Camponotus compositor im 200l Becken

Unterfamilie: Formicinae
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Zitrus

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#33 Camponotus compositor im 200l Becken

Beitrag von Zitrus » 9. Dezember 2021, 23:47

Doch nur zwei Monate vergangen seit dem letzten Update? :shock: Gefühlt ist es eine Ewigkeit her und es gibt auch gar nicht soo
arg viel zu berichten, abgesehen natürlich davon, dass die Kolonie weiterhin stetig wächst, aber eine (in meinen Augen zumindest)
positive Veränderung ist zu vermerken - es schlüpfen endlich nicht mehr so furchtbar viele Männchen. :mrgreen:
Nicht falsch verstehen, Ameisen sind Ameisen und ich mag sie mit oder ohne Flügel, aber sie hängen den lieben langen Tag faul
rum, fliegen dann Abends durch die Bude und nehmen wertvollen Platz im Nest weg! =)113
In Letzerem sind nun übrigens auch deutlich weniger von ihnen zu sehen und am Eingang ist tatsächlich wieder genug Platz, um Schaben
rein zu ziehen, wo zuvor 2,3 Schichten Männchen übereinander gestapelt waren. Wo die nun alle wohnen? Ich glaube, sie hausen zu
einem großen Teil unter dem Ast. In jedem Fall kommen sie weiterhin jeden Abend aus ihren Löchern gekrochen und machen das
Becken unsicher! Dies und anderes im Video. Nicht vergessen, für das ameisigste Erlebnis die Qualität auf HD einzustellen. =)*202



Wie ihr seht, ist die Gyne weiterhin sehr fleißig, aber das ist nicht der einzige Grund für die große Menge Brut; es wird aktuell
fast gar keine rüber in die Farm gebracht. Ich habe die jetzt endlich mal wieder von oben befeuchtet (was natürlich eine Menge
Hysterie und Panik hervorrief ;) ) und im besten Fall wird sie das animieren, wieder mehr Nachwuchs dort aufzuziehen und noch
ein bisschen zu buddeln!
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#34 Camponotus compositor im 200l Becken

Beitrag von Zitrus » 18. September 2022, 20:24

Ja, es gibt sie noch. Kann sich überhaupt noch jemand erinnern? :shock:

Ich habe mir vor Ewigkeiten vorgenommen, ein Update zu posten, sobald ich die Frontscheibe geputzt habe, aber da ich ein notorischer Aufschieber
bin, wenn es ums Putzen geht, wurde daraus nichts und dass sie zu jeder Zeit von zahlreichen Arbeiterinnen belaufen wird, macht die Sache natürlich
nicht einfacher. Aber genug mit den Ausreden; was gibts neues?

Erst einmal muss gesagt werden, dass der Platz langsam wirklich knapp wird im Becken, wovon ich nicht zu träumen gewagt hätte, als ich mir diese
Art angeschafft habe, welche "bis zu 300 Tiere" in der Heimhaltung hervorbringt (man kann es nicht oft genug zitieren).

Ich würde die Größe der Kolonie aktuell auf etwa 5.000 oder mehr schätzen, aber da viele außer Sichtweite unter dem Ast hausen, könnten es noch
einige mehr sein.

P1060290.JPG
P1060291.JPG

Allein auf den beiden "Balkonen" tummeln sich um die 1.000 Arbeiterinnen.

P1060335.JPG

Das Ytong-Nest zu befeuchten, ist inzwischen nicht mehr möglich, weil... naja. :?

P1060147.JPG

Das scheint ihnen überhaut nichts auszumachen, aber es wird nun seit einer Weile der größte Teil der Larven im "Erdgeschoss" gelagert.
Die Puppen nicht wie früher oben sondern mittig.

P1060296.JPG

Ihre Hoheit; physogastrisch wie eh und je...

P1060318.JPG

Vom DigFix bin ich insgesamt etwas enttäuscht; es lässt sich nicht besonders gut befeuchten, egal ob von oben oder unten, und die kleinen bearbeiten
das Zeug einfach nicht so gerne. Immerhin ist hier ein bisschen extra Platz für größere Larven und vor allem Puppen.

P1060303.JPG

Es wird jetzt aber wirklich Zeit für ein großes, neues Nest und ich habe die Sache auch schon in Angriff genommen, aber fertig wird es erst nach meinem
Urlaub. Darin sollten locker ein paar Tausend Arbeiterinnen unterkommen. Sie buddeln eben nur dann gerne, wenn ich aus Versehen was auf dem Sand-
Lehm-Boden in der Arena verschüttet habe. :geek: Im Nachhinein hätte ich keinen Kies unter die Mischung gepackt; dann könnte die Arena jetzt als
großes Nest dienen, aber ich wusste ja nicht, dass es mehr als "bis zu 300 Tiere" werden... :lol:

Was noch... obwohl ich eigentlich ein Geizhals bin, habe ich mir ein paar anständige Tränken fürs Zuckerwasser zugelegt! Ich hätte lieber deutlich größere
genommen, denn diese muss ich fast täglich auffüllen. Dazu muss ich erstmal ungefähr diese Menge an Arbeiterinnen mit einem Papierstreifen von
den Tränken fegen:

P1060141.JPG

Bei der Prozedur kommt richtig zur Geltung, wie aggressiv diese Ameisen (zumindest ab einer gewissen Koloniegröße) sind. Es wird jede Menge Säure
versprüht, welche auf der Haut ziemlich reizend wirkt und wenn eine größere Arbeiterin es schafft, mich zu beißen und Säure in die Wunde zu injizieren,
kommt der Schmerz kurzzeitig an einen Wespenstich heran. Manchmal frage ich mich, ob ich sie noch alle habe.

Die Säure verätzt auch das Plastik der Tränken:

P1050949.JPG

Ich würde sie nicht mit Waldameisen oder Raptiformica vergleichen, was die Aggression angeht, aber sie haben schon ein ordentliches Temperament.

Wenn ich eine schlechte Angewohnheit an mir habe, dann ist es, andauernd das selbe zu essen... Ich komme buchstäblich mit 2-3 Gerichten aus und
wie der Halter, so auch die Ameisen; sie bekommen immer noch andauernd nur Schokoschaben aus dem Gefrierfach (naja und die ein oder andere
nervtötende Fliege zur Abwechslung). Ich wollte dieses Jahr eigentlich Drohnenbrut klar machen, aber dazu bin ich natürlich nicht gekommen...

Der Speiseplan bleibt also erstmal, wie er ist. Wirklich was dagegen zu haben scheinen sie nicht:

P1050672.JPG

Aber ich sollte mir vielleicht mal ein Beispiel an @Rapunzula nehmen. :roll:


Gibts noch was?

Mein Vermieter hat mich freundlichst darauf hingewiesen, dass ich mehr Strom verbrauche als ich bezahle und ich habe kurzer Hand die originale
Aquariumbeleuchtung mit den beiden T5 Röhren (welche zusammen auf 90W kommen!! (=56 ) gegen eine 30W LED-Leiste ersetzt. Gleiche
Lichtausbeute bei einem Drittel des Verbrauchs. So wie es aussieht, wird das aber bald auch zu viel sein...

Ein Problem, welches mir die Kolonie in den letzten Monaten bereitet hat, sind ständige Ausbrüche. Als Schwachstellen haben sich die Ecken der
Abdeckung herausgestellt, wo das Talkum nicht besonders gut haftet. Nun vor dem Urlaub habe ich die problematischen Stellen mit Wasser und
Isopropanol gut gereinigt und frisches Talkum aufgetragen. Das sollte eine Weile sicher sein, also hoffentlich. :?

Ansonsten habe ich die kleinen nun nochmal wirklich gut mit Zuckerwasser und Schaben versorgt und sie sollten die nächsten zwei Wochen
eigentlich überleben. Meinem Nachbarn wollte ich die Sache mit den Kakerlaken im Kühlschrank nicht beichten... :lol: Und das Fleisch, dass er
ihnen letztes mal gab, fanden sie eher uninteressant. Wird schon.

Da der Wasserverbauch der Kolonie nun ziemlich hoch ist, habe ich zusätzlich zu den Tränken noch drei solche Monster-Reagenzgläser reingelegt.
Das sollte eigentlich reichen:

P1060292.JPG

Hoffentlich kann ich ein paar interessante Ameisen-Aufnahmen aus Kreta für euch mitbringen. Bis dahin alles Gute und eine ameisige Zeit! =)*202
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#35 Camponotus compositor im 200l Becken

Beitrag von Zitrus » 7. Oktober 2022, 17:09

Zitrus hat geschrieben:
18. September 2022, 20:24
Da der Wasserverbauch der Kolonie nun ziemlich hoch ist, habe ich zusätzlich zu den Tränken noch drei solche Monster-Reagenzgläser reingelegt.
Das sollte eigentlich reichen
Es hätte auch gereicht und eigentlich haben sich Reagenzgläser mit Schaumstoff-Stopfen bereits als gute zusätzliche Tränken erwiesen, aber während
ich im Libyschen Meer rumgeschwommen bin, haben die Südamerikaner sich ans Werk gemacht und den Schaumstoff von jedem RG durchgenagt!

Eines davon dient nun sogar als Brutkammer:

P1060540.JPG

Wenn Herrchen es nicht auf die Reihe bekommt, rechtzeitig ein neues Nest zu basteln, behilft man sich eben selbst. ;)

Da Heizmatten immer genau dann ausfallen, wenn man gerade nicht da ist, auch wenn sie monatelang ohne Ausfall liefen, wurde auch oben auf dem
Nest eine Menge Brut aufgehäuft:

P1060532.JPG

Gut, dass Camponotus über einen anständigen Sozialmagen verfügen (nicht hauen, Messor-Fans), denn obwohl sie nun eine ungewisse Zeit lang ohne
Wasser auskommen mussten, war keine Übersterblichkeit zu verzeichnen. Ja, das Wort habe ich dank der Pandemie gelernt.

Mächtig Durst hatten sie aber natürlich als ich wieder ankam und sie stürzten sich aufs Wasser, als wäre es Zuckerwasser:

P1060536.JPG

Beim Zuckerwasser gab es dann kein Halten mehr:

P1060557.JPG

Nach dem "Auftanken" sind dem Anschein nach mehr Arbeiterinnen verstorben, als es sonst innerhalb von ein paar Tagen der Fall wäre. Können Ameisen
sich so sattfressen, dass sie daran sterben? Naja, vielleicht kommt es mir auch nur so vor.

Nun heißt es, so bald wie möglich das Nest fertig bekommen, damit nicht mehr so viele unter freiem Himmel schlafen müssen. 4)
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#36 Camponotus compositor im 200l Becken

Beitrag von Zitrus » 18. Januar 2023, 20:59

Es hat sehr, sehr, sehr viel länger gedauert, als ich für möglich gehalten hätte, aber am Sonntag war es tatsächlich vollbracht und ich konnte
das neue Nest anschließen. =)*202

P1060813.JPG

Es ist nicht mein hübschestes und ich werde sicher nicht nochmal ohne konkreten Plan einfach losmeißeln, aber den Ameisen dürfte es ziemlich
Banane sein, solange sie endlich mehr Platz haben.

Wie man sieht, habe ich mich aus Dummheit/Eitelkeit wieder für Schrauben entschieden, um die Scheibe zu fixieren und war natürlich im Baumarkt
zu geizig für das Epoxy, welches 10€ kostete. Stattdessen entschied ich mich, die Gewinde aus Gips herzustellen, was sich als der größte Fehler
meines Lebens erwies. Ganze 3 von 4 Ecken brachen bei dem Vorhaben ab, da der Gips einfach null Nachgiebigkeit an sich hat. Eigentlich sollten die
Gewinde ja genau passen, da die Schrauben im Gips steckten, als der ausgehärtet ist, aber nein, es ist einfach ein furchtbares Material für diesen Zweck. =)*204

Gott sei Dank gibt es Sekundenkleber und nach dem Anstrich sieht man auch nichts mehr von den Reparaturen, aber nächstes Mal werde ich definitiv
Epoxy besorgen oder die Sache mit Magneten machen, auch wenn das angeblich die Ameisen in ihrer Orientierung behindern könnte.
Naja, viele Leute benutzen Magneten und scheinen nichts ungewöhnliches feststellen zu können.

Gelöst habe ich das Schraubenproblem letztendlich mit einer Mischung aus Holzleim und Erde, was halbwegs funktioniert hat. )=99

Wie man auf dem Bild oben sieht, hat es nach dem Anschluss nicht lange gedauert, bis ein paar mutige Pioniere sich das Ganze angeschaut und
das neue Nest auf seine Integrität geprüft haben. Inzwischen tummeln sich darin ein paar hundert Arbeiterinnen; die meisten davon in der
Eingangskammer:

P1060852.JPG

Der große Ansturm ist leider bisher ausgeblieben und es ist noch jede Menge Platz frei, obwohl ich es gut befeuchtet habe und beheize, aber ich
glaube, die Nachricht wird sich langsam verbreiten und man muss noch bedenken, dass eine Arbeiterin, welche vom Becken aus hier her will,
sich erst durch den Schlauch zur Farm kämpfen muss, in welchem hunderte Arbeiterinnen und Männchen außer Sichtweite der Königin Siesta machen,
dann die Digfix-Halde in der Farm überwinden und zuletzt noch an der Türsteher-Majorin vorbei muss, welche sicher nicht alle hereinlässt. :?

Vom Digfix bin ich übrigens insgesamt eher enttäuscht; es ist nicht besonders gut zu befeuchten und das Interesse der Ameisen daran eher gering.
So sah es vor dem Anschluss vom neuen Nest aus:

P1060810.JPG

Vielen Männchen wird es wohl weiterhin als Junggesellenclub dienen. :lol:

Abgesehen davon, dass aus den letzten Brut-Generationen wieder außergewöhnlich viele Männchen entstanden sind, ist eigentlich sonst nichts Neues
zu berichten. Momentan ist wirklich wenig Brut vorhanden, obwohl die Gyne sehr physogastrisch erscheint und ich kann es ehrlich gesagt verstehen.
Ich glaube, ihr ist auch bewusst, dass einfach kein Platz mehr da ist, aber vielleicht legt sie wieder los, wenn das neue Nest erstmal wirklich in
Anspruch genommen wurde. Der Wahnsinn muss weiter gehen! )=99
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