Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Unterfamilie: Myrmeciinae
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#57 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 23. Oktober 2008, 20:25

23.10.2008

Probleme in der Haltung.

Zur Zeit machen mir meine großen Myrmecia Völker einige Sorgen.
Bei meinen M. pavida sterben gerade etliche Arbeiterinnen. Jede Woche muss ich 3-4 tote Ameisen aus dem Becken entfernen.
An sich wäre ich nicht sehr beunruhigt deswegen. Das Volk ist inzwischen alt genug, so dass einfach die normale Lebensspanne der Arbeiterinnen erreicht sein könnte. Leider gibt es dazu nur wenig Forschungsarbeiten. Aber die wenigen Arten bei welchen das Alter der Arbeiterinnen bekannt ist kommen so auf etwa 1,5 bis 2 Jahre. Was also auch bei mir hinkommen könnte.
Da die Arbeiterinnen immer in Brutschüben entstanden sind und somit ziemlich Zeitnah geschlüpft sind, könnte dieses auch als Erklärung für das gehäufte sterben im Moment hindeuten.

Mehr Sorgen bereitet mir noch immer das neue Nest.
Wie Moglie vermutet hat, ist es deutlich zu groß für diese Art. Da mein Volk keine Anstalten macht noch größer zu werden. Mit dem Sterben der älteren Arbeiterinnen hält sich das ganze eigentlich in Waage.
Eigentlich. Denn leider entwickelt sich die Brut bisher sehr langsam. Es kommen keine neuen Arbeiterinnen nach. Die Koloniegröße ist somit gerade rückläufig.

Auch lässt sich die Befeuchtung noch immer nicht zu meiner Zufriedenheit bewerkstelligen. Momentan muss ich mindestens Täglich das Nest befeuchten. Besser ist es aber zwei Mal am Tag zu befeuchten. Das ist eindeutig zu viel Aufwand. Zudem sehe ich hier einen Grund für die schlechte Brutentwicklung. Durch die Größe des Nestes wird die Feuchtigkeit sehr schnell vom Ytong "aufgesaugt". Ich vermute das die Luftfeuchtigkeit trotz befeuchten zu niedrig bleibt.

Ich werde auf jeden Fall ein neues Nest planen und hierbei auf die Erfahrung mit den bisherigen aufbauen. Natürlich soll die Befeuchtung verbessert werden und ich überlege eine Heizung mit einzubauen um die Möglichkeit zu haben, auch darauf Einfluss nehmen zu können.
Wichtig ist mir dabei, dass die Ameisen diesmal ohne Zwang umziehen sollen. Das Nest soll also mit dem jetzigen verbunden werden können.

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#58 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 18. Dezember 2008, 20:15

18.12.2008


[SIZE="3"][color="DarkRed"]Neues Becken wurde bezogen.[/color][/SIZE]


Vor einigen Tagen hab ich mein Volk endlich umziehen lassen.
Diesmal hab ich den Ameisen ein komplett neues Becken hergerichtet.
Anstatt eines Aquariums hab ich mich für ein 100cmx50cmx40cm Terrarium mit Schiebetüren entschieden. Die Dichtigkeit des Beckens stellt bei der Größe dieser Ameisenart kein Problem dar.
Vorteilhaft war eine runde Zugangsöffnung an der Rückseite des Beckens, so konnte ich das alte Nest mit den Ameisen einfach dort anschließen.
Das neue Nest, welches eine Seitenscheibe des Beckens einnimmt, überdeckt diese Öffnung komplett, so dass ich lediglich einen Gang in eine der Nestkammern anlegen musste um dort den Schlauch des alten Nestes anzubringen.
Das ganze war allerdings recht Platzaufwändig, musste ich um Nest und Becken zu verbinden, alles auf dem Boden mitten im Zimmer aufstellen.

Der Umzug gestaltete sich dennoch nicht so wie erwartet. Wie soll es auch anders sein.^^
Eigentlich ging der Umzug recht schnell voran, innerhalb weniger Stunden zog der größte Teil der Kolonie in das neue Becken. Aber eben nicht in das Nest. Die Ameisen durchliefen das Nest nur, um dann im ganze Becken rumzulaufen wo sie zur Beruhigung etwas Zuckerwasser bekommen haben.

So blieb es gute zwei Tage lang. Noch immer befand sich die Königin mit den Larven und einigen wenigen Arbeiterinnen im alten Nest.
Ich beschloss nun einzugreifen. Ich koppelte das alte Nest ab und verschloss die Hintertür zum neuen Nest.
Dann öffnete ich das alte Nest und fing alle Ameisen ein und gab diese in einen Behälter mit einem Rutschmittel.
Anschließend sammelte ich alle Larven zusammen und gab diese vor das neue Nest. Dort wurden sie auch schnell entdeckt und in das Nest gebracht.
Natürlich stellte ich dann den Behälter mit den Arbeiterinnen und der Königin ins neue Becken und kippte ihn auf die Seite, so dass die Tiere entweichen konnten. In dem Behälter hatte ich auch ein Stück Eierkarton gegeben, in welchem sich die Königin verkrochen hat.
Vorsichtig stellte ich das Stück Eierkarton mit Königin direkt vor den Eingang zum Nest. Nach kurzer Zeit wurde die Königin von einer Arbeiterin in das Nest gezogen. So weit so gut.
Von wegen!
Noch immer befanden sich mehr als die hälfte der Arbeiterinnen im Becken und machten keine Anstalten in das Nest zu ziehen.
Was passte ihnen nur nicht? Lag es daran, dass ich diesmal alle Kammern mit Gips ausgegossen hatte um die Poren vom Ytong zu verschließen? Zumindest konnte ich Anfangs beobachten, dass die Ameisen Schwierigkeiten hatten am Gips zu laufen. Sie kamen kaum in die oberen Kammern. Doch auch an den Scheiben hatten sie diesmal auffällig Probleme zu laufen. Das legte sich aber nach zwei Tagen.
Inzwischen konnte ich auch beobachten, wie sich eine Arbeiterin erfolgreich daranmacht die Gipssicht wieder abzubauen. Zumindest sind die Gipskrümel gut geeignet um die Spalten zwischen Glas und Ytong abzudichten.^^
Jedenfalls fing ich alle Ameisen aus dem Becken raus und verschloss den Nesteingang.
Da sich die Ameisen bisher auf der Oberseite des Nestes versammelten, der schmale Raum zwischen Nest und Glasdeckel gefiel wohl, entschloss ich mich dort auch noch einen Zugang zum Nest anzubringen. Dabei kam nicht eine Arbeiterin noch oben um zu überprüfen was ich dort machte.
Anschließend gab ich die Ameisen wieder ins Becken, nicht ohne ihnen noch einmal mehrere Behälter mit ordentlicher Zuckerlösung anzubieten. Heimatlos sein macht hungrig, der Andrang war enorm.

Jetzt heißt es weiter abwarten. Der Großteil der Kolonie befindet sich zum Glück im Nest, die anderen werden schon noch rausfinden wo sie hingehören. Hoffe ich zumindest.
Das Nest scheint jetzt auch akzeptiert zu werden, die Ameisen sind schon fleißig am Umgestallten. Hab ihnen extra etwas Sand in das Nest gegeben, welchen sie dankbar verbauen.
Wenigstens das Problem der Befeuchtung ist nun besser geregelt, so besitzt dieses Nest über zwei tiefe Wassergräben. Einen kleinen und einen großen. So kann ich das Nest mit drei Möglichkeiten gezielt befeuchten. Entweder ich fülle nur je einen der Gräben oder beide.

Die Brutentwicklung im alten Nest war jedenfalls nicht optimal, so waren ausschließlich Larven vorhanden. Dabei sind diese schon vor einiger Zeit geschlüpft. Ich hoffe auch, dass diese jetzt schneller wachsen und sich bald verpuppen. Immerhin gab es doch auch einige Ausfälle durch die zu trockene Haltung die letzten Monate.

So, weit so gut. Jetzt heißt es abwarten wie sich das Volk entwickelt.
Einige Bilder hab ich gemacht vom Umzug, welche ich die nächsten Tage hoffentlich noch hier reinstellen kann.

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#59 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 20. Dezember 2008, 12:44

Hier die versprochenen Bilder des Umzuges:

Bild
Die Verbindung der Nester. Das alte Nest wurde mit dem Schlauch am "Hintereingang" des neuen Nestes angeschlossen. Dort befindet sich eine Öffnung im Terrarium, welche ursprünglich als Zugang für Kabel eventueller technischer Geräte dient.

Bild
Um die Ameisen etwas zu besänftigen, gab es Zuckerwasser in der Arena.
Das Becken war zum Zeitpunkt des Umzuges noch nicht eingerichtet.

Bild
Die Arbeiterinnen verteilen sich im Becken, wo sie tagelang verweilt sind. Selbst als ich einen Teil des Nestes beheizt habe, sind noch immer sehr viele der Ameisen nicht in das neue Nest eingezogen.

Bild
Um das Becken einzurichten, musste ich zuerst die Ameisen einsammeln welche noch immer im Becken verweilten. Dazu benutze ich einen Behälter mit einem etwa 4-5 cm Streifen Paraffin als Rutschmittel am obersten Rand.
Ein Entkommen war so unmöglich für die Tiere.


Inzwischen ist das Becken eingerichtet und die Ameisen haben sich etwas eingewöhnt.
Ein Teil der Tiere, etwa 50-60, verbringt immer noch Tag und Nacht im Becken. Die Meisten versammeln sich vor dem Nesteingang oder oben auf dem Nest.
Im Nest sind die Ameisen dabei die Zwischenräume zwischen Ytong und Scheibe mit Sand zu verbauen. Allerdings befinden sich die meisten Ameisen nur in einigen wenigen Kammern.
Ich denke allerdings, dass sich dies die nächste Zeit noch ändern wird. Im Moment sind die Tiere noch sehr aggressiv und empfindlich bei Störungen. Das Bewässern des Nestes ist immer eine aufregende Aufgabe für mich.^^
Sofort rennen die Tiere mit weit aufgerissenen Mandibeln auf den vermeintlichen Feind los. Da heißt es schnell sein.
Vielleicht befinden sich deshalb auch so viele vor dem Nest, um sofort anzugreifen bei Bedrohung.
Nach meiner Erfahrung lässt dieses Verhalten allerdings bald wieder nach und die Tiere werden wieder ruhig und umgänglich.

Bild
Der Nesteingang mit den wartenden Arbeiterinnen wie es im Moment aussieht. Der meisten der 50-60 Tiere befindet sich dort oder ganz oben am Nest zwischen Nest und Decke des Terrariums.

Bild
Hier noch einmal aus der Nähe. Die Ameisen sitzen einfach still im Becken und verhalten sich ruhig, putzen sich oder untersuchen andere, auf den Nesteingang zulaufende Ameisen. Kommt es jedoch zu einer noch so kleine Störung wird es hektisch und die Tiere schnappen nach allem was sich bewegt. Selbst auf ihre Schwestern gehen sie los, lassen aber sofort wieder von ihnen ab wenn sie ihren Irrtum bemerken.

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#60 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 24. Januar 2009, 14:31

24.01.2009

Die Myrmecia pavida haben sich sehr gut eingelebt in ihr neues Reich.
Die Larven sind seit dem Umzug endlich gewachsen. Einige haben sich sogar schon verpuppt.
Auch hat die Königin vor einigen Tagen wieder begonnen Eier zu legen.

Das Befeuchten des Nestes funktioniert nun auch problemlos, lediglich einen kleinen Schönheitsfehler gibt es.
Da der Wassertank aus Platzgründen sehr nah an der Aussenseite des Nestes liegt, wird diese auch immer feucht. Leider zeiht sich die Feuchtigkeit bis ganz nach unten durch, so dass auch das Substrat am Ytongstein feucht wird.
Die Arbeiterinnen beginnen meist sofort mit Grabungsarbeiten an entsprechenden Stelle.
Eingraben können sie sich nicht, dafür ist die Sandschicht nicht hoch genug, zudem rutscht alles nach wenn der Sand wieder abtrocknet.
Doch sie schaffen es jedes mal einen Halbgreis von 10-15cm Durchmesser freizulegen. Oftmals bis zur Glasscheibe des Bodens. Ist nicht schlimm, aber eben ein Schönheitsfehler. Denn leider machen sie keine Anstalten diese Mulde wieder aufzufüllen.^^
Aber solange das Volk sich erholt und wieder genügend Arbeiterinnen aufzieht, sehe ich da gerne darüber hinweg.

Bild
Gesamtansicht des Nestes.

Bild

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#61 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 8. März 2009, 14:04

08.03.2009


Mit dem neuen Becken und Nest bin ich mehr als zufrieden.
Die Ameisen haben sich bisher super eingelebt und zeigen ein sehr viel natürlicheres Verhalten als bisher.
Dies bedeutet allerdings auch, dass die Tiere aggressiver sind als sie es bisher waren.
Noch immer befinden sich zahlreiche Arbeiterinnen aussen am Nest und reagieren bei der kleinsten Störung mit sofortigen Angriff.
Selbst wenn man sich nur in der Nähe des Becken bewegt kommen sofort einige Arbeiterinnen auf einen zugelaufen und beobachten jede Bewegung genauestens. Aber so soll es ja auch sein, mich freut es daher, dass die Tiere sich nun sehr viel mehr wie ihre freilebenden Artgenossen verhalten.
Dabei hatte ich schon Bedenken, dass das Becken zu groß sein könnte. Doch diese Befürchtung war völlig unbegründet.
Im Gegenteil, noch nie zuvor war eine solche Aussenaktivität zu beobachten. Es sind immer etliche Arbeiterinnen am furagieren. Dabei wird gerade der Bereich des Beckens am genauesten unter Augenschein genommen in welchem ich das Eukalyptuslaub ausgebracht haben. Die Myrmecia pavida Arbeiterinnen suchen sehr gerne zwischen den Blättern nach Futter. Da sich dort oft auch die kleineren Heimchen verstecken, finden sie auch meistens etwas zum erjagen.
Auch die Brut entwickelt sich wieder in der gewohnten "Geschwindigkeit". Aus den Eiern, welche die Königin in diesem neuen Nest gelegt hat, sind nach nur zwei Wochen schon die ersten Larven geschlüpft. Dies mag auch mit dem neuen Standort des Beckens zusammenhängen, denn die Seite mit dem Nest befindet sich nun in der nähe eines Heizkörpers. Das Nest weist dadurch eine höhere Temperatur auf als am alten Standort.
Alles im allem bin ich sehr glücklich mit dem neuen Becken. Es macht richtig Spaß, dass mit meiner Lieblings-Kolonie wieder alles super läuft.

Hier noch ein Bild, welches die höhere Aktivität im Becken gut widerspiegelt:

Bild
Ja, der Futterbedarf ist auch drastisch angestiegen. :spin2:

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#62 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 15. März 2009, 15:31

Hallo.

Es wurden Bilder des Beckens gewünscht, hier sind sie:

Bild
Das gesamte Becken wie es bei mir steht.

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Das Ytong-Nest. Verwendet habe ich dazu zwei Ytongblöcke.
Der untere ist 10 cm tief, der obere nur 5.
Im unteren befinden sich daher auch die Bewässerungsgräben.

Bild
Blick vom Nest aus ins Becken.
Hinten befindet sich der Bereich mit dem Laub.

Bild
Die kleinen lieben es im Laub nach Futter zu suchen.

Bild
Ab und an schaut Ameise auch mal zu tief ins Glas.^^

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Da muss man sich doch gleich wieder frisch machen.

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#63 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 6. April 2009, 20:45

06.04.2009

Erste neue Arbeiterin.

Endlich ist wieder eine Arbeiterin dazugekommen. Lange musste ich darauf warten. Doch hier ist sie:

Bild

Ich hoffe, dass die Kolonie sich jetzt bald erholt hat.
Bisher sieht es auch sehr gut aus, die Königin hat sogar schon wieder sehr viele Eier gelegt.
Leider kam ja seit über einen halben Jahr keine Arbeiterin mehr dazu, da die Bedingungen im alten Nest nicht stimmten. Dadurch wurde das Volk immer kleiner, da immer wieder Arbeiterinnen an Altersschwäche Starben. Die Lebenserwartung liegt vermutliche bei 1,5 - 2 Jahren.
Wenn sich die Brut jedoch weiter so gut entwickelt dürfte das schlimmste überstanden sein.

Stand der Brut: etwa 40 Puppen, 60-80 Larven und um die 50-60 Eier.

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#64 AW: Myrmecia pavida – Haltungserfahrungen

Beitrag von swagman » 21. Juni 2009, 17:15

21.06.2009

Volkswachstum und daraus resultierende Probleme.

Meinen Lieblingen geht es sehr gut, inzwischen sind schon reichlich neue Arbeiterinnen dazugekommen.
Brut wird wieder in rauen Mengen aufgezogen. Es sind wieder weit über hundert Larven im Nest.

Entsprechend hoch ist der Nahrungsbedarf.
Inzwischen verfüttern sie täglich mehrere ausgewachsene Heimchen an ihre Larven.
Zuckerwasser wird in solchen Mengen verzehrt, dass ich mich entschlossen habe ihnen eine kleine Tränke ins Becken zu stellen. Die kleinen Näpfe waren ja nach 2-3 Tagen leer getrunken und sofort wurden die Myrmecia pavida unruhig.

Bild
Die Tränke wurde sehr gut angenommen, der Andrang ist immer sehr groß.

Bild
So geht es ständig im Becken zu. Wobei, gegen Abend wird es meist noch schlimmer, da sie dann erst richtig aktiv am furagieren sind.

Damit sind wir auch schon bei den negativen Auswirkungen.
Es ist inzwischen kaum noch möglich in das Becken zu greifen. Ständig sind dutzende von Ameisen unterwegs, welche sofort und ungewohnt aggressiv versuchen auf den Störenfried(mich^^) loszugehen.
Die Tiere reagieren auf die kleinsten Störungen und steigern sich gegenseitig in eine regelrechte Raserei.
Das Nest ist inzwischen deutlich zu klein, etwa die Hälfte der Kolonie lebt permanent ausserhalb des Nestes.
Damit stehen einige Dinge an, die ich ändern müsste. Allerdings geht dies nur, wenn ich die Ameisen alle aus dem Becken fange und die restlichen in das Nest einsperre.
Um das Nestproblem zu lösen, denke ich weniger an ein neues Nest, als über eine Art Zweignest nach. Ich denke, ich werde einfach ein weiteres Nest in das Becken stellen.
Weiterhin werde ich wohl Öffnung in das Lüftungsgitter des Terrariums machen müssen, durch welche man die Fütterung und eventuell die Nestbefeuchtung vornehmen kann.
Es geht dabei weniger darum, dass ich mich leichter tute als vielmehr es für dritte möglich zu machen, sich um die Tiere zu kümmern. Zum Beispiel werde ich kommenden Winter voraussichtlich für 6 Wochen in Australien sein. Das bedeutet, jemand muss sich in dieser Zeit um meine Ameisen kümmern. Und ich werde niemanden zumuten in dieses Becken greifen zu müssen. Deshalb möchte ich es so umbauen, dass eine vorübergehende Versorgung von Aussen möglich ist, ohne mit den Tieren in Kontakt zu kommen.

Im Nachhinein ist ein Terrarium nicht die beste Art diese Ameisen zu halten. Andererseits jedoch schon. Allerdings müssen einige Dinge eben verändert werden.
Natürlich wäre es bei einem oben offenen Becken möglich noch eine Rutschsperre anzubringen, allerdings halten diese nicht sehr lange und müssen recht breit sein um zu wirken. Was natürlich optisch nicht so toll ist.
Selbst Paraffin hält diese großen Ameisen nicht lange auf.
Ich denke, durch weitere Zugänge oben am Terrarium lässt sich noch einiges aus diesem Becken rausholen.
Vom Platzbedarf könnte ich wohl langsam ein kleines Zimmer für diese Kolonie anlegen.^^ Die Ameisen würden mit Sicherheit sehr weit furagieren um Futter zu finden. Denkbar wäre später auch eine Verbindung zu weiteren Becken. Aber jetzt muss erstmal dieses Becken entsprechend durchdacht umgestaltet werden. Auch wenn dabei vielleicht die Optik etwas darunter leiden muss.

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