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Pheidole pallidula - Release the swarm

Unterfamilie: Myrmicinae
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TheDravn

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#1 Pheidole pallidula - Release the swarm

Beitrag von TheDravn » 6. Januar 2022, 16:34

Vorwort
Endlich ist es soweit, hoffe ich zumindest, und ich halte meine zweite Ameisenart, nach mehreren gescheiterten Versuche bei Camponotus turkestanicus hab ich mich dazu entschieden mich an Pheidole pallidula ranzuwagen. Eigentlich wollte ich die Art schon länger halten, da sie so ziemlich das Gegenteil von Messor barbarus ist in meinen Augen, klein, aggressiv und nicht tollpatschig, jedoch hat mich immer der Ausbruchschutz hadern lassen. Denn was für mich bei der Art ein muss ist, sind Luftdichte Boxen, aber ich wollte dennoch ein modulares Formicarium haben mit einem fertigen Nest für den Einblick. Aber da passende Nester mit einfachen hilfsmitteln zu schnitzen, war mehr Krampf und Kampf, als das es sich optisch und funktionell gelohnt hat.

Dann hab ich zu Weihnachten von meiner Schwester einen Dremel bekommen und mir war klar, jetzt muss eine Pheidole pallidula Kolonie her, denn jetzt eine ordentliche Anlage zusammen zu bauen sollte kein Problem mehr sein.

Das Nest
Schnell hatte ich alles beisammen, zumindest nach Neujahr, zwischen den Jahren irgendwas spontan zu bekommen ist eine Aufgabe für sich. Behälter eingeölt, Gips rein und Deko oben drauf und erstmal warten. *Knacks* Mist der Behälter hat Risse bekommen und erstmal nachgefragt, ob sich die Kolonie das zu nutzen machen kann. Da das ganze vorläufig erstmal nur als Start dienen soll und nur optisch ein Markel ist, bin ich bei dem Behälter gelieben. Also ging es ans planen und einzeichnen, ein Wassertank muss her und viele Kammern, mit dem Dremel und den passenden Aufsätzen ging es dann auch schon dem Gipsblock an den Kragen. Und wow, das geht viel einfacher als mit Schnitzwerkzeugen und preziser, warum hab ich das nicht schon immer so gemacht? Nur noch ein paar Löcher in den Deckel gebohrt und mit einem sehr feinem Metalgaze verklebt und fertig. Das war gleich darauf wurde die Kolonie bestellt, wird dann wohl nächste Woche ankommen, dachte ich.
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Überraschung von DHL
Heute, es klingelt an der Tür und ich bekomme ein Paket in die Hand gedrückt, das kann doch nicht sein oder? Anscheinend doch, die Kolonie ist bereits da, ganz schön klein die Kleinen. Mir war klar, es war gut das ich gehadert hatte, in einer einfachen Anlage wären die schneller draußen gewesen als ich gucken kann. ~30 Arbeiterinnen hab ich gezählt und Brut in diversen Stadien sind auch zu sehen, Verluste bisher keine.
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Problem, eigentlich wollte ich das Reagenzglas mit hilfe eines Schlauchs anschließen, nur leider war das Reagenzsglas nicht in der passenden Größe, wie ich es sonst von der Camponutus kannte. Keiner meiner Schläuche hätte drüber gepasst und zum reinstecken waren die anderen zu klein. Also hab ich das gemacht, was man nicht machen sollte... Nachdem ich der Kolonie ein paar Stunden Ruhe gönnte um warm zu werden, klopfte ich die Kolonie in ihr neues Zuhause. Bis auf ein paar Eier fielen alle rein, ist also verkraftbar und die Gyne flüchtete sofort ins Nest, während die Arbeiterinnen panisch die Brut eingesammelt hat. Mal heute Abend nachschauen und den Filz, den ich als ich Abdeckung vom Nestbereich nutze, mal beiseite schiebe.
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Was ist mein Plan?
Nach vielem lesen, bin ich auf 2 verschiedene Haltungen gekommen, entweder das ganze Jahr voll durchheizen oder eine Winterruhe abhalten. Ich mache ein Misch aus beiden, ich werde das Nest nicht ständig mit voller Kraft durchheizen, aber aufgrund des Standorts eine gedimmte Heizmatte unter der Box stellen. Denn ich möchte die Kolonie schon das ganze Jahr lang aktiv halten, also ohne Winterruhe, jedoch nur kurz über Zimmertemperatur und nicht mit voller Leistung. Zumindest am Anfang, schließlich heißt es beobachten und reagieren.
Später, wenn die Kolonie stark gewachsen ist, möchte ich die gesamte Anlage mithilfe von Frischhalteboxen aufbauen. Das Nest wird Modular mit Boxen aufgebaut werden, die man stapeln kann und die Arenen werden vielleicht durch das gesamte Zimmer verteilt aufgebaut sein, aber das kommt dann, wenn es soweit ist. Jetzt heißt es erstmal, sich erholen, fangen und vermehren.

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#2 Pheidole pallidula - Release the swarm

Beitrag von TheDravn » 6. Januar 2022, 18:43

Keine 3 Stunden im neuem Heim und schon wird gearbeitet, die erste Kammer ist wohl direkt die schönste, zwar laufen 2-3 Arbeiterinnen im ganzen Nest verteilt rum, aber die Gyne, Brut und die anderen Arbeiterinnen sind nicht weit vorgedrungen. Man hat sich dazu entschieden, den Eingang zu verkleinern und anscheinend auch die anderen Gänge, die von der ersten Kammer weggehen, zu verschließen.

Ich hätte gedacht, man geht näher an die warme Heizmatte, aber da liege ich wohl falsch oder die Sicherheit geht vor. Man sieht auch, das der Gips doch noch recht feucht ist und viel Wasser abgibt, ist aber nicht weiter schlimm für die Kolonie, da die es feucht lieben nur um Bilder zu machen ist es eher blöd :?

Proteine gibt es noch nicht, erst morgen werde ich eine kleine Schokoschabe zerteilt anbieten und zur Sicherheit auch einen kleinen Tropfen Honig. In den Tränken ist zwar jeweils Wasser und Invertzucker, aber solange ich nicht beobachten konnte, das dort genascht wird gibt es eine Alternative.
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#3 Pheidole pallidula - Release the swarm

Beitrag von TheDravn » 7. Januar 2022, 13:46

Erste Fütterung
Heute steht die erste Mahlzeit an, vorher aber noch ein kleiner Blick auf die Kolonie und ihre nächtliche Aktion. Über Nacht hab ich die Heizmatte ausgestellt, so war kein Kondenswasser in den oberen Kammern mehr und man hatte einen schönen Blick auf die auserwählte Kammer. Die Königin hockt auf dem kleinen Haufen Brut, Larven sind zu erkennen und auch Nacktpuppen, Eier nun, solange es kein großer Haufen ist, gehen die auf dem Gips farblich unter. Ihre Umbauaktion haben sie wohl fertig gehabt, der Eingangstunnel ist komplett zugebaut, nur einer kleiner Durchgang für die Arbeiterinnen gibt es noch.
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Es gibt eine kleine zerteilte Schokoschabe, wobei klein ist hier relativ, für die Arbeiterinnen ist es ein riesiges Festmahl und einen kleinen Tropfen Honig. Schnell hat man das Futter gefunden und war zügig mit mehreren da um es zu untersuchen. Den Honig hat man komplett ignoriert, man wollte die Schabe, ob das dafür spricht, das am Invertzucker genascht wurde?
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Es hat auch nicht lange gedauert, da war ein Beinchen schon ab, das geht bei Schokoschaben auch schnell da sie einen sehr weichen Chitinpanzer besitzen. Mehlwürmer hätten wohl im Vergleich eine Haut die einem Panzer gleichkommt. Kaum war es ab, schon wurde es zügig ins Nest getragen und in die Kammer, währenddessen musste man aber den Eingangstunnel wieder erweitern. Die einen zogen am Beinen und die anderen schleppten Sandkorn für Sandkorn aus dem Weg, der Hunger ist wohl groß
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Und während man im Nest mit dem Bein beschäftigt war, hatten andere die Idee, warum nur ein Bein wenn man alles haben kann. Na hoffentlich führt das nicht zu Schimmel im Nest und sie halten es sauber. Werde wohl in der Stadt mal schauen müssen, ob ich Fruchtfliegen bekommen kann, die sind einfacher zu transportieren und weniger Schimmelanfällig, da sie sehr schnell austrocknen würden.
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Man kann also jetzt schon einen deutlichen Unterschied zu meinen Messor barbarus erkennen, bei der gleichen Koloniegröße hätte es lange gedauert bis das Futter entdeckt wurde. Und dann hätten sich bei weitem nicht soviele an der Futterbeschaffung beteiligt, man ahnt was auf einen zukommen wird
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#4 Pheidole pallidula - Release the swarm

Beitrag von TheDravn » 10. Januar 2022, 16:36

Mittlerweile kann man sagen, die Kolonie hat sich eingelebt und hat die erste Kammer nun fest in Beschlag genommen. Eine Abzweigung zu anderen Kammern wurde komplett zugebaut, nur nach unten hin, in Richtung Heizmatte hat man einen Weg gelassen und ich kann beobachten, wie in der Nacht die Puppen dorthin getragen werden. Die Larven bleiben bei der Gyne, welche mittlerweile auch ein paar Eier gelegt hat.
Zudem scheint diese Kolonie hier sehr reinlich zu sein, man hat jegliche Überreste der Schabe wieder aus dem Nest getragen und nicht tiefer rein, was mich persönlich sehr freut da es die Schimmelgefahr doch deutlich minimiert. Fruchtfliegen hab ich bisher keine bekommen können, die gibt es hier bei uns leider nur recht selten und mit Bestellungen hab ich da nur schlechte Erfahrungen gemacht, also gibt es weiter kleine Schokoschaben oder von den größeren mal ein Bein oder zwei.
Verluste konnte ich bisher nur 1 Arbeiterin ausmachen, welche in einem Tropfen Kondenswasser ertrunken ist, ich hoffe das es nur bei der einen bleibt. Wird es noch mehr Verluste in dieser Art geben, werde ich wohl die Heizmatte ausschalten
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#5 Pheidole pallidula - Release the swarm

Beitrag von TheDravn » 19. Januar 2022, 14:11

Ist schließlich schon ein paar Tage her, also gibt es mal ein kleines Update. Vorhin konnte ich 12 Puppen zählen, 5 Larven und einen Haufen Eier/Larven, bei der Größenordnung ist das schwer zu unterscheiden, dennoch ist das schon ordentlich. Futter wird gut angenommen, nur wie an einer Zuckerlösung genascht wurde, konnte ich bisher noch nicht beobachten, aber ich schaue auch nicht 24/7 danach und die kleinen Mengen die gebraucht werden fallen nicht auf.

Schimmelprobleme gab es bisher keine und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Ansonsten gibt es nichts großartiges zu berichten, die Kolonie lebt und hat bald den ersten Wachstumsschub
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