KFKA - Ameisenhaltung kurze Fragen, kurze Antworten

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PincoPallino

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#12769 KFKA - Ameisenhaltung kurze Fragen, kurze Antworten

Beitrag von PincoPallino » 1. Oktober 2025, 01:58

Dass Ameisen kein rotes Licht sehen können ist ein Mythos, der aus der Imkerei übernommen wurde.
Ich habe das auch schon mehrfach nach eigenen Beobachtungen in Frage gestellt und "glaube" da auch nicht mehr dran. Ein Körnchen Wahrheit dürfte aber auch in diesem Mythos stecken. Ich habe erst heute ein Video gesehen, in dem eine Gründerkolonie gezeigt wurde. Die Bewegung hat sie nicht gestört. Als dann aber die rote Folie vom RG entfernt wurde, gerieten die Ameisen "in Panik".

Wenn die rote Folie ihr RG auch nicht komplett abdunkelt, so nimmt es doch einen Teil des Lichts. Demnach würde eine grüne oder blaue Folie den selben Effekt haben. Allerdings kann man auch von außen immer weniger sehen, je dunkler die Folie wird.

Nach meinem Verständnis wirkt die (rote) Folie wie eine Sonnenbrille für das RG oder wie abgedunkelte Scheiben beim Auto. Die für eine Gründerkolonie notwenidige Sicherheit dürfte ihnen auch das Glas geben. Es ist so hart, dass sie sich im Gegensatz zu einem Erdnest sehr sicher fühlen können. Eindringlinge können nur von vorne kommen. Das macht es für die Security einfach.
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#12770 KFKA - Ameisenhaltung kurze Fragen, kurze Antworten

Beitrag von Serafine » 1. Oktober 2025, 17:08

Natürlich macht die rote Folie das Nest dunkler, wenn ein Großteil des einfallenden Lichts (alles außer Rot) rausgefiltert wird. Das verhindert dann halt, dass das Ganze ein Lichtlevel überschreitet, bei dem sie sich ernsthaft gestört fühlen.

Hängt auch von Ameisenart und Gewöhnung ab - meine Lasius niger hat das ab ausreichender Koloniegröße nicht mal mehr interessiert, wenn man die Abdeckung komplett weggemacht hat (und ich bin mir sicher, die waren nicht blind), nehme ich dagegen bei meinen Camponotus barbaricus einen Nestdeckel ab, ist es völlig egal ob da rote Folie drüber ist oder nicht, wenn das Zimmer nicht sowieso schon sehr dunkel ist, wird da sofort sämtliche Brut aus den einsehbaren Bereichen entfernt. Das ist auch eine der wenigen Arten, die sich im Zweifelsfall solange in die Watte bohren bis sie Dunkelheit finden oder das Reagenzglas fluten.
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#12771 KFKA - Ameisenhaltung kurze Fragen, kurze Antworten

Beitrag von Lidragon11 » 28. Januar 2026, 14:51

Hallo zusammen

Beim Stöbern im Ameisenwissen ist mir eine Frage aufgekommen:
Es ist für Anfänger nahezu unmöglich die genaue Art einer Ameise selber zu bestimmen. Ist es denn vieleicht möglich, wenigstens die Gattung einigermassen zutreffend herauszufinden, oder sind die Arten innerhalb einer Gattung dann doch nicht alle mit erkennbaren und unterscheidbaren Merkmalen versehen? (Stell ich mir das vieleicht zu einfach vor?)

Hintergrund meiner Frage ist: Könnte man so zum Beispiel Formica und Polyergus ausschliessen, um so sicherzugehen, dass man keine Geschützte Gyne einfängt? (Ausgehend vom Schweizer Gesetz)

Vielen Dank und Gruss aus der Schweiz
Lidragon




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#12772 KFKA - Ameisenhaltung kurze Fragen, kurze Antworten

Beitrag von Barristan » 29. Januar 2026, 20:36

@Lidragon11

Also die Gattung kannst Du denke ich recht gut bestimmen, aber auch dafür ist manchmal ein gutes Foto oder eine leichte Vergrößerung nötig. Ich kann das Buch

"Die Ameisen Europas: Der Bestimmungsführer" von Claude Lebas

empfehlen, Das beinhaltet einen Bestimmungsschlüssel für die meisten Arten in Europa (auch Südeuropa im Gegensatz zum Seifert). Ameisen auf Artebene genau zu bestimmen kann da zwar teilweise etwas schwer sein (vor allem bei Lasius, Myrmica), aber auf Gattungsebene kannst Du damit sehr gut alles bestimmen.

Kostenlos gibt es diesen Bestimmungsschlüssel für die Ameisen Österreichs (viele davon gibts auch in Deutschland oder der Schweiz): https://www.zobodat.at/pdf/JoanZoo_17_0023-0052.pdf von Herbert Christian Wagner.

Viel Spaß beim Bestimmen üben.




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