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Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

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Doli
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#1 Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

Beitrag von Doli » 4. Oktober 2020, 20:50

Am 18.03.2020 kamen sie bei mir an ... 1 Königin, 3 kleine Arbeiterinnen und (wahrscheinlich) eine kleine Larve. Genau konnte ich es damals nicht sehen, denn ich wollte die kleinen schreckhaften Texanerinnen (?) nicht zu sehr stressen und habe das Reagenzglas gleich mit einer roten Folie umwickelt, an eine 20*20 cm Arena angeschlossen. Den Zugang habe ich mit Stahlwolle verkleinert und die Kleinen konnten durch ein Röhrchen ein und ausgehen.

Was ich von Anfang an faszinierend finde ... die Mädels haben kaum Respekt und sind vom ersten Tag an recht aggressiv bei der Verteidigung des Nestes. Vor allem Erschütterungen stören sie ungemein und alle drei Ladys stürzen sich dann auf vermeintliche Feinde. Licht stört weniger ...

Dann ging es sooooo gaaaanz langsam los. Irgendwann im April hab ich dann einen kleinen Haufen Eier oder auch kleiner Larven hinter der roten Folie erahnt. Daraus sind dann recht kleine Indianerinnen geschlüpft - nur 4 weitere erst einmal. Damals habe ich noch ein wenig mit der Temperatur im Reagenzglas herumgespielt und mich nicht getraut diese über 30 Grad zu steigern. Das war vielleicht ein klein wenig wie mit angezogener Handbremse anfahren ... denn als dann mit dem Sommer die Temperaturen in meiner Dachwohnung auf knapp unter 30 Grad gestiegen sind, da ging’s dann ab ... die Aktivität steigt bei den Kleinen extrem mit höheren Temperaturen!

Mit jeder kleinen Welle an Nachkommen sind diese größer geworden. Und mit jeder Generation wurden die Nachkommen zahlreicher. Wenn ich es überschlage, dann verdoppelt sich mit jeder Generation die Anzahl der Arbeiterinnen ... 4, 8, 16, 32 und so on ...

2014

Irgendwie hatte ich im Juli das Gefühl, ey, Mädels, ihr müsst mal umziehen, das Wasser im Reagenzglas geht zur Neige und ich habe Euch ein Ytongnest und ein Digfixnest angeschlossen, nun habt Ihr die Qual der Wahl! Es hat aber echt lange gedauert, bis sie dann im September in einer Nacht und Nebelaktion die Larven und Puppen in das auf 30 Grad Oberflächentemperatur beheizte Ytongnest gebracht haben. Die Königin ist dann am folgenden Tag nachgezogen. Das Digfixnest haben sie bis dahin überhaupt nicht beachtet - erst nach dem Umzug haben ein paar wenige Arbeiterinnen - für diese Art scheinbar ganz typisch - einen senkrechten Tunnel bis auf den Bodengrund gebuddelt und arbeiten sich da jetzt weiter vor. Die wollen tief tief runter ... ätsch, ich hab Euch da aber die Heizung gekappt! Ha ...

2038 2039

Im Moment dürften es zwischen 50-70 Arbeiterinnen und in etwa gleich viele Larven und Puppen sein. Ich schaue allerdings ganz selten in das im September bezogene Ytongnest. Die Verluste halten sich momentan noch in Grenzen. 2 Pygmäen, die ihre Königin zu mir begleitet haben, und eine große Arbeiterin der letzten Generation habe ich bis jetzt verloren.

Die Larven und Puppen werden im Zentrum unter der Heizmatte gelagert, die Königin hält sich meist in einer Kammer direkt daneben in einem minimal kühleren Bereich auf. Die inzwischen fleißig eingetragenen Körner werden in den Randbereichen auf Haufen gelagert.

Aber was sie noch mehr lieben ... Fliegen! Fliegen! Fliegen! Ich bin gespannt, was die so verdrücken, wenn sie mehr werden ... und wann sie dann mal irgendwann etwas ruhiger werden ...

Und wer Fragen hat - nur zu ... 4)
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#2 Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

Beitrag von Foxinathor » 5. Oktober 2020, 15:27

Hi, danke für deinen Bericht!
Ich halte seit kurzem eine Pogonomyrmex Badius Queen (erste Arbeiterinnen sollten bald schlüpfen).
Wie wirst du es denn mit der Winterruhe handhaben? Wirst du die Temperatur um ein paar Grad senken oder normal weiterheizen?
LG
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#3 Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

Beitrag von Fabey93 » 5. Oktober 2020, 16:50

Foxinathor hat geschrieben:
5. Oktober 2020, 15:27
Wie wirst du es denn mit der Winterruhe handhaben? Wirst du die Temperatur um ein paar Grad senken oder normal weiterheizen?
Da ich auch ne kleine Indianerin des Südwestens halte, zwar keine Pogo, antworte ich einfach mal, wie ich es halte. Auf Fourmishome hab ich zu Pogonomyrmex barbatus und Novomessor cockerelli die Angabe gefunden, dass sie wie Südeuropäerinnen überwintern sollen.
Deshalb schalte ich die Heizelemente ab Mitte Oktober aus und werde sie Mitte November im Keller einwintern.
Hoffe, das hat dich weiter gebracht ;)
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#4 Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

Beitrag von Doli » 5. Oktober 2020, 18:33

Ähnlich wie Fabey93 habe ich es auch vor ... aber da ich nicht so ganz weiß, woher die Ladys ganz genau stammen, werde ich ein wenig auf die Aktivität achten und dann die Heizmatte abschalten - die heizt das Nest tagsüber auf um die 30 Grad, auch manchmal drüber! Und die freuen sich über die Hitze total ... bei mir leben sie im Schlafzimmer auf einem Board unter dem Dachfenster. Im Winter ist das Schlafzimmer ... 🥶 … nicht geheizt und maximal so um die 15 Grad warm und unter dem Fenster auch noch etwas kühler, da ich das auch oft noch offen habe ... das sollte dann ganz o.k. sein - mal schauen?! Ich werde ab und an berichten ...
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#5 Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

Beitrag von Foxinathor » 5. Oktober 2020, 23:01

Danke für eure Antworten :D ich werde mir mal die Temperaturen von Texas und Mexiko anschauen und mich auch etwas danach richten.
Wisst ihr zufällig wie weit diese Art ihre Brut vor der Winterruhe aufzieht? Ich habe noch eine Puppe, eine Larve und einen Haufen Eier liegen 6)

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#6 Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

Beitrag von Fabey93 » 5. Oktober 2020, 23:16

Foxinathor hat geschrieben:
5. Oktober 2020, 23:01
Danke für eure Antworten :D ich werde mir mal die Temperaturen von Texas und Mexiko anschauen und mich auch etwas danach richten.
Wisst ihr zufällig wie weit diese Art ihre Brut vor der Winterruhe aufzieht? Ich habe noch eine Puppe, eine Larve und einen Haufen Eier liegen 6)
Mexiko ist groß!
Also ich bin vorgegangen, indem ich den Durchschnitt aus Tageshöchst- und -tiefsttemperatur genommen habe. Für New Mexico, Texas, Kalifornien, Utah in den USA, sowie für Chihuahua, Sonora, Baja California und die beiden anderen nördlichen Provinzen Mexikos.
Daraus dann auch den Durchschnitt - voilà! Und ich komme - oh Wunder! - auf Winterruhe von mind. Mitte Nov. bis mind. Mitte Feb. bei bestenfalls 12-17 Grad.

Wenn du - bzw. der Händler - die Provenienz auf einen Bundesstaat eingrenzen kannst, wird es keine so große Rechnerei wie bei mir :lol:

Doli
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#7 Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

Beitrag von Doli » 5. Oktober 2020, 23:25

4) ... fleißig fleißig! 3)

Bei mir ist im Moment jede Menge Brut in allen Stadien vorhanden ... vor dem Umzug in das Ytongnest im September war die Königin auch mega dick, das ist sie jetzt nicht mehr, aber sie hat wohl etliche Eier gelegt ... ich werd mal versuchen vom Nestinneren ein Foto zu machen. Durch das rote Plexiglas kann man kaum was erkennen und auch durch den Sand und die Steinchen ist die Brut im Licht auf die Schnelle kaum zu erkennen bzw. zu zählen ...

... soweit ich es bis jetzt beim nachlesen verstanden habe werden meine Mädels nicht direkt in Winterruhe gehen, nur die Aktivität mit den sinkenden Temperaturen runterschrauben. Da wird dann wahrscheinlich auch die Brut während der kalten Jahreszeit mit Überwinterung gepflegt werden. Ich bin gespannt! Ich sehe es so wie Fabey93.
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#8 Pogonomyrmex rugosus (sporadischer Haltungsbericht)

Beitrag von tierfreund94 » 6. Oktober 2020, 09:29

Hallo Doli,
Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht :) Ich habe bisher noch keine Erfahrung in der Haltung von Ameisen und würde mich sehr darüber freuen, wenn du uns weiterhin auf dem Laufenden hältst.
Grüße tierfreund94
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