienkäfern gibt es vier verschiedene Möglichkeiten der Generationenfolge (Voltinismus):
• univoltine Arten: Ihre Fortpflanzung findet im Sommer statt, nach einer eventuellen Sommerruhe überwintern die Tiere. Zu ihnen gehören die meisten mitteleuropäischen Arten.
• bivoltine Arten: Sie haben zwei Generationen pro Jahr, deren zweite entweder knapp nach der ersten Generation oder erst nach der Sommerruhe schlüpft. In Europa sind das zeitweise Adalia bipunctata oder Coccinella septempunctata.
• polyvoltine Arten mit Diapause: Hier treten viele Generationen pro Jahr auf, die anschließend überwintern. Sie kommen in warmen Gebieten vor, in denen es Winter gibt.
• polyvoltine Arten: Sie bringen ununterbrochen neue Generationen dort hervor, wo es keine Jahreszeiten gibt. Sie leben in den Tropen und warmen Gebieten wie in Indien, Florida und auf Hawaii.

Ameisen und Marienkäfer:


Ameisen versuchen, die Käfer von den von ihnen gepflegten Blattlauskolonien zu vertreiben. Die Käfer und Larven sind zwar durch ihre Wachsschicht, träges Verhalten und Dornen bzw. ihre flachen und glatten Körper weitgehend geschützt, doch werden sie mitunter von den Blättern gestoßen oder manchmal sogar getötet. Am verwundbarsten sind aber die Eier, die den Feinden schutzlos ausgeliefert sind.

Eine erfolgreiche Marienkäferzucht ist also nur getrennt von den Ameisen möglich.

http://www.gruenes-tirol.at/nuetzlinge/unterricht/ab_zuchtanleitung7punkt.pdf
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#3 Posting #3: Ungeeignete Blattlausarten für Ameisen

Beitrag von Sunmind » 6. Februar 2012, 22:51

Ungeeignete Blattlausarten für Ameisen:

• Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum)
• Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae)
• Wurzelläuse oder Schmierläuse (Pseudococcidae)
• Getreideblattläuse:
o Große Getreideblattlaus (Sitobion avenae)
o Haferblattlaus (Rhopalosiphum padi)
o Bleiche Getreideblattlaus (Metopolophium dirhodum)


Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum)

http://de.wikipedia.org/wiki/Erbsenlaus

Lebenszyklus:


Zu den verschiedenen, an die jeweiligen saisonalen Gegebenheiten angepassten Formen gehören geflügelte und ungeflügelte Weibchen, die sich ungeschlechtlich vermehren können. Die genetisch identischen Larven werden lebend geboren. Werden im Verbreitungsgebiet der Erbsenblattlaus im Herbst die Tage kürzer, induziert dies die Herausbildung von Männchen und geschlechtlichen Weibchen, die ebenfalls geflügelt oder ungeflügelt sein können. Nach der Paarung werden befruchtete Eier abgelegt, die überwintern, und im nächsten Frühling zu einer ungeflügelten Generation parthenogenetischer Weibchen führen.

Merkmale:


Die erwachsenen Tiere werden bis zu drei Millimeter lang. Sie sind blass gelblich bis hellgrün. Eine rötliche Farbvariante wird durch erhöhte Temperaturen erzeugt. Auch dieser Phänotyp kann epigenetisch weitergegeben oder umgewandelt werden.
Die Augen sind rot gefärbt. Die beiden Antennen sind so lang wie der Körper, ihre distalen Glieder sind ebenso wie die der Beine braun. Die Erbsenlaus besitzt stechend-saugende Mundwerkzeuge, mit denen sie in die Leitbündel der Pflanzen eindringen und sich von den Pflanzensäften ernähren kann. Die Siphunculi oder Siphone, röhrenförmige Organe am Hinterende der Röhrenblattläuse, sitzen auf konischen Skelettelementen. Die Cauda, das ist das Schwänzchen am hinteren Körperende der erwachsenen Tiere, ist lang und besitzt sechs Haare. Mit ihrer Hilfe können sich die Blattläuse des Honigtaus entledigen, der als Exkretionsflüssigkeit aus den überschüssigen Assimilaten der Pflanzensäfte gebildet wird. Der Honigtau ist zuckerhältig und wird rasch von Rußtaupilzen besiedelt, die die Photosynthese der Pflanzen behindern können.
Die Nymphen ähneln den erwachsenen Tieren, haben aber noch keine Cauda. Sie müssen den Honigtau mit den Hinterbeinen abstreifen.

Lebensweise:


Ursprünglich eine paläarktisch verbreitete Art, kommt die Erbsenlaus heute weltweit vor. Die Kultivierung einer Reihe von Arten aus dem von den Erbsenläusen bevorzugten Spektrum der Wirtspflanzen durch den Menschen hat zu dieser weltweiten Verbreitung beigetragen. Zu diesen Pflanzen zählen neben den auch in Mitteleuropa heimischen Arten der Hülsenfrüchtler wie Ackerbohnen, Erbsen und Linsen auch tropische und subtropische Nutzpflanzen wie Straucherbsen, Bockshornklee oder Sesbania grandiflora.
Die Erbsenläuse saugen am Phloem, das ist der Teil des Leitbündels der Gefäßpflanzen, in dem Nährstoffe und andere Assimilate transportiert werden. Die Blattläuse schädigen die Wirtspflanzen aber nicht nur durch den Entzug wichtiger Aufbaustoffe, sondern sie sind auch Überträger von verschiedenen viralen Infektionen, die sich über das Phloem rasch in der Pflanze verbreiten können. Zu ihnen gehören Viren, die Mosaik- und Blattrollsymptome auslösen.

Symbiose:

Die Erbsenläuse leben in Symbiose mit Bakterien der Arten Buchnera aphidicola und Regiella insecticola. Diese leben in speziellen Zellen der Erbsenläuse, den Bakteriozyten, wo sie spezielle Aufgaben beim Auf- oder Umbau von Zuckermolekülen und Aminosäuren übernehmen. Die Bakterien werden bereits über die Eier an den Nachwuchs weitergegeben. Das Genom von Buchnera aphidicola wurde bereits um die Jahrtausendwende sequenziert und konnte mit dem der Erbsenlaus verglichen werden. Es scheint jedoch im Laufe der Evolutionsgeschichte wenig Gentransfer zwischen den beiden Arten stattgefunden zu haben.
Verhalten
Die Erbsenblattläuse lassen sich bei Gefahr zu Boden fallen. Diese Fallreaktion wird nicht nur durch mechanische Reize wie Erschütterungen der Pflanzenteile ausgelöst, sondern auch durch Pheromone, die bei Gefahr durch ein Sekret aus den Siphonen abgegeben werden. Diese Alarmpheromone, die zusammen mit einem Abwehrsekret von den Blattläusen abgegeben werden, dienen als Signal für die anderen Artgenossen. Die Anwesenheit von Schwebfliegenlarven der Art Syrphus corollae, die sich von Blattläusen ernähren, führt ebenfalls zu einer Fallreaktion der Erbsenläuse. Die Schwebfliegenlarven verlassen dann ebenfalls die Pflanze, weil die Beutedichte erheblich geringer wird.

Erbsenblattlauszucht:

Erbsen lassen sich schnell und leicht züchten, es gibt sie genau wie Bohnen im getrockneten Zustand im Supermarkt. Die Erbsen werden etwa 24 Stunden (Optimalzeit) im Wasser gelegt, danach auf Erde oder Substrat (auch Küchenpapier ist möglich). Vermeide Trockenheit und Nässe, das Substrat muss leicht Feucht sein, schimmelnde Erbsen sollten sofort entfernt werden.
Achtung: Sorge immer dafür, dass frische Keime vorhanden sind, sobald es zu viele Blattläuse werden, gehen die Pflanzen ein, außerdem gehen sie ebenso zugrunde, wenn der Boden zu feucht/trocken ist.
Erbsen- & Bohnenblattläuse verlassen ihre Pflanzen normalerweise nur bei Nahrungsmangel.
Sollten dennoch einmal welche herumkrabbeln, kann man sie einsammeln und zurücksetzen. Diejenigen die man möglicherweise übersieht, werden wahrscheinlich schnell vertrocknen oder anderweitig sterben.
Blattlauskot besteht aus einer art Zucker, den die Läuse zusammen mit dem Pflanzensaft aufnehmen, aber nicht gebrauchen können und als Abfall wieder ausscheiden. Um keine Tiere wie eben Ameisen anzulocken, schleudern sie die feinen Tröpfchen möglichst weit von sich weg.

Hier die Detailanweisungen:

Läuse unter starkem Licht (4 x 30 Watt Leuchtstoffröhren, 16 Stunden pro Tag) züchten, sonst wandern sie ab (oder fliegen).
Die Erbsenpflanzen stehen in 2-3 cm hoher Erde, und werden in etwa zwei Wochen ganz kaputt gesaugt. Die Büchsen haben keinen Deckel, so dass die Läuse frei herum laufen. Sehr praktisch, man stellt nur neue Büchsen hinein, und die Läuse finden von selbst die neuen Pflanzen.

1. Man lege gelbe oder grüne Erbsen übernacht ins Wasser.
2. Die Erbsen werden dann zwischen Toilettenpapier gelegt, damit sich die Keime entwickeln.
3. Wenn die Keime 5-10 mm lang sind vereinzelt man die Erbsen, 15-20 per Plastik-Kästchen, in 2-3 cm hohe Erde. Warm und feucht halten.
4. Wenn die Pflanzen grüne Blätter haben und (nach ca. 5 Tagen) bis 2-3 cm hoch gewachsen sind, stellt man das Kästchen (eigentlich mehrere; man hat ja viele im Lauf der Zeit)zu den älteren Kästchen. Die Läuse wandern von selber hinüber.
5. Nach einigen Tagen haben die Läuse sich vermehrt.
Wichtig: So lange die Läuse genug Futter haben, entwickeln die Tiere keine Flügel und auch keine Männchen. Das heißt: genug Licht an die Pflanzen!
Und Tageslänge mehr als 14 Stunden.
(Diese Läuse gehen i. d. R. nur an Erbsen. Also kein Risiko für Orchideen etc.)


Erfahrungsberichte:

Übereinstimmend sagen fast alle Foren-Kommentare, dass Erbsen und Bohnen zu den Fehlgeschlagenen versuchen gehören.
Auszüge:
„…Erbsen und Bohnen gehören zu den weniger erfolgreichen Grundlagen, ich konnte gar nicht genug Pflanzensauger nachkippen, wie Lasius niger geschlachtet hat...“

„…Die Erbsenpflänzchen fingen schnell an zu schimmeln und es stank recht intensiv...“.

Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae)

http://tierdoku.com/index.php?title=Schwarze_Bohnenblattlaus
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Bohnenlaus

Merkmale:

Die geflügelten und ungeflügelten Jungfern sind breit oval, 1,7mm bis 2,7mm lang und von der Farbe her matt schwarz bis dunkelgrün. Die Fühler und die Beine sind hell mit dunkler Spitze. Auf ihrem Hinterleib tragen die Läuse zwei große Siphonen.
Die mit stechend saugenden Mundwerkzeugen ausgestattete Schwarze Bohnenblattlaus ist ähnlich wie die Wanzen ein ausgesprochener Pflanzensaftsauger. Der Saugrüssel besteht aus einer Reihe von Stechborsten, die durch umgewandelte Mandibeln und durch die ersten Maxillen gebildet werden. Die Stechborsten liegen in einer Führungsrinne, welche durch das Labium gebildet wird. Die Schwarze Bohnenblattlaus weist einen relativ plumpen und wenig sklerotisierten Körper auf. Sie kann eine Körperlänge von zwei Millimetern erreichen und weist eine dunkel olivgrüne bis mattschwarze Färbung auf. Ebenso ist der Kopf schwarz gezeichnet. Die frontalen Tuberkel sind nicht entwickelt. Die Unterseite ist schwarz gefärbt, während die langen und dünnen Beine hell erscheinen.
Die Schwarze Bohnenblattlaus besitzt zwei große Siphonen. Siphonen sind paarige Abdominaldrüsen. Diese befinden sich dorsal auf dem fünften Abdominalsegment. Aus den Siphonen kann zur Verteidigung ein Sekret ausgeschieden werden. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Honigtau, sondern um wachshaltige Blutzellen, mit denen einem Angreifer zum Beispiel die Mundwerkzeuge verschmiert werden können. Bei der geflügelten Generation Migrantes alatae sind der Kopf und der längliche Thorax glänzend schwarz gefärbt. Die Antennen sind kleiner als zwei Drittel der Körperlänge. Sie bestehen aus maximal sechs Segmenten und setzen sich aus zwei kurzen dicken Grundgliedern und ein bis vier fadenförmigen Geißelgliedern zusammen. Das Weibchen zeigt deutlich geschwollene Hinterschienbeine.

Ernährung:

Sie ernährt sich von mehr als zweihundert primären Wirtspflanzen. Dazu zählen unter anderem Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris), Strahlenlose Kamille (Chamomilla suaveolens), Weißer Gänsefuß (Chenopodium album), Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare), Kletten-Labkraut (Galium aparine), Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) sowie Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus). Die geflügelte Generation Migrantes alatae bezieht etwa im Juni die sekundären Wirtspflanzen vieler Kulturpflanzen wie Rote Rüben, Saubohnen, Pferdebohnen, Grüne Bohnen, Zuckerrüben und Mohn sowie Kartoffeln, Karotten, Artischocken und Tabakpflanzen. Die Schwarze Bohnenblattlaus ist auch ein Vektor (Überträger) bestimmter Viruskrankheiten.

Biologie & Verhalten:

Die Schwarze Bohnenlaus ist wirtswechselnd. Die Überwinterung erfolgt im Eistadium am Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und am Gewöhnlichen Schneeball (Viburnum opulus). Die geflügelten Läuse fliegen im April auf die krautigen Sommerwirte, wobei sehr verschiedene Pflanzenarten befallen werden, z.B. Bohnen, Kartoffeln, Rüben. Dort bilden sich mehrere in Kolonien lebende Generationen aus. Im Herbst erfolgt die Rückwanderung zu den Winterwirten und die Ablage der Eier.
Hauptsymptome:
Charakteristisch ist das Einrollen der Blätter und Verkrümmung der Triebspitzen. Auf dem durch die Läuse abgegebenen Honigtau können sich Schwärzepilze ansiedeln. Außerdem überträgt die Art zahlreiche phytopathogene Viren.

Bohnenblattlauszucht: Siehe Erbsenblattlauszucht.

Erfahrungsberichte:

Übereinstimmend sagen fast alle Foren-Kommentare, dass Erbsen und Bohnen zu den Fehlgeschlagenen versuchen gehören.
Auszüge:
„…Erbsen und Bohnen gehören zu den weniger erfolgreichen Grundlagen, ich konnte gar nicht genug Pflanzensauger nachkippen, wie Lasius niger geschlachtet hat...“

Hinzu kommt, die latente Gefahr, dass Mutters Pflanzen von Ausreißern befallen werden…


Wurzelläuse oder Schmierläuse (Pseudococcidae)

http://de.wikipedia.org/wiki/Schmierl%C3%A4use

Die Familie der Schmierläuse umfasst etwa 1000 Arten, die sich unter anderem in der Länge der Schwanzfäden und der Art der Behaarung unterscheiden. Sie erreichen eine Körperlänge von einem bis zwölf Millimetern. Die Körpersegmentierung ist von oben stets sichtbar. Am Körperrand befindet sich ein Kranz Dornen. Die in Mitteleuropa am häufigsten anzutreffende Art ist die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri). Seit einigen Jahren etabliert sich daneben auch die Langschwänzige Schmierlaus (Pseudococcus longispinus).
Schmierläuse kommen weltweit vor. Die Weibchen sind Phloemsauger und an praktisch allen Teilen der Pflanzen anzutreffen. Bei den meisten Arten leben die Weibchen stationär, nachdem sie sich auf der Wirtspflanze festgesaugt haben. Bei einigen Arten wie zum Beispiel bei denen der Gattung Phenacoccus bleiben sie mobil und wechseln zur Nahrungsaufnahme, zur Eiablage, zum Häuten und zum Überwintern den Ort.

Einige, als Wurzelläuse bekannte Arten saugen nur an den Wurzeln der Wirtspflanzen, leben immer unterirdisch und sind deshalb nur schwer zu entdecken. Bei Topfpflanzen sind sie (beim Umtopfen) an den typischen weißen Schmierspuren auf den Topfinnenwänden zu erkennen.

Schlussfolgerung:

Wurzelläuse sind für Ameisenhalter ungeeignet!
Neben der sehr schwierigen Beschaffung ist das Hauptproblem, das man nicht in die Erde hinsehen kann und Wurzelläuse nur an der Wurzel der Wirtspflanzen leben (also unterirdisch).
Erschwerend kommt hinzu, dass die Wachstumsbedienungen für die Pflanzenwurzeln auch ideale Nisteigenschaften für die Ameisen aufweisen und somit ein schneller Nestbau der Ameisen in den Pflanzenwurzeln sehr wahrscheinlich ist.



Getreideblattläuse:
Große Getreideblattlaus (Sitobion avenae)
Haferblattlaus (Rhopalosiphum padi)
Bleiche Getreideblattlaus (Metopolophium dirhodum)

Schadbild der Großen Getreideblattlaus:

Der Körper ist länglich, grün bis rötlich gefärbt, mit schwarzen Hinterleibsröhrchen und fast körperlangen Fühlern.

Schadbild der Haferblattlaus:

Der Körper ist oval, grünlich mit einem rötlichen Fleck um die kurzen, rostroten Hinterleibsröhrchen. Die Fühler sind halb so lang wie die Körperlänge. Sie treten vorwiegend an den Blattspreiten, am Halm und auch in Blattscheiden, selten auf den Ähren auf.

Schadbild der Bleichen Getreideblattlaus:

Der Körper ist länglich mit bleich-grünlicher Grundfärbung, auf dem Rücken mit einem grünen Mittelstreifen. Die Hinterleibsröhrchen sind blass, die Fühler drei Viertel so lang wie die Körperlänge. Sie treten vorzugsweise an den Blattunterseiten der oberen Blattetagen auf. Es kommt zu einer Schädigung der Kornausbildung durch Saftentzug an Blättern und Ähren bzw. Rispen sowie durch Schwärzepilzansiedlung auf Honigtauausscheidungen.

Biologie in Kürze:

Die Überwinterung erfolgt im Eistadium an Gräsern (Große Getreideblattlaus), Traubenkirsche (Haferblattlaus) bzw. Wild- und Gartenrosen (Bleiche Getreideblattlaus). Nur in wintermilden Gebieten überwintert die Große Getreideblattlaus auch als Sommerform. Während der gesamten Vegetationszeit sind die Getreideblattläuse lebendgebärend.
Nach zwei bis drei Generationen ungeflügelter Läuse auf dem Winterwirt erfolgt Mitte Mai/Ende Juni bei trocken warmer Witterung der Wechsel geflügelter Wanderläuse auf die Sommerwirte zum Beispiel Getreide, Mais und Gräser. Auf Getreide findet die Hauptvermehrung meist erst ab Beginn der Blüte statt. Temperaturen von 15 bis 25 Grad und Trockenheit fördern die Vermehrung. Gegen Ende der Milchreife bricht die Population schnell zusammen, wobei geflügelte Blattläuse auf andere noch grüne Sommerwirte fliegen. Im Herbst wechseln die geflügelten Blattläuse ab Temperaturen unter neun Grad zum Winterwirt zur Eiablage. Sowohl geflügelte als ungeflügelte Blattläuse kommen vor.

Die Haferblattlaus ist etwa 2 mm lang und ein wenig breiter oder tropfenförmiger als die Große oder die Bleiche Getreideblattlaus. Die Farbe ist grün-bräunlichgrün. Am Hinterleib ist ein rotbraunes Gebiet sichtbar, von dem die relativ kurzen Rückenröhren hervorstechen. Die Fühler sind meist halb so lang wie die Laus.

Die Große Getreideblattlaus ist etwa 2-3 mm und ihre Farbe variiert sehr; gelblichgrün, grün, rot oder rotbraun, brau oder braunschwarz. Die Oberseite des Hinterleibs ist dunkel. Charakteristisch sind die ganz schwarzen Rückenröhren. Die Fühler haben in etwa dieselbe Länge wie der Körper.

Die Bleiche Getreideblattlaus ist 2-3 mm und meist gelblichgrün. Am Rücken ist ein charakteristischer dunklerer grüner Rückenstreifen sichtbar. Die Fühler haben in etwa dieselbe Länge wie der Körper.


Weizenblattlauszucht:

In Keimschälchen wird Weizen gezogen bis der ca. 10cm hoch war (etwas ältere Weizenpflanzen sind meist wesentlich ergiebiger für die BL-Ernte als große Keimlinge. Gute Beleuchtung lässt sie länger durchhalten.)
Keimlinge nun mit Blattläuse mit einem alten Ansatz infizieren, der Kopfüber in die Halme gelegt wird.
Regelmäßiger Aufwand: Neuansetzen des Weizens.
Details: siehe Erbsenblattlauszucht.



Quellen:

http://tierdoku.com/index.php?title=Schwarze_Bohnenblattlaus
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Bohnenlaus

http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Rosenblattlaus

http://de.wikipedia.org/wiki/Erbsenlaus

http://de.wikipedia.org/wiki/Schmierl%C3%A4use

http://de.wikipedia.org/wiki/Mutualismus_%28Biologie%29

http://de.wikipedia.org/wiki/Rainfarn

http://www.gruenes-tirol.at/nuetzlinge/unterricht/ab_zuchtanleitung7punkt.pdf

http://www.bayceer.uni-bayreuth.de/bayceer/de/top/13769/67810/Von_Laeusen_und_Ameisen.pdf

http://www.uni-bayreuth.de/presse/spektrum/spektrum-pdf/ausgabe_03_04.pdf

http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/dissts/Bayreuth/Weinbrenner2004.pdf

http://www.stauden-stade.de/shop-einzelartikel.cfm?id=632

http://www.saatgut-vielfalt.de/saatgut/product.php?products_id=910270

http://www.ameisenforum.de

…und Teile von vielen Forenbeiträgen einschlägiger Fach-Foren im Internet.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Sunmind für den Beitrag:
Felizmenina1988

Gesperrt

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