Ich habe beschlossen, nun doch einen Haltungsbericht anzufangen über meine Messor barbarus. Allerdings wird es weniger Fotos geben, zumindest anfangs, denn dazu ist hier alles noch zu chaotisch. Immerhin unser "Insektenzimmer" ist bereits halbwegs wohnlich, wenn auch noch durch die Haussanierung (alles in Eigenarbeit) noch zu wenig Möbel vorhanden sind und daher zu viel rumsteht. Auch wenn es OT ist: wir planen und bauen alles selbst, von Verputzen bis Schränke etc. Vorher muss(te) in jedem Raum Innenisolierung mit Klimaplatten und neue Elektrik gelegt werden. Ist echt viel Arbeit für zwei Frauen, die alles am Wochenende allein machen.
Wenn ich Fragen poste, könnt ihr gern hier in den Thread schreiben, ich mache keinen separaten Diskussionsthread auf, weil ich es immer mühsam finde, in den Themen und Beiträgen das Zusammengehörende zu finden.
Der erste Teil des Haltungsberichts ist Reset. Ich hatte mir aber privat ein paar Dinge aufgeschrieben, die ich hier mit Daten einfügen werde.
24.8.23: Ankunft
Gestern habe ich eine kleine Kolonie Messor barbarus von einem privaten Halter abgeholt. Es handelt sich um die
So habe ich das kleine Volk bekommen:
Im RG-Nest, aber der Wassertank ist komplett leer (wie lange schon weiß ich nicht).
Ein leeres RG lag daneben, als Kornkammer gedacht, aber nicht beachtet.
Ein weiteres RG diente als Wasserspender, das Wasser war fast aufgebraucht.
Bodengrund: scheint ein braunes Sand-Lehm-Gemisch zu sein, mehrere Centimeter hoch, es war vielleicht mal fest, ist jetzt an vielen Stellen aufgebrochen und „sandig“, es müffelt stark.
Das Ganze in einer Plastikbox mit Deckel, in dem ein kleines, mit Gaze verschlossenes Luftloch ist.
Ein paar große (nicht zerdrückte) Körner lagen im Sand verstreut.
Nach der Autofahrt durften/mussten sie eine weitere Nacht unter den genannten Bedingungen verbringen.
Der nächste Tag:
Das habe ich verändert:
Ich habe einen Glaskasten genommen und eine sehr dünne Schicht weißes Sand-Lehm-Gemisch gerade bodendeckend verteilt, dieses dann angefeuchtet, damit es sich härtet. Ein paar weiße Körner Aquarienkies (ca 1-3mm Durchmesser) hatte ich auch darauf gestreut.
Nach dem Trocknen kam auf einer Seite weiterer weißer Aquarienkies darauf, etwas feinerer (ca 1mm Durchmesser) und grobeer (ca 2-3mm Durchmesser).
Ich bereitete drei Reagenzgläser vor: eines als neues Nest mit Wassertank, eines als Tränke, komplett mit Wasser gefüllt und mit Watte gesichert, eines trocken und mit einigen zerdrückten Körnern darin. Die „Kornkammer“ und das neue Nest-RG bekamen auch eine Haube aus Klopapierrolle, um sie abzudunkeln. Sie liegen direkt nebeneinander. Neben die „Kornkammer“ legte ich dann das bisherige RG-Nest mit den Ameisen darin. Durch Erschütterungen hatten sie sich eh alle dorthin verzogen. Auf die andere Seite des bisherigen Nests legte ich das Tränke-RG. Alle Öffnungen befinden sich wenige cm vom nächstgelegenen RG entfernt oder stoßen aneinander.
Als Ausbruchschutz dient Paraffinöl.
Übrig gebliebene, schon zerstoßene Körner legte ich in einen Kronkorken auf die andere Seite der Arena. Das ist wahrscheinlich zu weit entfernt, aber sie haben ja die Körner in der „Kornkammer“ sehr nah zur Verfügung.
Der Umzug:
Nachdem alles andere fertig hergerichtet war, mahm ich das RG-Nest aus der alten Box und legte sie an den vorgesehenen Platz in der neuen Arena. Die
Eine andere Arbeiterin fand einige Zeit später die „Kornkammer“ und begann, Kornteile ins bisherige Nest zu den anderen Arbeiterinnen zu bringen. Ich hatte den Eindruck, als ob sich (und die anderen) dachten „endlich mal was handliches, nicht nur so riesige Körner, die viel zu groß sind“.
Es dauerte noch eine ganze Weile, bis dann eine Arbeiterin auch endlich das RG, das ich als neues Nest vorbereitet hatte, fand und sich von innen anschaute. Ansonsten wurde es nicht beachtet. Meine Hoffnung ist, dass sie über Nacht umziehen. Mal abwarten…