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Rocksheeps Haltungsbericht: Camponotus cruentatus

Unterfamilie: Formicinae
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#1 Rocksheeps Haltungsbericht: Camponotus cruentatus

Beitrag von Rocksheep » 22. Mai 2020, 09:13

Ich starte hier also meinen Haltungsbericht mit meinen Camponotus cruentatus, in der Hoffnung, dass er erfolgreicher verläuft, als mein letzter mit den Camponotus nicobarensis.
Ich eröffne keinen separaten Diskussionsthread, da ich es jeweils einfacher finde für spätere Leser, wenn alles im gleichen Thread zu finden ist.

Zur Artenbeschreibung geht es hier: camponotus-cruentatus-t31089.html

Die Anlage besteht aus einer 20x20-Arena und einem Nest mit Gips-Einsatz. Der Bodengrund ist eine einmal angefeuchtete Sand-Lehm-Mischung, die ich habe aushärten lassen. Dazu verschieden grosse Steinchen und etwas normalen Sand als Deko und Baumaterial.
Ich habe zwei Heizmatten installiert. Eine unter der Hälfte der Arena, mit zugeschnittenen Korkzapfen als Buffer, damit es nicht zu heiss wird, und eine an der Rückseite des Nests. Zusätzlich habe ich bereits ein frisches, abgedunkeltes Reagenzglas in die Arena gelegt. Mein Plan war es, dass dieses RG an einer eher kühleren Stelle in der Arena liegt und dass ich das neue, mit der Kolonie drin, dann mal in einen wärmeren Bereich lege. Somit könnten sie dann selber wählen, was ihnen besser gefällt.
In den Artenbeschreibungen steht immer etwas von Temperaturen bis 28°C im Nest, in den Haltungsberichten, die ich bisher gefunden habe, war aber oft die Rede, dass sie es noch etwas wärmer mögen (um die 30°C). Ich versuche momentan eine Temperatur von 28 - 29°C hinzukriegen.

1999

Die Königin ist zusammen mit sieben Arbeiterinnen angekommen und es scheinen alle wohlauf zu sein. Ich glaube sowohl eine Larve wie ein Ei gesehen zu haben, aber mehr Brut ist da nicht vorhanden. Aber eines hat mich aus den Socken gehauen: Die Königin ist gigantisch! Ich dachte das schon bei der C. nicobarensis Königin, aber die von C. cruentatus ist nochmals eine andere Nummer, habe ich das Gefühl.

Hier mal die Fotos der Beiden im Vergleich. Wobei das etwas zuviel gesagt ist, weil ich leider nichts habe, das als Vergleichsmass in beiden Fotos dienen würde.

Camponotus cruentatus
1995

Camponotus nicobarensis
1896

Etwas anderes, das mir aufgefallen ist, ist das extrem lange Reagenzglas, in dem die Guten angekommen sind, noch dazu verschlossen mit Stahlwolle. Das hat mich vor zwei Hürden gestellt: Erstens ist das Reagenzglas so lang, dass ich es eigentlich einfach nur genau quer durch die Arena legen kann, was mich dazu führte, die Wärmematten neu auszurichten, damit sie einen wärmeren und kälteren Bereich innerhalb des RGs haben. Das frische RG habe ich trotzdem mal drin gelassen und zwar im wärmeren Bereich, weil ich hoffte, dass sie vielleicht schnell dorthinein ziehen und ich das Monster-RG entfernen kann (Spoiler: Sind sie nicht...).
Die zweite Hürde war das Entfernen der Stahlwolle. Die sass so extrem fest, dass ich ziemlich rupfen musste, um die rauszubringen. Dafür musste ich das RG dann doch nochmals aus der Arena nehmen, was mühsam war, weil die Arbeiterinnen bereits etwas aggressiv am anderen Ende der Wolle warteten. Alles in allem ein Heidenstress für die Kleinen, aber schlussendlich hat alles geklappt.

1998

Soviel mal zum Aufbau und zum Start der Kolonie in ihrem neuen Heim.
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#2 Rocksheeps Haltungsbericht: Camponotus cruentatus

Beitrag von Rocksheep » 3. Juni 2020, 17:32

In den ersten beiden Wochen seit die Kolonie angekommen ist, sind nun zwei Arbeiterinnen gestorben. Damit muss man wohl rechnen und ich denke, dies ist nicht weiter schlimm. Den restlichen fünf + Gyne scheint es gut zu gehen und sie sind irgendwie auch aktiver, als ich es gedacht hätte.

Ein paar spannende Beobachtungen konnte ich anstellen:
Die zu Beginn vorhandene Brut - die ja sehr gering war - war irgendwann verschwunden. Ich dachte mir, dass sie wohl nach dem Versand-Stress gefressen worden wäre, dann aber habe ich etwas seltsames entdeckt. Und zwar lag eines Tages eine halbe Ameise (Kopf und Thorax) in der Arena. Das alleine ist ja nicht weiter überraschend, aber die Ameise war viel kleiner als die Arbeiterinnen und noch dazu fast transparent, fast wie eine Nacktpuppe. Denkt ihr, es handelte sich um eine Puppe, die von den anderen aufgerissen und nur halb gefressen wurde? Ich habe leider keine Bilder davon.

Etwas anderes Interessantes ist die Tatsache, dass ich immer mal eine einzelne Ameise im angeschlossenen Gipsnest, wie auch im kleineren Reagenzglas sehe. Im Gipsnest läuft sie meistens etwas herum, bevor sie zurückkehrt, aber im RG sitzt sie ab und zu sehr lange. Ich weiss nicht, ob es sich dabei immer um die selbe Arbeiterin handelt oder nicht. Könnt ihr euch einen Reim machen daraus? Nimmt die eine Dame gerade eine Langzeitstudie vor, um abzuschätzen, ob das RG oder das Nest für einen langfristigen Umzug geeignet sein könnten, oder will sie einfach etwas Privatsphäre und Ruhe von den anderen? ;)
Auf jeden Fall habe ich vor ein paar Tagen mal die Abdeckung permanent entfernt über dem langen RG und sie nehmen das auch recht locker scheint es mir, obwohl es am Anfang etwas Unruhe gab. Aber ein Umzug scheint nicht geplant, obwohl sie ja durchaus mehrere abgedunkelte Möglichkeiten hätten. Ich fand es am Anfang super, als ich beobachten konnte, wie sie den Eingang des RGs mit Steinchen verbauten (siehe Foto) und ich habe den Eingang des kleineren RGs ebenfalls schon etwas mit Steinchen gefüllt, um ihnen die Entscheidung vielleicht einfacher zu machen.
Was soll mir das sagen? Ist es im kleineren RG vielleicht zu feucht oder zu trocken und soll ich dieses mal ersetzen? Von der Temperatur her müsste dort drin dieselbe herrschen, wie im anderen RG auch. Sie müssen von mir aus nicht direkt ins Gipsnest, aber ich fände es super, wenn sie endlich aus diesem verschmutzten Riesen-RG ausziehen würden, damit ich es entfernen kann. Es macht die Fütterung und Säuberung in der Arena etwas mühsam.

2000

Auf jeden Fall gibt es nun auch neue Brut. Ich bin mir nicht sicher, ob es bereits Puppen hat, aber zumindest Eier und Larven gibt es. Zu Fressen erhalten sie diverse Dinge. Bei den Kohlenhydraten sind es momentan Honig oder Honigwasserlösung, wobei die Lösung definitiv beliebter ist, als der feste Honig. Eine halbe Traube haben sie auch einmal erhalten, aber die fanden sie gänzlich uninteressant. Ich habe mir vorgenommen demnächst mal selber Invertzucker herzustellen und werde dann mal sehen, was sie davon halten.
Bei den Proteinen ist das Katzennassfutter der absolute Champion, gleich vor den Schokoschaben. Seit ich ihnen die klitzekleinen Schokoschaben anbiete, können sie sich dafür für die Drosophila so gar nicht mehr begeistern. Naja, ich hab zum Glück Schaben im TK, die genügen bis die Kolonie dann irgendwann an Grösse explodiert. Und Katzenfutter gibt es so oder so mehrmals in der Woche bei den Fellnasen, wo ich was stibitzen kann.
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#3 Rocksheeps Haltungsbericht: Camponotus cruentatus

Beitrag von Zitrus » 3. Juni 2020, 18:10

Rocksheep hat geschrieben:
3. Juni 2020, 17:32
ein Umzug scheint nicht geplant, obwohl sie ja durchaus mehrere abgedunkelte Möglichkeiten hätten. Ich fand es am Anfang super, als ich beobachten konnte, wie sie den Eingang des RGs mit Steinchen verbauten (siehe Foto) und ich habe den Eingang des kleineren RGs ebenfalls schon etwas mit Steinchen gefüllt, um ihnen die Entscheidung vielleicht einfacher zu machen.
Was soll mir das sagen? Ist es im kleineren RG vielleicht zu feucht oder zu trocken und soll ich dieses mal ersetzen? Von der Temperatur her müsste dort drin dieselbe herrschen, wie im anderen RG auch. Sie müssen von mir aus nicht direkt ins Gipsnest, aber ich fände es super, wenn sie endlich aus diesem verschmutzten Riesen-RG ausziehen würden, damit ich es entfernen kann. Es macht die Fütterung und Säuberung in der Arena etwas mühsam.
Selbst, wenn die Bedingungen im alternativen RG oder im Gipsnest besser sind, als im RG, dass sie derzeit behausen, kann es eine ganze Weile
dauern, bis sie umziehen, denn nur zu Hause fühlt man sich zuhause, auch wenn es vielleicht etwas dreckig sein mag. ;) Spätestens, wenn ihr
jetziges RG austrocknet oder der Platz nicht mehr reicht, sollte es aber soweit sein.
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#4 Rocksheeps Haltungsbericht: Camponotus cruentatus

Beitrag von Rocksheep » 4. Juni 2020, 21:23

Merci für den Input, Zitrus. Der Wassertank im grossen RG war schon am Anfang recht klein. Dann hoffe ich einfach darauf, dass der bald austrocknet und die Damen ihren Hintern hochkriegen und dann umziehen. ;)
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#5 Rocksheeps Haltungsbericht: Camponotus cruentatus

Beitrag von ddoc » 17. Oktober 2020, 21:28

Hi Rocksheep!
Gibt es mittlerweile was neues zu berichten? Wie geht es den Ameisen, sind sie umgezogen und wie ist das Wachstum?
Gruß Michael
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