Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltung

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Skia

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#41 Re: Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltu

Beitrag von Skia » 28. Mai 2017, 13:25

Hallo!

Nochmals zur ursprünglichen Frage: ich habe seit 2008 (das ist auch das Jahr der Gründung) 1 Kolonie Lasius niger. Sie verteilt sich mittlerweile auf 3 Erdfarmen. Ein einziges, großes Nest kann ich nicht anbieten, da das dann nicht mehr in meinen Kühlschrank passen würde. Bewässert werden alle über einen Aquariensprudelstein: der Zulaufschlauch führt durch eine der beiden Farmöffnungen, da tröpfel ich dann das Wasser ein. Die älteste Farm ist seit Sommer 2012 im Dauereinsatz. Damals hatte ich sie geräumt und gereinigt, da ich glaubte, Schimmel erkannt zu haben (letztendlich entpuppte sich der Schimmel als mehr als oberflächlich, die Aktion war sinnlos). Seitdem habe ich in Richtung Reinigung nichts mehr getan und habe auch nicht den Eindruck, dass hier Bedarf besteht.

Mit der Bewässerung stand ich schon immer etwas auf Kriegsfuß: während die eine Farm scheinbar ewig die Feuchtigkeit hält, verdunstet bei der nächsten das Wasser gefühlt schon beim Reinkippen und der Durchzug von unten nach oben haut auch oft nicht richtig hin. In den ersten Jahren hat mir das echt Kopfzerbrechen bereitet, mittlerweile sehe ich es jedoch gelassener. Bei 3 unterschiedlich feuchten Farmen, gehe ich davon aus, dass, platt gesagt, eine geeignete schon dabei sein wird bzw. die Tiere Bereiche mit genau den Bedingungen finden, die sie gerade brauchen. Traditionell z.B. ist meine feuchteste Farm am meisten besiedelt. Bei einer Sichtkontrolle vor kurzer Zeit, lagerten jedoch parallel haufenweise Larven und Puppen in einer trockeneren Farm. Mittlerweile öffne ich nur noch von Zeit zu Zeit die Farmen und kontrolliere mit einen Holzspies, wie feucht das Substrat ist. Dann wird bewässert oder eben nicht. Da der Ansturm auf meine Tränken immer wieder schwankt, vermute ich auch, dass die Ameisen das bis zu einem gewissen Grad selbst regeln.

Gruß

Skia
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#42 Re: Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltu

Beitrag von Safiriel » 28. Mai 2017, 15:47

Skia, ich stimme Dir zu. bei einer so großen Kolonie können die Ameisen auch selbst mithelfen beim Bewässern. Etwas unterschiedliche Bedingungen schaden nicht. Puppen werden ja oft trockener gelagert als Larven.
Ich habe meine Farm auch noch nie gereinigt. In der Natur putzt auch keiner den Boden. Ich vermute, dass solang das Klima stimmt (ähnlich bei einem "eingelaufenen" Aquarium) , der Mensch nicht viel eingreifen muss.

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trailandstreet
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#43 Re: Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltu

Beitrag von trailandstreet » 29. Mai 2017, 12:49

Ich halte ebenfalls eine Myrmica rubra in einem Erdnest, das nun schon den zweiten Winter hinter sich hat.
Nach der Auswinterung hatte ich einiges an Schimmel auf der Oberfläche. Bereits nach kurzer Zeit war dieser wieder weg, obwohl es für manchen wohl "horrormäßig" :eek: ausgesehen hat.
Ich muss aber auch sagen, ich hab darin auch einen ziemlichen Besatz an Asseln und Springschwänzen.
http://ameisenportal.eu/viewtopic.php?f ... 220#p13739
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#44 Re: Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltu

Beitrag von Dottakopf » 29. Mai 2017, 16:53

Guten Tag,

hier wird ja echt viel geschrieben Jesus ... (oder andere Gottesvertreter..)

Was ich Neulingen raten kann:

- Haltet es einfach und fangt keine "pfusch Bastellösungen" an.
- durchdenkt es vorher, durchdenkt es langfristig!

daher meine Empfehlung:
- externes Ytong Nest mit Schlauchanschluss zur Arena
- Haltet das Nest möglichst Trocken bis komplett Trocken wenn es die Art zulässt (c. nicobarensis.. 1,5 Jahre ohne befeuchten..)
- Lieber ein zu kleines Nest als ein total überdimensioniertes.. externe Nester lassen sich sehr sehr leicht austauschen
--> externe Nester bekommt man sehr leicht in die Winterruhe/Keller/Kühlschrank
- Ytong Nester sind fest und trotzdem sehr leicht zu bearbeiten. Ein Kind wie bei mir daheim kann da auch mal dagegen klopfen ohne das die Welt untergeht.
- Keine echten Pflanzen einsetzen!
- Alles so bauen, bereitstellen das auch die panische Freundin oder Mutter im Urlaubsfall die Tiere pflegen kann(wobei das ist nun wirklich sehr einfach)
- lebendes Getier am besten nur überbrüht anbieten (Milben)
- ..... kein Erdnest, wenn dann nur als "Zusatzmodul" mithilfe einer Wärmequelle aber dafür sorgen das stehts im Ytong die Königin ist.


Camponotus nicobarensis ist in meinen Augen dieLasius niger der Exoten. Einfach unkaputtbar, absolut aktive Art !, nicht zu klein ! keine Winterruhe ! und du wirst nie eine tote Ameise selbst entfernen müssen *hust*
Als erfahrender Halter... hm fast schon zu einfach :o

Gruß
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Mehanika
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#45 Re: Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltu

Beitrag von Mehanika » 5. Juni 2017, 17:05

An Skia ; vielen Dank für deinen Beitrag! Klasse Infos, das hat mir richtig Spaß gemacht zu lesen.
Ich bin auch Fan von selbstregulierender Haltung. Es muss nicht immer alles jetzt perfekt sein, aber auf lange Sicht, wenn es sich selber regelt, das ist Highclass :D wie auch trailandstreet schreibt.

Dottakopf dir auch ein Danke! Besonders für den Tipp zur Ameisenart. Ich habe zwar nun Lasius niger, aber Platz ist vorhanden. Wenn sie Soldaten haben, ich habe noch nicht nachgesehen, dann ist es fast schon gebongt ;=) Ich habe hier Beteiligte, die garnicht froh darüber sind, dass ich Ameisen ohne Soldaten angeschafft habe und sogar welche, die in unserem Garten leben ;=) Banausen ;)

Nachtrag; habe mir die Ameisenart angesehen, keine Soldaten, aber trotzdem interessant. Ameisensäure und schön sind sie. Vermehren sich Lasius niger auch so schnell ?
http://www.ameiseninfos.de/html/camponotus_nicobarensis.html

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Safiriel

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#46 Re: Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltu

Beitrag von Safiriel » 5. Juni 2017, 23:12

Nein, Exoten vermehren sich wirklich viel schneller als unsere Einheimischen. Das liegt einmal an den höheren Temperaturen, und dann legen sie im Winter ja keine Wachstumspause ein.

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Harry4ANT

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#47 Re: Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltu

Beitrag von Harry4ANT » 5. Juni 2017, 23:25

Wobei sich Lasius niger schon schneller vermehrt (zumindest im Saison Zeitraum) als die meisten Camponotus Arten würde ich sagen.
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trailandstreet
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#48 Re: Reinigung Formikarium (Ameisenfarm) / langfristige Haltu

Beitrag von trailandstreet » 6. Juni 2017, 10:02

Gerade Lasius niger können, wenn erst mal ein Schwung Arbeiter zur Versorgung der Gyne vorhanden sind, ordentlich Gas geben.
Innerhalb kurzer Zeit ein Haufen Eier, der locker die Größe der Gyne hat, ist keine Seltenheit. :eek:
Wie sie das macht, ist mir aber ein Rätsel. :huh:
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