Camponotus rufoglaucus feae Haltungsbericht

Unterfamilie: Formicinae
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Saskia80

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#9 Re: Camponotus rufoglaucus feae Haltungsbericht

Beitrag von Saskia80 » 8. April 2018, 08:12

19.03.2018 - 29.03.2018

Die Ameisen pendeln täglich mit der Brut zur Heizmatte und in der Nacht, wenn es etwas kühler wird, bringen sie sie wieder zurück in das Reagenzglas. Die Brut wird genau an der Stelle abgelegt wo der Dekostein angeschrägt ist und fast die Scheibe berührt und dort habe sie auch eine kleine Kuhle gegraben:

10491048

Sie haben auch am seitlichen Belüftungsgitter in der Nähe Sand aufgeschüttet. Der Zweck ist mir nicht ganz klar. Ob es etwas mit dem Luftstrom zu tun hat? Oder musste der Sand einfach irgendwo hin?

1050

Die zweite Major-Arbeiterin ist geschlüpft und weitere Arbeiterin in verschiedenen Größen. Ansonsten ist der Futterbedarf gestiegen. Am frühen Morgen ist immer noch die höchste Außenaktivität mit bis zu 10 Arbeiterinnen in der Arena. Ich habe die Menge beim angebotenen Agavendicksaft erhöht, den sie inzwischen nur noch bekommen. Auf Zuckerwasser verzichte ich momentan komplett. Sie bekommen täglich Futtertiere und ich habe da nun auch ein bißchen größere Futtertier in Form von kleinen Heuschrecken dazu genommen. Die bekommen sie am Stück und die können sie auch selber zerlegen und bringen die Einzelteile in das Nest:



30.03.2018 - 01.04.2018

Am Osterwochenende habe ich dann das Y-tong Nest angeschlossen. Am ersten Abend sind 2 Arbeiterinnen eingezogen und am Folgetag kam eine weitere hinzu. Der große Umzug blieb zunächst aus. Am Ostersonntag ging es dann aber gegen 18 Uhr los und der Umzug hat dann 17 Stunden (!) gedauert und war am Ostermontag gegen 11 Uhr beendet. Denn scheinbar dürfen/müssen nur eine Handvoll Arbeiterinnen die Brut transportieren. Dazu kommen noch ein paar kleine Minor-Arbeiterinnen als Eskorte und ein paar Ameisen die Duftspuren legen. Ich muss sagen, dass ich es schon beim Brut pendeln zur Heizmatte bemerkt hatte. Aber ich dachte irgendwie nicht, dass sie es beim Umzug genau so langwierig ablaufen würde.



Bei den großen Puppen und Larven war es wirklich auch Schwerstarbeit für die kleinen Minore:



Die Media-Arbeiterinnen wurden bei dem Umzug größtenteils per Ameisen-Taxi in das neue Nest getragen. Die sind sonst eigentlich fast immer nur im Nest und kümmern sich um die Brutpflege und speichern Futter in ihren größeren Gastern. Ein paar Media-Arbeiterinnen waren aber selber in das neue Nest gelaufen. Die wirkten aber etwas orientierungslos. Während die Minor-Arbeiterinnen zielstrebig ein bestimmten Route zum Nest folgten, irrten manche Media-Arbeiterinnen in der Arena rum und manchmal liefen sie auch wieder zurück. Manche Media-Arbeiterinnen waren von dem Umzug auch überhaupt nicht begeistert. Die kleineren Minor-Arbeiterinnen waren aber nicht zimperlich und haben sie mit Ameisen-Diplomatie "überredet". In diesem Video hat sich eine kleine Minor-Arbeiterin gegen eine viel größere Media-Arbeiterin durchgesetzt und sie wurde anschließend in das neue Nest befördert:



Auch Königin Zelda ist umgezogen. Das lief jedoch nicht ganz reibungslos ab. Das helle Licht hat sie ziemlich aufgeregt und sie ist zwischenzeitlich zurück gerannt. Ich hatte dann die Arena für sie abgedunkelt. Im zweiten Anlauf hat dann der Umzug geklappt. Allerdings hat dann die Bildqualität im zweiten Teil des Videos wegen der schlechten Belichtung gelitten. Aber ich wollte sie nicht weiter aufregen.



Die Majore bildeten zusammen mit ein paar noch verbliebenen Media-Arbeiterinnen die letzte Karawane zum neuen Nest:



02.04.2018 - 07.04.2018

Die Kolonie hat sich im neuen beheizten Nest eingelebt. Die Königin hat die mittlere Kammer für sich beansprucht und die Brut wird an der wärmsten Stelle gelagert:



Das Reagenzglas lasse ich noch eine Weile in der Arena, falls sie doch wieder zurück möchten. Dort halten sich momentan auch 1-2 Arbeiterinnen auf.
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#10 Re: Camponotus rufoglaucus feae Haltungsbericht

Beitrag von Saskia80 » 22. September 2018, 17:14

8.4.2018 - 14.9.2018

Fütterung:
Im Bereich Kohlenhydrate hat die Kolonie nun über Monate ausschließlich unverdünnten Agavendicksaft erhalten.

Für die Proteinversorgung habe ich verwendet: Pinky Maden/Puppen, Mehlkäfer/-nymphen/-larven, Wachsmottenlarven, Heuschrecken, Grillen und in der Wohnung gefangene Fliegen, Wespen und Spinnen.

Hier ist ein Video von einer jüngeren Fütterung:



Aktivität:
Die Arbeiterinnen sind am Tag und in der Nacht aktiv. Wenn es dunkler wird nimmt die Anzahl der Arbeiterinnen in der Arena jedoch etwas zu. Auch die größeren Majore lassen sich inzwischen in der Arena blicken und nehmen auch am Geschehen aktiv teil.

Kolonieentwicklung:
Die Kolonie hat sich prima entwickelt. Königin Zelda hört nicht auf Eier zu legen und die Anzahl der Arbeiterinnen hat sich enorm erhöht. Das Nest in das sie beim letzten Update im April eingezogen waren, ist inzwischen auch schon wieder zu klein geworden. Es ist bis zum Anschlag mit Arbeiterinnen und Brut gefüllt:



An den Wassertränken wurde Sand von anderen Teilen des Formicariums aufgeschüttet und bei den beiden rechten Tränken wurde auch gegraben und ein kleiner Außenposten errichtet:



Auch das alte Reagenzglas wird wieder bewohnt und es ist ebenfalls voll mit Arbeiterinnen. Eine Erweiterung war dringend notwendig.

15.9.2018
Ich habe als weitere Nestmöglichkeit eine 30x20 Ameisenfarm mit Gipsnest angeschlossen. Das Gipsnest habe ich mit Sand/Lehm ausgestrichen. Die ersten Arbeiterinnen sind kurze Zeit später bereits ohne Brut eingezogen.

19.9.2018
Auch die Arena wurde erweitert und ein drittes Becken 40x30x30 wurde gleich unter die Lupe genommen:



und so sieht die Anlage aktuell aus:

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#11 Camponotus rufoglaucus feae Haltungsbericht

Beitrag von Saskia80 » 13. April 2020, 14:14

Nach einer langen Pause gibt es tatsächlich mal wieder ein Update von mir. :o

Seit dem letzten Bericht hat sich ein bißchen was getan. Die Kolonie ist nun schon fast 2,5 Jahre bei mir und ist weiter gewachsen. Gehalten habe ich sie bei Zimmertemperatur, wobei es im Sommer in ihrem Raum (Dachboden) automatisch wärmer ist und die Zimmertemperatur sich teilweise auf deutlich über 30 Grad erhöht. Heizmatten habe ich aktuell nicht mehr im Einsatz. Auch die Nester werden nicht beheizt. Wenn es kälter ist, biete ich ihnen aber eine zusätzliche Wärmequelle in Form einer Wärmelampe an. Bei wärmeren Temperaturen, wird die Brut zum Teil auch in die Arena gebracht und die Brutpflege außerhalb des Nests betrieben:



Hier kann man noch die sehen wie die Ameisen von dem einschalten der Wärmelampe angezogen werden:



Das Wachstum kommt mir inzwischen zwar etwas langsamer vor und ich habe nicht mehr den Eindruck, dass sich die Bevölkerungszahl ständig verdoppelt. Aber dennoch ist die Kolonie recht groß geworden und es ist noch viel Brut zu sehen.

Hier könnt ihr das größere Nest sehen, dass rappelvoll ist (Farm mit Gipsfüllung - 30x20 cm)



Leider sind die Scheiben teilweise verschmiert und die Nesteinsicht ist deshalb nicht ganz gegeben. Dazu haben sie noch ihr kleines erstes Ytong-Nest (20x15 cm), dass ebenfalls voll genutzt wird. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wie viele Ameisen es inzwischen sind. Ich kann so etwas schlecht schätzen, aber ich halt die ursprünglichen Händlerangaben der maximalen Koloniegröße von einigen hundert bis tausend Arbeiterinnen als Richtwert nicht mehr fest. Bisher sind jedoch insgesamt auch nur sehr wenige Arbeiterinnen gestorben.

Die Kolonie benötigte ein neues Nest und ich habe dann am 4.4.2020 eine weitere Farm angeschlossen (60x30 cm mit einer Antstore Digfix Füllung). Das Material wurde von mir teilweise befeuchtet und ich hatte mit einem Schraubendreher ein kleines Anfangsloch gebohrt. Sie haben auch angefangen zu graben und nach nun knapp über einer Woche ist eine dreieckige Kammer unter dem vorgebohrten Loch zu sehen:

1969

Das übrige Setup wurde von mir bei dieser Gelegenheit auch verändert und überarbeitet. Die beim vorherigen Update angeschlossene Arena mit der zerbrochenen Vase hatte sich als unpraktisch erwiesen, weil die Arbeiterinnen gerne Futterreste in die Ritze unter der Vase geschoben haben. Dort konnte ich dann die Futterreste nicht entfernen, was mich sehr gestört hatte.

Also habe ich eine neue Arena (60x30x30 cm) für sie vorbereitet:

1943 1944 1945

Verwendet hatte ich dafür eigene Sand-/Lehmmischungen, die ich in unterschiedlichen Verhältnissen in der Arena als Bodengrund genommen habe. Als Deko habe ich kleine "Bäumchen" aus Talawa-Holz genommen, die ich aus der Aquaristik-Abteilung einer großen Zoohandlung habe. Die waren praktischerweise auch schon auf Tonplatten geschraubt.

Dann haben sie noch ein kleines Becken (20x20x20 cm) als Futterbecken erhalten:

1967

Das haben sie in erster Linie bekommen, damit ich nicht ständig die verkabelten Deckel der großen Arenen anheben muss, weil sie das manchmal doch ganz schön aufschreckt.

Bei Ebay habe ich von einem Ameisenhalter einen "Schlauchturm" erworben und insgesamt haben sie nun ca. 7-8 Meter zusätzliche Laufstrecke durch Schläuche erhalten.

Dieser Teil ist noch vom alten Setup übrig:

1954

und dieser Teil ist neu dazu gekommen:

1953

Beim Umbau hatte ich vorher möglichst viele Arbeiterinnen mit der Wärmelampe und Futter in das Nachbarbecken gelockt. Trotzdem mussten noch etliche Ameisen von mir einzeln umgesetzt werden. Das war natürlich für die Ameisen und auch für die Halterin stressig und es hat auch ein paar Stunden gedauert. Ein paar wenige Arbeiterinnen sind augebüchst, aber ich konnte sie recht schnell wieder einfangen. Am Ende hat sich aber gelohnt finde ich und ich bin mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden.

Insgesamt schaut es nun so aus:

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(von links nach rechts: Ytong-Nest 20x15cm, Farm 30x20cm, Arena 60x30x30 cm, Schlauchturm, Arena 60x30x30 cm, Farm 60x30 cm, Arena 20x20x20 cm)
1968

Wenn sie in die neue Farm einziehen sollten, möchte ich gerne auch den Bereich, der noch vom alten Setup übrig ist überarbeiten.

Über Feedback im Diskussionsbereich würde ich mich sehr freuen: https://www.ameisenforum.de/diskussion- ... 57431.html
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#12 Camponotus rufoglaucus feae Haltungsbericht

Beitrag von Saskia80 » 29. April 2020, 19:11

Kurz nach dem letzten Update sind sie in eine der externen Wassertränken "eingebrochen":
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Da haben sie wohl eine Schwachstelle gefunden. Aber insgesamt unternehmen sie eigentlich keine großartigen Ausbruchversuche und sind dahingehend pflegeleicht.

In der neuen Digfix-Farm ist noch nicht viel passiert. Sie haben nur ein bißchen weiter gegraben:
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Zwischenzeitlich passierte dort gar nichts. Erst als ich das Material nachgefeuchtet habe, haben sie dort weiter gemacht. Vermutlich war ich da etwas zu sparsam mit der Befeuchtung.

Bei der Fütterung habe ich im Bereich Obst festgestellt, dass Wassermelone gut ankommt. Sonst sind sie für Obst nur mäßig zu begeistern. Hier ist ein aktuelles Fütterungsvideo mit Fruchtfliegen, Apfel und Wassermelone:

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#13 Camponotus rufoglaucus feae Haltungsbericht

Beitrag von Saskia80 » 8. August 2020, 12:58

So schaut es aktuell bei der Digfix-Farm aus:

2016
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