Ein neuer Versuch - Camponotus turkestanus Haltungsbericht

Unterfamilie: Formicinae
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#1 Ein neuer Versuch - Camponotus turkestanus Haltungsbericht

Beitrag von TheDravn » 19. Februar 2021, 13:55

Dann will ich mal,
nachdem es im Dezember nicht geklappt hatte mit der neuen Kolonie, hab ich mich dazu entschlossen mich erneut an Camponotus turkestanus zu versuchen. Ich hatte die Art am Anfang meiner Ameisenhaltung bereits gehabt, leider ging diese langsam und stetig ein, den genauen Grund weiß ich leider immer noch nicht. Daher will ich diesmal möglichst alles richtig machen und habe mich möglichst gut informiert, denn noch immer gibt es recht wenige Haltungsberichte über die Art.

Aber kommen wir erstmal zu der Art selber, hier ein paar Grunddaten
  • Taxonomie: Formicinae (Schuppenameisen), Tribus: Camponotini
  • Lat. Name: Camponotus turkestanus
  • Verbreitung: Asien, China
  • Schwarmflug: in China April - Juni
  • Farbe: Königin ist bis auf den Thorax gelb, der Thorax schwarz, Arbeiterinnen gelb bis fast durchsichtig
  • Maximale Koloniegröße: in der Heimhaltung bis 1000 Tiere
  • Größe Königin: 14 - 16mm
  • Größe Arbeiterinnen: 6 - 12mm
  • Stachel / Ameisensäure: Ameisensäure vorhanden
  • Winterruhe: nein
  • Nahrung: Zucker-/Honigwasser, Futterjellys, vorzugsweise Schaben, Mehlwürmer, Grillen etc.
  • Temperatur im Nest: durchgehend 24° - 26° Grad
  • Temperatur in der Arena: 23 Grad reichen aus
  • Kolonie Typ: monogyn
  • Gründung: erfolgt claustral
  • Brutentwicklung: vom Ei bis zur Larve 14 bis 20 Tage, Larve bis Puppe ca. 10 bis 20 Tage, insg. Ei bis Arbeiterin ca. 4-5 Wochen (stark Temperatur abhängig)
Meine Kolonie selber kommt aus Südchina Guangdong und stammt aus einen Schwarmflug von 2020, die genaue Herkunft ist für mich daher wichtig gewesen, da sie ein breites Spektrum an Herkungftsumgebungen hat. Man liest von Steppenbewohnern bishin zu tropischen Wäldern, wenn man sich Bilder der Provins Guangdong anschaut, sieht man das die stark bewäldert ist und die Klimatabelle zeigt, das es sich um eine sehr warme Gegend handelt, daher werde ich mich daran orientieren.
Quelle: https://www.tripadvisor.de/Attractions-g297411-Activities-c57-t68-Guangdong.html
Quelle: https://www.tripadvisor.de/Attractions-g297411-Activities-c57-t68-Guangdong.html
Quelle: https://www.laenderdaten.info/Asien/China/Klima-Guangdong.php
Quelle: https://www.laenderdaten.info/Asien/China/Klima-Guangdong.php
Die Kolonie kam mit 4 Arbeiterinnen und bisher konnte ich 3 Larven erkennen, mal schauen wie es sich in den nächsten Tage entwickelt und ob es Verluste geben wird durch den Transport. Ansich ist die Kolonie sehr munter und aus dem Gedächnis her, wirken die Arbeiterinnen dezent größer als bei der ersten Kolonie, die ich besaß. Halten werde ich sie erstmal in einer kleinen Arena und ihrem Reagenzglas, welches durch eine einstellbare Heizmatte erwärmt wird. Die Arena werde ich leicht feucht halten am Anfang und beobachten, wie gut sich das verträgt. Als Futter werden sie Invertzucker in einer Tränke bekommen, da die Arbeiterinnen noch klein sind, ist das möglich mit denen die ich besitze und ich habe kein bestehendes Risiko, das ich eine in einem Tropfen verlieren werde. Zu fressen werden sie wohl erstmal nur Fruchtfliegen bekommen, das sollte bei der Menge an Brut ausreichen.
20210219_125214.jpg
20210219_132134.jpg
Ich bin gespannt wie sich die Kolonie entwickeln wird und ob ich es überhaupt schaffe sie stabil zu halten oder es wie der anderen Kolonie am Ende ergeht. Ich hoffe sehr das es klappt, da ich einfach die Farbe super finde und ihre kleine Koloniegröße spricht auch für mich.

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#2 Ein neuer Versuch - Camponotus turkestanus Haltungsbericht

Beitrag von TheDravn » 19. Februar 2021, 15:17

Direkt mal ein kleines Update, die Königin wird versorgt, etwas was ich bei meiner ersten Kolonie nie beobachtet habe. Auch wird sie nie allein gelassen, es wird zwar schon die Arena erkundet, aber die Gyne wird nicht allein gelassen und umsorgt. Ein gutes Zeichen schätze ich mal
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#3 Ein neuer Versuch - Camponotus turkestanus Haltungsbericht

Beitrag von TheDravn » 20. Februar 2021, 10:42

Am nächsten Tag,
leider sind, wie zu erwarten, 2 Arbeiterinnen verstorben, wahrscheinlich durch den Transportstress. Larven und Eier wurden aber Augenscheinlich nicht gefressen und sind mehr als 3 Stück. Aufgrund der Tatsache, das nun nur noch 2 Arbeiterinnen vorhanden sind, bin ich am überlegen ob ich nicht vorsichtshalber das Reagenzglas von der Arena abgrenze und verschlossen lasse und nur mithilfe von Alufolie regelmäßig füttere. Dazu könnt ihr gerne mal eure Meinungen schreiben, ob das sinnvoll wäre in dem Stadium einer Kolonie.

Ansonsten geht es der Kolonie soweit gut und hat den Transport wohl weitesgehens gut überstanden, Invertzucker aus der Tränke wird nicht angenommen, nachdem ich beobachtet hatte, das zwar interesse gezeigt wurde, aber nicht getrunken. Habe ich mal einen kleinen Tropfen so angeboten und ja... Da hatte wer durst, der Gaster war so berstend voll, ich dachte die kleine Pygmäe platz gleich. Kurz konnte ich auch beobachten, das die Gyne unterwegs ist, aber da sie die meiste Zeit im Reagenzglas hockt und sich versorgen lässt, ist das wohl kein Grund zur Sorge.
Arbeiterinnen bei der Futteraufnahme
Arbeiterinnen bei der Futteraufnahme
Bruthaufen
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#4 Ein neuer Versuch - Camponotus turkestanus Haltungsbericht

Beitrag von TheDravn » 26. Februar 2021, 14:09

Eine Woche ist die Kolonie jetzt bei mir, viel zu berichten gibt es nicht, ist halt eine Camponotus Art. Eine schnelle Entwicklung kann man da nicht erwarten, Aufgrund der 2 Verluste, habe ich die Kolonie am Ende doch von der Arena getrennt und bewahre sie in ihrer Isolierung auf, mit der sie geliefert wurde. Beheizt wird trotzdem weiterhin, was mir aufgefallen ist, die Kolonie scheint es sehr feucht zu mögen. Ich habe die Heizmatte immer wieder etwas versetzt, um zu schauen wohin die Kolonie wandert und sich verhält, sie sucht nicht wirklich den wärmsten Spot, dafür aber die Stelle, an der sich das meiste Kondenswasser sich bildet. Es wird zwar angegeben, das die Art es leicht feucht mag, aber das finde ich schon eher als sehr feucht, würde aber mit ihrer Herkunft übereinstimmen, ein subtropischer Wald würde ich nicht gerade als trocken bezeichnen.

Ansonsten geht es der Kolonie soweit gut, die große Larve wird stark umsorgt und ist auch etwas gewachsen, wenn sie weiter so wächst, sollte sie sich wohl so in 1-2 Wochen verpuppen. Die restliche Brut hat sich nicht verändert, kann keine weiteren Larven oder Eier erkennen, Futter wird aber gut angenommen, platziert auf einem Stück Alufolie bekommen sie im Wechsel alle 2 Tage Invertzucker und frisch getötete Fruchtfliegen. Da ich es mir angewöhnt habe, immer einen laufenden Zuchtansatz davon hier stehen zu haben, bekommen sie frische Kost und keine Tiefkühlware.

Im großen ganzen bin ich aber bisher zufrieden, die Anfangsphase ist wohl die kritischste bei der Art und bisher läuft es recht stabil. Ich denke sobald die ersten neuen Arbeiterinnen da sind, ist das geschafft und dann wird auch die Arena wieder angeschlossen. Bis dahin muss das Reagenzglas ausreichen, ich tippe so auf den Sommer bis die Kolonie soweit ist, das die Arena wieder dran kann.
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