Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

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Sir Joe

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#25 Re: Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

Beitrag von Sir Joe » 16. Dezember 2017, 12:46

Ich wäre mit solchen Zeitangaben vorsichtig, denn das Gefäß in denen die Tiere ins Kühlfach gegeben werden spielt dabei sicherlich eine große Rolle. Benutze ich beispielsweise ein kleines Gefäß, welches schnell durchgefroren ist, könnte eine halbe Stunde vielleicht ausreichen, wogegen ein größeres, mit viel Luft gefülltes Gefäß deutlich länger brauchen wird um komplett abzukühlen.

Um aber mal zur Frage zurück zu kommen, ob es möglich ist eine Kolonie ausschließlich mit lebenden Tieren groß zu ziehen, ich halte das durchaus für machbar, wenngleich das mit Sicherheit wenig praktikabel sein wird. Man bräuchte halt genügend kleine Tiere, welche für einzelne oder wenigen Arbeiterinnen wirklich ungefährlich und leicht zu erbeuten sind. Drosophila sp. sollten für so ein Vorhaben übrigens sehr gut geeignet sein. Ich wüsste nicht, was diese einer Camponotus nicobarensis Arbeiterin entgegenbringen könnte. Sie können bestenfalls die Flucht ergreifen,wenn aber eine Arbeiterin die Fliege zu packen bekommt, war’s das auch schon. Es gibt noch genügend andere Tiere wie z.B. kleine Motten, Schnaken oder andere Fliegen welche auch geeignet wären aber bevor ich zwanzig Mücken fange, schneid ich lieber ein Mehlwurm in zwei und man sollte vielleicht auch bedenken, dass der Müll auch irgendwann wieder aus dem Formikarium genommen werden muss. Auf Dauer wäre mir das also viel zu aufwändig, mMn aber durchaus machbar.

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Safiriel

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#26 Re: Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

Beitrag von Safiriel » 17. Dezember 2017, 11:40

Das stimmt natürlich, an unterschiedlich isolierende Gefäße hab ich nicht gedacht.

Bot69
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#27 Re: Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

Beitrag von Bot69 » 18. Dezember 2017, 00:15

Ist es möglich, dass C. nicobarensis in der Haltung einen Schwarmflug machen? Ich weiß, die Kolonie ist nicht alt und es wird bestimmt in frühestens einem Jahr soweit sein, ABER: Kann man soetwas extra herbeiführen?

Da es sich um eine Exotische Art handelt darf ich die nicht freilassen.
Habe gelesen, Manche lasssen die jungen Gynen einach sterben und werfen sie weg. Andere töten sie um sie wiederrum, um sie zu verfüttern.

Handelt es sich um befruchtete Gynen? Kann ich sie einsammeln und evt. für wenig Geld verkaufen oder sogar verschenken? Sie vielleicht in die Kolonie integrieren?


Weit in die Zukunft gedacht. Und so viel weiß man scheinbar nicht über die Schwärmflüge in der Haltung. Aber ich hoffe ihr könnt mir meine Frage beantworten.

Lg

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Harry4ANT

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#28 Re: Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

Beitrag von Harry4ANT » 18. Dezember 2017, 01:09

Schwarmflug in der Haltung zuhause ist durchaus keine Seltenheit.
Direkt herbeiführen lässt sich dieser meines Wissens nicht - generell kannst du versuchen den Damen die optimalen Bedingungen für eine gute (und damit schnelle) Entwicklung zu bieten.

Bei den meisten Arten in der Heim-Haltung kommt es nicht zu einer Begattung im Formucarium, da weder ein richtiger Schwarmflug (im Sinne von richtigem Ausschwärmen und fliegen) stattfinden kann und auch eine Inzucht (also Begattung innerhalb der eigenen Kolonie) nicht praktiziert wird.

Teilweise werden die Jungköniginnen und Männchen von der Kolonie getötet & entsorgt oder sie leben in der Kolonie weiter aber ohne Fortpflanzungs-Funktion.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Harry4ANT für den Beitrag:
Kalinova
A.octospinosus_ 4) _C.cosmicus_ 4) _T.nylanderi_ 4) _C.nicobarensis_ 4) _P.megacephala_ 4) _A.gracilipes_ 4) _M. barbarus_ 4) _C.japonicus_ 4) _C.fellah

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#29 Re: Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

Beitrag von Kalinova » 18. Dezember 2017, 08:53

Nur wenige Arten die in der Haltung üblich sind, lassen sich "züchten". Zudem braucht es dafür Eigenschaften, die diese Arten dann auch gleich als potentiell invasiven Arten einstufen lassen, aber das ist ein anderes Thema.

Die meisten Arten lassen sich wohl nur schwer zu einer geplanten Begattung bringen, selbst wenn man Geschlechtstiere unterschiedlicher Kolonien zusammenbringt.
Damit in der Natur ein Schwarmflug stattfindet, müssen sich möglichst viele Nester der selben Art gleichzeitig dazu entschließen ihre Geschlechtstiere starten zu lassen. Meist wohl in Abhängigkeit von Wetter und Jahreszeit aber sicherlich sind auch andere Faktoren denkbar. Der Flug an sich hat möglicherweise auch Einfluss auf die Paarungsbereitschaft der einzelnen Geschlechtstiere, denn wenn sie nicht eine gewisse Mindeststrecke zurücklegen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Partner aus der selben Kolonie stammt - was in der Natur selten von Vorteil ist.

Wenn deine Kolonie früher oder später Geschlechtstiere aufzieht, kann es durchaus auch zu einem oder mehreren Schwarmflügen kommen. Ob sich die Tiere dann aber in der Arena verpaaren bleibt fraglich.

Gruß Kalinova
Meine erste Ameise: Lasius niger -> weisellos abgegeben für Chthonolasius Gründungsversuch
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#30 Re: Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

Beitrag von Safiriel » 18. Dezember 2017, 19:39

Dazu kommt noch, dass die Ameisen entscheiden, was sie mit ihren Geschlechtstieren tun.
Einheimische Ameisen haben bei mir schon Schwarmflüge gestartet, meine Südeuropäer aber nicht.
Ich vermute, dass die Tiere spüren, dass keine passende Kolonie in Reichweite ist und daher von einem Schwarmflug absehen. Diese bringen reichlich Geschlechtstiere hervor. Die Männchen "verschwinden" irgendwann. Die Jungköniginnen werden teils flugunfähig gemacht und dienen als Packesel.
Sollte Deine Kolonie ähnlich verfahren, wäre es sehr mühsam die Königinnen herauszusammeln.

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Harry4ANT

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#31 Re: Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

Beitrag von Harry4ANT » 18. Dezember 2017, 19:42

Safiriel hat geschrieben:Sollte Deine Kolonie ähnlich verfahren, wäre es sehr mühsam die Königinnen herauszusammeln.


Und sinnlos, da nicht begattet oder ? ;)
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#32 Re: Camponotus (cf.?) nicobarensis, einige Fragen

Beitrag von trailandstreet » 19. Dezember 2017, 10:25

Kannst es ja trotzdem versuchen und ein paar gründen lassen. Es ist ja nicht 100%ig gesichert, ob eine intranidale Begattung stattfindet.

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