Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Ponerinae
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#9 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 15. März 2009, 15:15

15.03.2009


[color="DarkRed"]Nachwuchs bei kleinem Volk geschlüpft.[/color]

Kaum hatte ich die Abdeckung vom Nest genommen viel mir sofort auf, dass mehr Tiere im Nest waren.
:bananadancer: Juchu endlich sind die... Momentmal, da stimmt was nicht! Die haben ja Flügel!?:confused:
Tja ja tatsächlich, es sitzen doch glatt zwei wie aus dem Ei gepellte Jungköniginnen im Nest. Na so was.
Allerdings bedeutet dies auch, dass diese Königin schon mal mit Sicherheit begattet ist. Wenigstens etwas positives.
Warum jetzt ausgerechnet Jungköniginnen aufgezogen wurden kann ich nur vermuten. Möglich wäre zum Beispiel, dass die Kolonie bevor sie zu mir kam, aus welchen Gründen auch immer, eine Diapause gemacht hat. Diese könnte den Reiz geliefert haben nun Geschlechtstiere aufzuziehen.
Ähnlich verhält es sich auch bei meinem Myrmecia chrysogaster Volk, welches überraschend eine Winterruhe eingelegt hat. Ich bin mir recht sicher, dass die Myrmecia gerade Geschlechtstiere aufziehen, obwohl das Volk noch sehr klein ist.

Wie auch immer, bin ich sehr gespannt ob aus allen Puppen Geschlechtstiere schlüpfen. Auch bin ich jetzt sehr neugierig, ob das große Volk auch Jungköniginnen aufzieht.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Jungköniginnen später die Aufgaben von Arbeiterinnen übernehmen könnten. Bei solch primitiven Arten kommt das ja durchaus vor. Na, wir werden es sicher beobachten können.

Jetzt aber genug geschrieben, hier die Bilder:

Zuerst das gewünschte Bild des gesamten Nestes, hier des großen Volkes;

Bild
Wie im Diskussionsthread bereits geschrieben, bewohnen die Ameisen mit ihrer Brut nur eine Kammer im Nest. Eine weitere Kammer dient als Abfallplatz, bzw. Toilette. Ganz hinten die rechte Kammer.

Nun zu den Prinzessinnen:

Bild

Bild


Zum Diskussionsthread geht es hier.

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#10 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 19. März 2009, 19:59

19.03.2009

Wollte euch nur kurz mitteilen, dass inzwischen auch Arbeiterinnen geschlüpft sind. Wenn auch leider die Jungköniginnen noch deutlich in der Überzahl sind.
Aber mal abwarten, sind ja noch einige Puppen im Nest.

Ich hab mich gefragt, ob bei dieser Art überhaupt ein unterschied in der Entwicklungsdauer von Arbeiterinnen und Jungköniginnen vorhanden ist?
Da die Arbeiterinnen sich ja kaum von den Königinnen unterscheiden, dürfte das nicht viel ausmachen. Lediglich die Flügel und die entsprechende Muskulatur unterscheiden die beiden Kasten. Eier legen könnten die Arbeiterinnen ja auch. Na ja, ist aber auch nicht wichtig.

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#11 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 23. März 2009, 19:17

23.03.2009

Jetzt wird es richtig interessant.

Inzwischen sind nämlich auch bei der großen Kolonie die ersten Imagines geschlüpft.
Erst bin ich erschrocken, da ich nur einige Männchen gesehen habe. Dann jedoch entdeckte ich auch eine Jungkönigin. Männchen und Jungköniginnen, da könnte sich vielleicht etwas spannendes daraus ergeben. Zumal Inzucht bei dieser Gattung durchaus vorkommt.

Beim kleinen Volk haben einige der Jungköniginnen bereits ihre Flügel abgeworfen. Damit lässt sich natürlich nicht mehr erkennen, welche die begattete Königin ist.

Ich werde bald eines der beiden Völker in das Gemeinschaftsbecken übersiedeln, jedoch hab ich mich noch nicht entschieden welches.
Ich warte jedoch noch etwas ab, was noch so alles schlüpft und entscheide mich dann erst.


Ach ja, dann ist da noch das Problem mit den Milben bei dieser Art.
Es scheint ja so, als ob so gut wie alle verkauften Kolonien befallen waren. Bisher konnte ich noch nichts eindeutiges erkennen, wobei ich nicht sicher bin ob ich nicht bei der großen Kolonie an einer Arbeiterin welche gesehen habe.
Da die Ameise nicht still gehalten hat, konnte ich es nicht genau erkennen.
Werde da aber auf alle Fälle die Augen offen halten.

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#12 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 4. April 2009, 16:24

04.04.2009

[SIZE="3"][color="DarkRed"]Umzug ins Gemeinschaftsbecken.[/color][/SIZE]

So, heute hab ich das große Volk in das Gemeinschaftsbecken umgesetzt.
War leichter als gedacht.
Diese Art bleibt, selbst wenn man ins Nest eingreift, recht ruhig. So konnte ich alle Tiere ohne Probleme einzeln entnehmen.
Die Brut hab ich wie üblich wieder selbst aus dem Nest entnommen.
Nach und nach hab ich jedes einzelne Tier des Volkes, mit Hilfe eines kleinen Reagenzglases, direkt in das neue Nest laufen lassen. Dazwischen hab ich dann aber immer wieder etwas von der Brut vor den Nesteingang gegeben, welche die Harpegnathos meist sofort in das schützende dunkel des Nestes gebracht haben.
Nach kürzester Zeit war alles vorbei, und fast die gesamte Kolonie umgezogen. Lediglich einige Männchen hab ich separiert um mit ihnen einige Versuche zu unternehmen.
Übrigens fliegen die Männchen sofort los, sobald sie im Freien(Zimmer) waren. Allerdings kann man die im Flug wieder einfangen, so langsam fliegen die.^^
Ich werde noch versuchen Bilder der Männchen zu machen, welche eine sehr schöne Färbung aufweisen.

Ansonsten haben sie den Nesteingang verschlossen. Jetzt heißt es abwarten, wie sie sich einleben.

Hier noch mal das neue Becken:
Bild

Und das neue Nest:
Bild

Weiters zum Gemeinschaftsbecken hier: Link

Bilder der Kolonie in dem neuen Nest gibt es aber erst später. Ich möchte sie jetzt erstmal nicht stören, damit sie das Nest besser annehmen.

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#13 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 5. April 2009, 15:24

Hier die versprochenen Bilder der Männchen:

Bild
Männchen und Jungkönigin nebeneinander.

Bild

Bild
Hier kann man die ungewöhnliche Färbung noch einmal gut erkennen.
Die Männchen sind deutlich auffälliger gefärbt als die anderen Kasten. Dabei scheint es doch eher so zu sein, dass die Männchen der meist anderen Arten gänzlich schwarz sind.
Na ja, finde die Harpegnathos Kerle ganz hübsch.^^

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#14 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 9. April 2009, 19:18

09.04.2009

Kleines Volk.
Beim Umzug der großen Kolonie habe ich einige Männchen entnommen.
Diese hab ich dann in das kleine Volk gegeben.
Erst nur eines, um zu beobachten was passiert.
Die Harpegnathos haben das Männchen zwar mit weit geöffneten Mandibeln bedroht, jedoch nicht wirklich angegriffen, auch wenn Scheinangriffe vorkamen.
Auch bei den anderen Männchen verhielten sie sich so. Dann plötzlich, nach nur wenigen Minuten haben sie angefangen die Männchen ausgiebig zu putzen.
Keine Aggression mehr gegen die Eindringlinge.
Auch nach fast einer Woche leben die Männchen noch gesund und munter in dem Nest der keinen Kolonie.

Bild
Die Männchen werden von den Jungköniginnen und Arbeiterinnen gründlich gesäubert.

Natürlich hätte ich auch versuchen können, einige der Jungköniginnen zu entnehmen und diese anschließend mit den Männchen zusammen zu bringen.
Allerdings gibt es da ein kleines Problem. Die Jungköniginnen haben keine Flügel mehr, ich kann also nicht sagen welches die alte Königin ist.
Ich konnte beobachten, dass Arbeiterinnen die Flügel der Jungköniginnen gepackt haben und daran zerrten.
Wie auch immer, aus diesem Grund habe ich mich entschlossen wenigsten Männchen in die Kolonie zu geben. Vielleicht kommt es ja im Nest zu einer Begattung. Wenn nicht, macht es auch nichts.


Großes Volk.
Das große Volk hat sich bisher recht gut in ihr neues Reich eingelebt.
Dort verlassen sie sogar ab und an das Nest und tragen frisch getötete Heimchen selber ein.
Auch der Nesteingang ist nun nicht mehr ständig verschlossen, sondern auch öfter offen.
Noch konnte ich nicht beobachten, ob die Harpegnathos mit den Myrmicaria arachnoides zusammen getroffen sind.

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#15 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 7. Juni 2009, 18:10

07.06.2009

Zwischenbericht.

Beide Kolonien entwickeln sich mehr oder weniger gut und ziehen beständig Brut auf.
Allerdings scheint die Kolonie in dem Tropenbecken nur? Männchen hervorzubringen. Sicher sagen kann ich es aber nicht, da ich kaum sehen kann wie viel Brut vorhanden ist.
Das ist nicht so toll aber auch spannend, da sich die Männchen ja theoretisch mit Arbeiterinnen oder Jungköniginnen paaren könnten. Eingreifen kann ich da jetzt eh nicht, dazu müsste ich das halbe Becken ausräumen um an das Nest zu kommen. Bisher konnte ich auch noch keine Rangkämpfe oder dergleichen beobachten.
Ab und an werden tote Männchen aus dem Nest gebracht oder sie kommen selber raus und fliegen im Becken rum. Sind die Männchen noch frischtot, werden sie meist von den Myrmicaria, welche ja auch im Becken leben, verspeist.

Das "kleine Volk" entwickelt sich sehr gut, inzwischen sind es etwa 30 Tiere. Auch hier schlüpfen immer wieder Jungköniginnen.
Warum ständig Geschlechtstiere aufgezogen werden kann ich nicht sagen, aber zumindest ist diese Königin begattet. Männchen werden hier jedenfalls keine aufgezogen. Die Jungköniginnen verhalten sich aber wie Arbeiterinnen, daher sehe ich da kein Problem.
Brut ist bei diesem Volk viel vorhanden. Etwa 30 Larven und 20-25 Eier. Puppen sind zur Zeit nicht vorhanden, da ich die Fütterung etwas schleifen lies. :angst: Vermutlich wäre das Volk sonst schon etwas größer, inzwischen bekommen sie aber wieder ausreichend Futter.
Vom Gefühl her haben sie das andere Volk aber schon eingeholt und entwickeln sich deutlich besser.
Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass ich dieses Volk sehr trocken und ausschließlich bei Zimmertemperatur halte. Scheint aber keinen Einfluss auf die Entwicklung zu haben. Man kann sie jedenfalls bedenkenlos trockener halten und so das Milben-Risiko minimieren.

Fazit der bisherigen Haltung:
Diese Art ist relativ einfach zu halten, da sie kaum besondere Ansprüche stellt.
Allerdings ist diese Ameisenart nicht gerade sehr interessant zu halten. Ja, ich würde sie sogar als langweilig beschreiben.
Ausserhalb des Nestes passiert so gut wie nichts, die Tiere kommen nur ab und an raus um Futter zu holen und schließen sich dann wieder ein. Auch im Nest sitzen die Ameisen ruhig herum und bewegen sich nur sehr langsam.
Es reicht ihnen zwei, drei mal die Woche ein Heimchen zu geben.
Möglich das sich dies noch ändert mit zunehmender Koloniengröße, wir werden sehen.
Auch bleibt abzuwarten was sich bei dem Volk mit den Männchen noch tut.

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#16 AW: Harpegnathos venator - Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 20. Juni 2009, 16:09

20.06.2009

Kolonie im Tropenbecken vernichtet!

Lieder musste ich entdecken, dass die Myrmicaria über die Harpegnathos Kolonie in ihrem Gemeinschaftsbecken hergefallen sind und die Harpegnathos vernichtet haben.
Sie haben die großen Tiere an den Beinen gepackt und gestreckt, bis diese sich nicht mehr bewegen konnten. Dann haben andere Myrmicaria Arbeiterinnen den Rest erledigt.
Leider hab ich dies zu spät bemerkt um noch etwas zu retten.

Es war zwar bis zum Schluss nicht sicher ob die Königin der vernichteten Harpegnathos Kolonie überhaupt begattet war, dennoch wäre es weiterhin interessant gewesen herauszufinden ob die Harpegnathos vielleicht Inzucht betreiben und sich Arbeiterinnen mit den Männchen paaren oder nicht.
Jetzt jedoch dienen sie nur noch als Futter für die hungrige Myrmicaria Brut.
Ein trauriges Kapitel meiner Ameisenhaltung.

Hier kann man die ganze Geschichte noch etwas ausführlicher nachlesen:
Myrmicaria arachnoides - Haltungserfahrungen.

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