Lidragon11 ↑15. Februar 2026, 01:53
Schaumstoffstopfen statt Watte
In einigen – zugegeben eher unseriös wirkenden – Shops habe ich blaue Schaumstoffstopfen gesehen, die im Reagenzglasnest anstelle von Watte zur Sicherung des Wasserreservoirs verwendet werden sollen.
Diese werden damit beworben, weniger auslaufanfällig und weniger schimmelanfällig zu sein.
Hat jemand damit Erfahrungen gemacht oder handelt es sich dabei eher um unnötige Spielerei bzw. Geldmacherei?
Arena aus Acrylglas selbst bauen
Spricht grundsätzlich etwas dagegen, eine Arena selbst aus Acrylglas zu bauen?
Insbesondere interessiert mich, ob Lösungsmittelkleber oder Zwei-Komponenten-Kleber auch nach dem vollständigen Aushärten noch schädlich für Ameisen sein könnten.
Die Schaumstoffstopfen (oft in Blau gehalten) sind vor allem in Asien sehr beliebt. Es handelt sich dabei um das Material PVA, das in Deutschland unter dem Namen „Saugwunder“ bekannt ist. Der Vorteil liegt darin, dass man sich keine Gedanken mehr über die richtige Menge an Watte machen muss, da die Stopfen bereits im passenden Durchmesser ausgestanzt oder zugeschnitten sind.
Zudem können die Ameisen keine Fäden herausziehen, was ansonsten den Wassertank schleichend undicht machen kann. Besonders bei Messor barbarus tritt dieses Problem häufig auf: Die Königin zupft so lange an der Watte, bis Wasser austritt, das Reagenzglas überflutet und die Brut sowie die Arbeiterinnen ertrinken. Ansonsten konnte ich keine weiteren Vor- oder Nachteile feststellen. Falls man die Stopfen selbst zuschneidet, sollte man den Schwamm vorher gründlich ausspülen und ausdrücken, da sich dabei oft viel blauer Farbstoff löst.
Sowohl lösungsmittelhaltige Kleber als auch Zwei-Komponenten-Kleber sind nach dem vollständigen Durchtrocknen meiner Erfahrung nach unbedenklich für die Tiere. Bei lösungsmittelhaltigen Varianten sollte man jedoch einige Tage warten, damit alle Rückstände restlos verdunstet sind. Eine gute Alternative ist UV-Kleber. Dieser härtet durch spezielles UV-Licht aus. Der große Vorteil: Der Kleber trocknet erst, wenn man die UV-Lampe benutzt; bis dahin lässt sich alles präzise positionieren. Durch das UV-Licht wird die Verbindung dann innerhalb von Sekunden fest.
Acrylglas verkratzt deutlich weniger als Hobbyglas (Polystyrol), aber wesentlich schneller als echtes Glas. Je dicker das Acrylglas ist, desto einfacher lassen sich Bearbeitungen wie Sägen oder Bohren durchführen. Bei sehr dünnem Material (ich hatte 1 mm starke Platten) kommt es schnell zu Sprüngen. Bis zu einer Dicke von 3–4 mm lässt sich Acrylglas gut mit einem Cuttermesser oder einem speziellen Acrylglasschneider zuschneiden. Die beste, wenn auch teurere Lösung sind jedoch fertig zugeschnittene Platten.