Ytongnest mit System

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Streaker87
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#1 Ytongnest mit System

Beitrag von Streaker87 » 28. Januar 2011, 22:30

Die Idee dazu entsprang in meinem Diskussionsthread zum Camponotus fellah Haltungsbericht.

Die Eier
entwickeln sich nicht richtig und nehmen nach einigen Wochen eine undefinierbare Form an. Der Grund lĂ€sst sich schlecht finden, wenn man nichts Ă€ndert. Nur ist eine Änderung in/an einem so kleinen Nest mit 1,5 Kammern Ă€ußerst schwierig.

Deshalb habe ich mir ein neues Nest (ca. 10x10 cm) einfallen lassen (mĂŒssen), welches den Ameisen unterschiedliche Bereiche darbietet, und das wieder auf engstem Raum.
Zur Aufteilung eines trockenen und feuchten Nestparts habe ich mich dem System von Messor-Nestern bedient, in denen hÀufig Drainageschichten oder Trennungen mittels Plexiglasscheiben eingezogen werden. Die beiden Abteile wurden durch einen einfachen aber wirkungsvollen Spalt mittels SÀge von einander getrennt.

Die obere Kammer der trockenen HĂ€lfte ist eben und tief, um eine möglichst große StauflĂ€che fĂŒr Puppen und die dringend benötigte WĂ€rme zu bieten.
Der oberen Kammer der feuchten HÀlfte erging es Àhnlich, allerdings bekam sie noch einen Zylinder verpasst, der innen hohl ist. Durch ihn dringt der BewÀsserungskanal knapp 3 cm ins Innere des Ytongs.
Beide Kammern, welche das HerzstĂŒck des Ytongnestes bilden sollen, mussten genaustens bearbeitet werden, weil der Stein aufgrund des eingesĂ€gten Spaltes spitz zulaufend ist.
Die Decken beider Kammern betragen nur 5 mm, damit die WĂ€rme der 20 W Tischlampe sie schneller (und ĂŒberhaupt) aufheizt.

Am Eingang wurde, im Vergleich zum alten Nest, nicht viel verĂ€ndert, außer, dass er jetzt tiefer sitzt, damit sich die kleine Kolonie bei den senkrechten NesthĂ€ngen nicht so abmĂŒhen muss, wenn die Beute mal wieder etwas schwerer ausgefallen ist. Nebenbei bietet er den Ameisen eine bessere Möglichkeit zum Zubauen an, da die Steinchen nicht mehr so schnell wegrollen können.

Die Kammernhöhe wurde etwas niedriger gehalten (hoffentlich - mein Augenmaß schwankt von Zeit zu Zeit), damit die Gyne nicht stĂ€ndig KopfĂŒber an der Wand hĂ€ngt. Die GĂ€nge sollten mit einem Winkel von 45 ° nicht zu steil geraten sein.

Vier Kammern, in dieser GrĂ¶ĂŸe, sind fĂŒr ein 10 Kopf großes Volk ohne Frage viel zu viel. Allerdings konnte ich den Nest-Versuch in Betracht der Entwicklungsdefizite nicht lĂ€nger hinauszögern. Schimmel ist trotz Mehlwurm-Resten aber noch nie aufgetreten, da die Kolonie bisher relativ trocken gehalten wurde. Das könnte sich mit Einbringen des feuchten Abteils Ă€ndern!?

Die beiden NesthÀlften sind mittels eines Durchgangs verbunden. Der Spalt könnte noch ein wenig mehr eingesÀgt werden, wodurch sich die Möglichkeit ergibt, beide Abteile mit einer Plastikscheibe zu trennen, sollten die Ameisen nur eine der zwei Bereiche bevorzugen (am besten den trockenen, weil dort der Eingang ist - fÀllt mir gerade ein :D)

Es fehlt noch:
- Plexiglasscheibe (links und rechts)
- Gipsausstrich der Kammern (pur) und Außenseite (mit Lehm vermischt)
- Watte im Wassertank

Ansicht vorne
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Ansicht Ecke (feucht - trocken)
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Ansicht links (feucht)
2349_4489e356b809ae81e0e44012685986e0


Ansicht rechts (trocken)
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/EDIT:

Ich reiche mal eine "BewÀsserungs-Studie" nach:
2349_be6d66cdeaf746d3005f47ffb0535626


Der Zylinder ist durch und durch feucht und sollte eine optimale Feuchtigkeitabgabe garantieren.

/EDIT:

Neue "Studie", neues Bild. Dieses mal die Temperatur- und FeuchtigkeitsgefÀlle (Gradienten).
Die Ameisen können zwischen vier Kammern und somit vier unterschiedlichen "Lebensstandarts" wÀhlen.
2349_4c30ac9a4a43644d5e854c3ef509a70f


(1) sehr feucht, sehr warm
(2) sehr trocken, sehr warm
(3) eher feucht, mĂ€ĂŸig warm
(4) mĂ€ĂŸig trocken, eher "kalt"

Der Feuchtigkeitsgradient in den Kammern verlÀuft wie folgt (von hoch nach niedrig):

(1) > (3) > (4) > (2)

Der WÀrmegradient in den Kammern verlÀuft wie folgt (von hoch nach niedrig):

(2) = (1) > (3) > (4)




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Moya
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#2 AW: Ytongnest mit System

Beitrag von Moya » 29. Januar 2011, 01:19

Klasse Arbeit. Freut mich neue Ideen zu sehen. Hat mich inspiriert.


www.formitopia.com - Ameisenhaltung fĂŒr AnfĂ€nger

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Raimund
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#3 AW: Ytongnest mit System

Beitrag von Raimund » 29. Januar 2011, 11:39

Oh mann, du alter Streber. Was mĂŒssen Bio-Studenten fĂŒr ein Lotterleben fĂŒhren, wenn du dafĂŒr Zeit hast. :p

Spass beiseite, das Nest sieht wirklich klasse aus; könnte glatt gekauft sein. Solange du jedoch nicht wirklich Ă€ußerst konstant und frequ...Ă€hh hĂ€ufig bewĂ€sserst, wird aus deiner fiktiven Feuchtigkeit allerdings nichts. Besonders die Feuchte in der oberen linken Kammer ist nĂ€mlich ratzfatz weg. Ich merk das bei meinem Gipsnest: Wenige Stunden nach dem BewĂ€ssern ist es oben schon wieder staubtrocken, dafĂŒr steht unten die Feuchtigkeit...blöde Gravitation.

Schöne GrĂŒĂŸe
Raimund


[font=Tahoma][font=Verdana]Haltungsbericht zu: Pheidole pieli Youtube-Channel[/font][/font]
[font=Times New Roman]
[/font][font=Times New Roman]Take the time, to learn to breathe,
‘Cause some day we’re goin’ under,
When did we, all fall asleep?
Won’t someone wake us?[/font]

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#4 AW: Ytongnest mit System

Beitrag von paxi » 29. Januar 2011, 13:40

Hi Streaker!

Raimund hat sicher nicht ganz unrecht, zur Gravitation kommen noch die KapillarkrĂ€fte, die das Wasser ĂŒber den unten verbundenen Teil auch in die rechte HĂ€lfte des Nests ziehen werden.
SÀge den Block doch einfach ganz durch und kleb ihn mit Silikon als Feuchtigkeitssperre wieder zusammen. Hat bei meinem ersten Messor-Nest ganz hervorragend funktioniert. Etwas kitzlig sind die DurchgÀnge, aber bei deinem Basteltalent bekommst du das sicher hin. ;)

LG, paxi



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#5 AW: Ytongnest mit System

Beitrag von Alpha Chuby » 29. Januar 2011, 15:06

Hallo Streaker,

ich bin ja prinzipiell nicht so begeistert von Ytongnestern, Dein Befeuchtungsprinzip mit dieser "Zweiteilung" halte ich aber fĂŒr sinnvoll, sollten Raimund und paxi Recht behalten könntest Du das Nest ja höher oder breiter machen.
Der Einschnitt zu Trennung und OberflĂ€chenvergrĂ¶ĂŸerung ist bestimmt vorteilhaft...
Die Idee werd ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

GrĂŒĂŸe



el_Bomber
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#6 AW: Ytongnest mit System

Beitrag von el_Bomber » 30. Januar 2011, 00:39

Wilkommen im Ecknestclub.

Kleiner Tipp, wenn du die Scheiben ansetzt, mach das in dem Becken wo es spÀter stehen soll.
Ich habe festgestellt, das stellenweise die Ecken der Becken nicht 100% sind und dann hast du einen kleinen Spalt zwischen Becken und Nestscheibe in den Sand, Staub reinfallen, oder sich Ameisen zwischenzwengen können.

Habe so etwas in einer kleineren Version gebaut, ist in Fabiennes Nestideen Thread zu finden.


PS: Tolles Design!


MfG



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Streaker87
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#7 AW: Ytongnest mit System

Beitrag von Streaker87 » 31. Januar 2011, 18:59

Das Nest lĂ€uft jetzt seit zwei Tagen und die Kolonie hat gut reingefunden. Ich habe mal wieder nur etwas mit der Lampe nachgeholfen und die EingĂ€nge durch ein StĂŒck Pappe verbunden, auf dem man nebenbei hervorragend das Spurenlegen der Arbeiterinnen beobachten konnte. Dummerweise war ich kurz abgelenkt (AF sei Dank...) als "die Dicke" ĂŒber den schmalen Pappstreifen ins neue Nest spazierte :(

Die Lampe strahlt nun von oben auf das Nest, woraufhin beide Kammern, bevorzugt die trockene, zum AufwĂ€rmen und Lagern der Puppen genutzt wird. Die Königin bleibt, wie gewĂŒnscht, in der untersten "Königinnenkammer".

Nach der (vielleicht zu gutmĂŒtigen) BewĂ€sserung hat sich auch sofort Kondenswasser in der feuchten Kammer gebildet. So sollte es eigentlich auch sein, nur wandert die Feuchtigkeit teilweise durch den Eingang in die trockene Kammer. Eine Feuchtigkeitsspeere hĂ€tte mir in dem Fall auch nicht viel geholfen, welche ich nebenbei auch weggelassen habe, weil das Nest nur krum und schief geworden wĂ€re (sorry paxi ;) Trotzdem ein begrĂŒndeter Einwand von dir!). Ich konnte aber auch schon eine Arbeiterin beobachten, welche die kleinen Tropfen entfernt hat. Im feuchten Teil wurde der Zylinder zweimal angeknabbert - vielleicht "um der Quelle auf den Grund zu gehen"!?

Die wichtigen Ergebnisse werden sowieso erst mit dem dritten Gelege auftauchen. Vielleicht erfahre ich dann mehr ĂŒber die AnsprĂŒche der Brut wĂ€hrend ihrer Entwicklung.

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