Ameisen in Südfrüchten

Themen über exotische Ameisenarten.
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DerSascha
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#33

Beitrag von DerSascha » 10. Juni 2006, 22:07

Man muss bedenken, dass bei einem Ausbruch der Halter halt ein paar Ameisen weniger hat und es schade findet.. aber die anderen Tiere bzw. die gesamte Umgebung einen wahrscheinlich unbesiegbaren Freßfeind dazu bekommt und nach und nach verdrängt wird.

Aber ein paar Ameisen weniger können doch keine gefahr sein oder doch? Eine gefahr wäre es doch erst wenn die gesamte Kolonie frei wäre. Wenn sagen wir 10 Arbeiter ohne Königin entkommen würden würden die sich ja nicht fortpflanzen können.

Um es nochmal deutlich zu sagen, last die finger von solchen Arten!!!!
Es gibt genug andere nette Arten!!!

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Sanguinius
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#34

Beitrag von Sanguinius » 10. Juni 2006, 22:17

Stark invasieve Arten können auch ohne Königinn Vortpflazung betreiben. Sie legen Eier aus denen sich Männchen entwickeln. Diese können unter Umständen andere Tiere begatten.


Mfg Felix

Hyperslave
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#35

Beitrag von Hyperslave » 10. Juni 2006, 22:34

Man muss das ganze Mal von der moralischen Seite sehen.

Wir Menschen sind jetzt schon soweit, dass wir so gut wie jedes Lebenwesen auf diesem Planeten beeinflussen.

Ohne uns würden keine Tiere auf Kontinente kommen auf denen sie nicht vorgesehen sind.

Und du als Halter hast dafür zu sorgen, dass dein Ökosystem die Chance hat ohne ein einziges "fremdes" Tier/Insekt was auch immer zu bestehen.

Meiner Meinung nach ist das eine Prinzipfrage. Und meinem Prinzip nach, gibt es keine potentiell gefährlichen Insekten in einer Haltung die nicht zu 100% sicher ist .. und niemand auf dieser Welt kann das garantieren.

So gesehen ist schon eine einzelne "fremde" Ameise ein respektloser Akt gegen deine Umwelt.

Moral-Apostel Over and Out ;O)

Lg

Hyperslave

Sahal
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#36

Beitrag von Sahal » 11. Juni 2006, 13:00

Hi und Hallo,

Aber ein paar Ameisen weniger können doch keine gefahr sein oder doch?
Die Gefahr ist wohl doch, das es ein paar mehr Ameisen in der Fauna sind...

Von verschiedenen invasiven Arten ist bekannt, das eine kleine Menge an Arbeiterinnen bereits eine neue Kolonie gründen können. Als Beispiel mag hier die gefürchtete Pharao-Ameise dienen: 20 Arbeiterinnen mit etwas Brut werden innerhalb kürzester Zeit eine neue, quitschfidele Kolonie gründen.

Und wer sagt Dir denn, dass nicht genau diese eine entkommene Ameise Parasiten/Krankheiten in sich trägt? Diese Ameise von einer einheimischen Kolonie gefressen/getötet wird und sich die Kolonie infiziert?

Ich wiederhole meine Bitte an die Newbies:
Lest euch die Infektionsthreads durch!
Wenn die Flinte ins Korn gefallen ist, nicht gleich das Kind in den Brunnen werfen, auch wenn das der Tropfen ist, der dem Fass die Krone ins Gesicht schlägt!

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lasius-niger
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#37

Beitrag von lasius-niger » 11. Juni 2006, 20:54

Hallo,

also mich hat diese Diskussion hier schon aufgeschreckt und wachsamer gemacht. Diese Problematik war mir noch gar nicht so bewusst, wie schnell doch solche stark invasive Arten, die mit nahezu allen Umweltbedingungen zurechtkommen, die mehr oder weniger spezialisierten heimischen Arten zum Verschwinden bringen können. Da kann ich auch nur sagen, ist Abtöten solcher Einwanderer der einzig sichere Weg. Alles andere wäre falsch verstandener Tierschutz (den erleben wir ja leider ständig).
Ich stell mir gerade vor, wenn diese Ameisen jetzt nicht von jemandem wie Sanguinus entdeckt werden, dann heißts doch höchstens "Igittigitt" und die Kolonie wandert in die Biotonne oder den Restmüll und ist mit etwas Glück auf einer Deponie im Freiland. Gibts da eigentlich irgendwelche Untersuchungen oder zumindest Vermutungen, wie häufig sowas vorkommt?
Also lieber keine Ameisen aus dem Urlaub mitbringen, schon gar nicht, wenn man ihre ökologischen Ansprüche nicht kennt. Ich bleibe jedenfalls bei den einheimischen Arten in der Haltung.
schöne Grüße
Helmut

Conny
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#38

Beitrag von Conny » 12. Juni 2006, 09:43

Das hab ich mich beim Lesen auch gefragt.
Denn ehrlich, ich hätte das wohl so gemacht aus reiner Unwissenheit...
Da ich aber leider Pharaos in der Wohnung habe (sind wohl im ganzen Haus)
lese ichhier jetzt auch öfters.
Auch als Nichthalter von Ameisen kann das hier ganz interssant und lehrreich sein....
und wie gesagt, ich hätte den ganzen Krempel auch bloß weggeschmissen...8o

mfg
Conny

Sahal
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#39

Beitrag von Sahal » 13. Juni 2006, 15:32

ReHi,

erschreckend ist es in der Tat, da gebe ich Dir recht... und je stärker Du Dich in die Materie einliest, desto mulmiger wird Dir.

Das größte Problem ist eigentlich, das nach der Invasionsbiologie Jahrzehnte zwischen Infektion und Ausbruch vergehen können. Das gilt für Ameisenkolonien ebenso wie für eingeschleppte Krankheiten/Parasiten. Das zweite große Probem: die Infektionen der Umwelt zeigen sich erst NACH Ausbruch... und somit werden Risiken gerne auf die leichte Schulter genommen! "Wieso? Ist doch noch nix passiert?"
Die katastrophalen Auswirkungen der Varroa-Milbe scheinen schon wieder vergessen... raffte diese eingeschleppte Milbe doch mehr als die Hälfte unserer Bienenvölker dahin! Und was antworten die Ignoranten? "Wieso, die Honigbiene ist doch eh nicht einheimisch..." Was soll man dazu noch sagen???

Also lieber keine Ameisen aus dem Urlaub mitbringen, schon gar nicht, wenn man ihre ökologischen Ansprüche nicht kennt.
Der Urlaub ist nichtmal die schlimmste Gefahr... denke einfach mal an die regen XXX spec. - Angebote der Shops, auch noch stolz auf der Startseite präsentiert. Eine Pheidole spec. wird/wurde ohne jegliche Bestimmung verkauft und gekauft! Hauptsache schön bunt... und exotisch... Was man sich da wirklich ins Haus holt, sei völlig dahingestellt.
Ich bleibe jedenfalls bei den einheimischen Arten in der Haltung.
Eine nette Entscheidung, die Du aber in ein paar Monaten aufgeben wirst :-)
Wichtig ist vor allem der verantwortungsbewusste Umgang mit diesen Tieren, Erfahrungen in Sachen Ausbruchsschutz und das absolute Vertrauen in die eigene Zuverlässigkeit. Die Infektionsthreads müssen fest in Deinem Wissen und Handeln verankert sein...

Die (heimischen) Ameisenkolonien gehören zu den wichtigsten und weitreichendsten Faktoren unseres Ökosystems! Wie bedenkenlos Halter und Händler damit umgehen, verschlägt mir oft genug die Sprache...
Und warum rege ich mich darüber auf? Easy, diese Menschen riskieren meine Umwelt, in der ich lebe....

Einen guten Schritt in die richtige Richtung ist mE einer der Shops gegangen: Verzicht von Exotenverkäufen!
Wenn die Flinte ins Korn gefallen ist, nicht gleich das Kind in den Brunnen werfen, auch wenn das der Tropfen ist, der dem Fass die Krone ins Gesicht schlägt!

Noyx
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#40

Beitrag von Noyx » 13. Juni 2006, 16:58

Sahal hat geschrieben:Einen guten Schritt in die richtige Richtung ist mE einer der Shops gegangen: Verzicht von Exotenverkäufen!


Ganz so weit würde ich nicht gehen - Schliesslich gibt es auch ungefährliche Exoten, welche einfach nur schön anzusehen sind. Viele 'Neulinge' könnten durch einen einfachen Dreh an der Preisschraube bereits von Exoten abgehalten werden.

Problem wären trotzdem noch die Privatverkäufe - Wenn einer wirklich eine Art möchte und diese auch irgendwo angeboten wird, wird er sie auch früher oder später bekommen.

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