Projekt INSECT PUREE

Futtertiere, Futtertierhaltung, Diskussion, sonstige Überlegungen und Ideen
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Sajikii
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#17 Projekt INSECT PUREE

Beitrag von Sajikii » 17. Januar 2026, 18:19

Jetzt ist es offiziell, die Pheidole pallidula verstecken sich im Lehm, wĂ€hrend die Solenopsis fugax die Lehmschicht wie einen KĂ€se aussehen lassen, da sie viele winzige Löcher rein graben. Ich muss aber sagen, die Farbkombination mit dem feuchten Lehm und den pallidula sieht sehr schön aus, hat etwas natĂŒrliches, und oben drein fand ich in einem Eck offensichtlich Eier oder kleinste Larven auf dem Glas kleben. Andererseits hocken die fugax immer noch in ihrem alten Ytongnest. Dass sie keine Abdeckung haben, stört sie keineswegs, und das neue Ytongnest mit Lehmausstattung ist irgendwie noch zu sehr unattraktiv. An einen Umzug denken sie wohl nicht, einzige VerĂ€nderung ist, dass in einer Kammer ein kleiner Teil an Brut weniger wurde (was damit geschah, kann ich nicht beurteilen) und dafĂŒr zwei ordentliche Eierpakete wieder zu finden sind. Möglich ist ja, dass sie ja die Ă€ltere Brut trotzdem schon ins neue Nest schleppten, oder sie schlĂŒpfte.

Also insgesamt ist die Immobilienlage sehr situationselastisch, doch Motivation zum Eier legen gibt es wohl wieder! :lol:

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#18 Projekt INSECT PUREE

Beitrag von fitzefatze » 18. Januar 2026, 10:53

Hallo,
Ich war von dem InsektenpĂŒree eigentlich ganz angetan bis mir die letzte Zutat ins Auge fiel: Kupfersulfat.
Kupfersulfat wird auch in Insektenkörpern angereichert und ist bei Bienen ab ca 60”g tödlich.
Selbst wenn es nicht tödlich ist, hat es Auswirkungen auf den Stoffwechsel.
Wie bewiesen scheint die Menge da drin so gering zu sein dass die Völker nicht absterben, aber bedenklich finde ich das schon.
Wollte ich nur mal anmerken.

LG

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Sajikii
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#19 Projekt INSECT PUREE

Beitrag von Sajikii » 18. Januar 2026, 11:35

Danke fĂŒr den Hinweis, fitzefatze!
Das ist ein berechtigter Hinweis, der auch wieder zeigt, wie hart Insekten im Nehmen sind. Die entscheidende Frage ist, wo da die Belastungsgrenze ist. Zumindest optisch merke ich keinen Unterschied, und die Entwicklung verlĂ€uft normal. Die andere Frage ist aber auch, inwiefern die Belastung durch andere Dinge schon ewig in der Ameisenhaltung vorhanden ist, wie zum Beispiel konventioneller Zucker (Zuckerwasser) oder Futterinsekten (die mit konventionellen GemĂŒse gefĂŒttert wurden), und inwiefern diese unsichtbare Belastung schon lange die Ameisen konfrontiert, was aber keiner hinterfragt? Damit möchte ich jetzt nicht das Puree rechtfertigen, doch gibt es viele andere Dinge, auf die man noch schauen könnte, was die Sache jetzt sicher nicht besser machen wĂŒrde, klar.
Ich kann zumindest sicher sagen, dass das Puree zumindest eine tolle Sache fĂŒr eine Urlaubsvertretung ist. Das ist leicht verabreicht und hĂ€lt ewig im KĂŒhlschrank.
Sicher, Antstore hat sowas in Ă€hnlicher Art, aber rein auf Insektenbasis, allerdings ist es nicht lange lagerfĂ€hig sobald geöffnet (außer man portioniert es in StĂŒckchen im TiefkĂŒhler) und die Vorbereitung muss man auch erst mal durchfĂŒhren.

Wer weiß, wie lange ich das alles noch mache, dann habt ihr auch wieder Ruhe von mir (=57

Zum Thema zurĂŒck:
Ich wollte eigentlich noch zu meinem letzten Beitrag ergĂ€nzend hinzufĂŒgen, dass ich gerade erst entdeckte, wie die fugax fleißig Brut ins neue Nest tragen. Mit etwas GlĂŒck lagern sie vielleicht auch einiges an Brut an der Glasscheibe, so wie es die pallidula gerade machen. Hier konnte ich vorhin auch sehen, dass sich die Brutmenge einfach seit dem letzten Sonntag verdoppelte.

LG




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Sajikii
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#20 Projekt INSECT PUREE

Beitrag von Sajikii » 18. Januar 2026, 15:39

Ach, wisst ihr was? Ich komme gerade von einem langen, sehr sonnigen Spazierer zurĂŒck.
Habe beschlossen, das Projekt zu beenden. in die HĂ€nde klatsch

Vielen Dank an alle, die dieses Projekt verfolgt haben,

liebe GrĂŒĂŸe




fitzefatze
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#21 Projekt INSECT PUREE

Beitrag von fitzefatze » 27. Januar 2026, 21:34

Hallo,
ich bringe das Thema hier noch mal hoch, weil es mir keine Ruhe gelassen hat und Sajikii mich mit dem Projekt irgendwie doch etwas angefixt hat.
Es mag den Anschein erwecken, es wĂ€re natĂŒrlicher Ameisen nur mit Insekten und Honigwasser zu fĂŒttern. Klingt erst mal richtig, ist aber nicht ganz so einfach.
Auf BlĂŒtennektar, extraflorale Nektarien, Honigtau von LĂ€usen will ich hier gar nicht eingehen, sondern auf Kot/Urin.
Im Artikel „ FORAGING ECOLOGY OFT HE APID-TENDING ANT CAMPONOTUS CRUENTATUS (HYMENOPTERA,FORMICIDAE) IN A SAVANNA-LIKE GRASSLAND“ wird sehr schön dargestellt, dass 68.1% der eingetragenen festen Beute aus Exkrementen von ĂŒberwiegend KleinsĂ€ugern und Vögeln bestand. Die restlichen 26,7% bestanden in Mengenreihenfolge aus Ameisen, Spinnen, Wanzen und ZweiflĂŒglern, Zikaden, Schmetterlinge, Andere. Das Sammeln von Kot ist auch von anderen Camponotusarten bekannt.
Ob als zusÀtzliche Stickstoffquelle oder wegen der Mineralien oder beides, scheinen Exkremente eine gute Nahrungsquelle darzustellen.
Nun ist es wahrscheinlich nicht besonders gut die heimischen Ameisen mit Tierkot zu versorgen, da wir sie/uns der unnötigen Gefahr von Parasiten und Keimen aussetzen.
Aber mit diesem Wissen erscheint mir die Gabe von mineralisierter und vitaminisierter Futterpaste zumindest fĂŒr Camponotus nicht mehr so abwegig.
Was mich an Insect Puree gestört hat war ja die hohe Menge an Kupfersulfat. Getreide und Algen mĂŒssen auch nicht sein. Ich habe dann mal rumgeschaut was denn fĂŒr Kupfersulfatmengen in anderen ZusatzprĂ€paraten fĂŒr Reptilien drin sind. Den Vertreiber von Insect Puree habe ich zweimal angeschrieben aber man möchte sich nicht die MĂŒhe machen mir zu verraten wieviel Kupfersulfat drin ist. Andere sind da offener:
144 mg in Nekton Multi-Rep, 200 mg Nekton-Rep, 2,5 mg Exo Terra Multivitamin, Frolic 6,6 mg Frolic Trockenfutter fĂŒr Hunde Rind. Die Menge bezieht sich auf 1kg.
Nekton bietet auch ein Grillenfutter an mit 0,4 mg und ein Drosophilafutter mit 0 mg.
Dies dĂŒrfte verdeutlichen, dass man vielleicht kein ZusatzprĂ€parat fĂŒr Reptilien als Insektenfutter nehmen sollte. Ich habe allerdings nur Nachweise fĂŒr die SchĂ€digung bei Bienen und Fliegen gefunden. Aber daß Nekton bei Grillenfutter mit den Werten so runter gegangen ist, wird schon GrĂŒnde haben.
HĂ€tte ich mehrere Kolonien, wĂŒrde ichs probieren, habe aber nur ein Volk hier.
Deswegen lasse ich die Finger von Insect Puree.
Die Alternative ist also sich das Zeug selbst zusammen zu mixen.
Man bekommt Heimchen, Soldatenfliegenlarven, Mehlwurm und Seidenraupen als Mehl zu kaufen. Dazu ein Tropfen Salzwasser (mit Meersalz angerĂŒhrt) und ein Tropfen Sanostol oder eine Prise B12 Komplex ( im Wechsel) und pro Gramm Mehl etwa 1-2 ml Wasser.

Es wÀre trotzdem interessant zu wissen, ob das mit Insect Puree auf Dauer funktioniert,
da werden jetzt wohl so einige Augenbrauen steigen

LG

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#22 Projekt INSECT PUREE

Beitrag von di4per » 28. Januar 2026, 10:05

Es wÀre trotzdem interessant zu wissen, ob das mit Insect Puree auf Dauer funktioniert

Warum sollte es nicht? Was bekommen Fische in der Aquaristik? Oder Katzen? Was essen wir (teilweise)? Irgendwelche industriell gefertigte Pampen, Flocken, Pellets usw.. Da werden wohl Ameisen, die, wie du selbst schreibst alles mögliche verwerten, wohl mit passierten Insekten klarkommen. Was ist daran so spannend?




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#23 Projekt INSECT PUREE

Beitrag von fitzefatze » 28. Januar 2026, 20:31

Hallo Di4per,
Es geht nicht darum ob die mit der Paste klarkommen sondern ob sie auf Dauer mit der unbekannt hohen Menge Kupfersulfat klarkommen. Sollten die mit Insect Puree gefĂŒtterten Völker nach einem Jahr keine Probleme haben, fein. Ich möchte es jedenfalls nicht testen.

LG




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di4per
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#24 Projekt INSECT PUREE

Beitrag von di4per » 28. Januar 2026, 22:40

Die Diskussion setzt voraus, dass jemand ein Zusatzfutter als Alleinfutter einsetzen möchte. Das ist kein realistisches Haltungsmodell.

Auch ein monatelanger Praxistest ersetzt keine Transparenz und macht ein Produkt weder sicher noch gefÀhrlich.

Bei unbekannter Kupfermenge bleibt es eine einfache Risikoentscheidung: nutzen oder lassen.

Auch bei anderen Futtermitteln können Verunreinigungen oder Kontaminationen fatale Folgen haben.

Vielen Dank auf jeden Fall fĂŒr den Hinweis.




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